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Landesrat Widmann: "Südtirol Bahn: Marke und Imageträger nun auch bei den Sitzen"

"Die heimische Wirtschaft und Südtirol als Wirtschaftsstandort stärken": Das, unterstrich Verkehrlandesrat Widmann, sei ein wichtiges Anliegen. Heute (23. Juli) hat er in der Tuchfabrik Moessmer ein innovatives Projekt vorgestellt: Der Brunecker Traditionsbetrieb fertigt Bezüge für die Sitze in den acht neuen Garnituren der Flinken Leichten Innovativen Regional -Triebzüge FLIRT an, die ab Herbst im Einsatz sind.

Enge Verbindung von Bahn und Wirtschaft, Tradition und Innovation (v.li): STA-Direktor Dejaco, Moessmer-Geschäftsführer Niedermair, Landesrat Widmann, SAD-Bahndirektor Chiusa, Trenitalia-Regionaldirektor Hopfinger.

Die Pustertal Bahn, hob Verkehrslandesrat Thomas Widmann hervor, sei das Rückgrat nicht nur für Mobilität und öffentlichen Nahverkehr, sondern auch für das Funktionieren der Wirtschaft. "Unsere Züge", betonte er, "sind mittlerweile ein Markenzeichen, ein Imageträger weit über die Landesgrenzen hinaus; die acht neuen Züge, die wir heuer angekauft haben, werden nicht nur außen, sondern auch innen die Marke Südtirol mit sich führen."

"Die Pünktlichkeit der Pustertal Bahn", wies SAD-Bahndirektor Maurizio Chiusa hin, "liegt bei 97 Prozent; es sind moderne Züge mit hoher Zuverlässigkeit und großem Fahrkomfort." "Südtirol", erklärte Trenitalia-Regionaldirektor Roger Hopfinger, "ist die einzige Provinz Italiens, wo im lokalen Bahnverkehr gemeinsam mit dem Land neues Rollmaterial angekauft wird". Joachim Dejaco von der Südtiroler Transportstrukturen AG STA legte die technischen Daten der neuen Züge dar. Für die Sitzbezüge, erläuterte Moessmer-Geschäftsführer Walter Niedermair, wird ein adaptierter Loden verwendet, der den Normen für Brandschutz, lange Tunnelstrecken, Rauch, Abrieb und Reinigung entspricht. Loden bietet Sitzkomfort, weil Wolle Temperaturen ideal ausgleicht, da sie gleichermaßen wärmt und kühlt, und weil die Wolle bis zu 30 Prozent Feuchtigkeit aufnimmt und sie später wieder abgibt; für die STA wurde eine exklusive Eigenfarbe kreiert.

260 Sitze hat ein Zug, dazu kommen 16 Klappsitze; die Mehrkosten durch die Stoffüberzüge belaufen sich auf 33 Euro pro Sitz, ein Zugsitz kostet an die 1.000 Euro. Die Gesamtkosten für die acht neuen Züge listete Landesrat Widmann auf: Sie betragen 69,5 Millionen Euro, dazu kommen acht Erweiterungsmodule zu acht Millionen Euro, was einen Gesamtbetrag von 77,5 Millionen Euro ergibt. Von den neuen Zügen gehen drei an die SAD und fünf an Trenitalia. Fünf Züge kauft das Land selbst über die STA um 43,3 Millionen Euro, drei Züge kauft Trenitalia. Die Züge werden im Herbst geliefert und nach einem komplizierten Zulassungsverfahren nach und nach in Betrieb genommen.

"Im Pustertal", kündigte Landesrat Widmann an, "werden ab dem kommenden Jahr nur mehr die neuen FLIRT-Züge unterwegs sein, bereits Ende September dieses Jahres wird die neue Haltestelle Bruneck-Nord ihren Betrieb aufnehmen, ab Dezember gibt es direkte Zugverbindungen zwischen Bozen und Innsbruck, ab Dezember 2014 stündlich eine Verbindung Franzensfeste-Innichen-Lienz".

Im vergangenen Herbst konnten die Fahrgäste durch einen "Comfort-Test" selber bei der Auswahl der neuen Zugsitze mitreden, 5.200 Personen haben sich daran beteiligt. Derzeit werden acht neue FLIRT-Züge hergestellt und mit dem Fahrplanwechsel im Dezember ihren Betrieb aufnehmen. Bei der heutigen Pressekonferenz richteten Mobilitätslandesrat wie Bahnvertreter einen Appell an alle Fahrgäste, die Sitze sauber zu hinterlassen.


LPA

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