Ahrntal - Abbruch und Wiederaufbau Schwarzensteinhütte

Sanierung durch Abbruch und Wiederaufbau der "Schwarzensteinhütte" in St. Johann / Ahrntal

Die neue Schwarzensteinhütte befindet sich am Trippachsattel in einer Meereshöhe von ca. 3030 m unmittelbar zur Staatsgrenze mit Österreich in einer leichten Einkerbung des Geländes und dem steil abfallenden Terrain folgend als punktförmiger Baukörper. Die Nutzungen sind vertikal übereinander geschichtet und lassen eine „Zinne“ entstehen, welche den Bergsteigern nach allen Himmelsrichtungen eindrucksvoll den Weg zeigt. Der schmale Baukörper lässt den besonderen Ort großteils frei und unberührt und lässt die Besucher jederzeit ihre Exponiertheit und die Kraft der Natur  spüren. Die frei geformten Fassaden sind zurücklehnend oder überhängend gestaltet, so als ob im Laufe der Zeit vom Gletscher, Wind und Wetter zurückgedrängt und geformt. Das turmartige Haus vermittelt dem Betrachter von unterschiedlichen Seiten oder höher gelegenen Standpunkten und Gipfeln stets wechselnde Eindrücke, wobei die gestalterische Aussage und Erlebbarkeit der neuen Schutzhütte von allen Richtungen eine gleichbleibende Qualität und Faszination bietet. Trotz der Zeichenhaftigkeit lassen Bauform und Materialisierung die Schutzhütte wie eine landschaftliche Unregelmäßigkeit mit dem gewachsenen Gelände verschmelzen.

Zuständiges Amt

Abteilung 11, Amt für Hochbau Ost 11.1

Projektbeteiligte

Abteilungsdirektor
Dott. Ing. Gustavo Mischi
Amtsdirektor
Dott. Arch. Andrea Sega
Projektsteuerung
Geom. Hans Peter Santer / Geom. Wolfgang Obkircher
Bauleitung
Stifter + Bachmann
Sicherheit und Haustechnik
Ingenierteam Bergmeister GmbH
Statische Bauleitung
Dr. Ing. Stefano Brunetti
Generalunternehmen
Burgerbau GmbH
Elektroanlagen
Oberlechner & Messner
Heizung, Sanitär, Lüftung
Brugger Roland
Zimmermann
HOKU GmbH
Spenglerei
ASCHBACHER & ZINGERLE
Schlosserarbeiten
Lanz Metall

Baukosten und Kubatur

Kubatur

1.850,00 m³ (hohl für voll)
Nettonutzfläche gesamt = 488,60m² 
Gästebetten = 50
Betten Personal / Pächter = 4

Gesamtkosten:
3.702.000 Euro

Bauzeiten

Fertigstellung Oktober 2017
Eröffnung Juli 2018

Man erreicht die Schutzhütte über eine mit Naturstein in Trockenmauerwerk gestaltete Terrasse und betritt diese über einen gedeckten und mit einer Sitzbank ausgestatteten Eingangsbereich. Der Windfang empfängt die Bergsteiger mit Garderobe und Rucksackfächern und führt die Besucher direkt in die Stube. Die Stube ist einfach in Holz mit umlaufender Eckbank, großen Tischen und Hockern gestaltet. Der eigentliche „Luxus“ des Raumes ist die Lage und der Ausblick auf den umgebenden Landschaftsraum von den Hohen Tauern, Zillertaler Alpen, Naturpark Riesenferner Ahrn bis zur Marmolada. Im Untergeschoß befinden sich der Trockenraum, die W.C.’s sowie die Nebenräume mit Lagern, Werkstatt und Technik.
Die Obergeschosse nehmen mit gleichwertiger Orientierung um 360° die Schlafzimmer und die Waschräume mit W.C. auf. Im Dachgeschoß sind die Räumlichkeiten für Pächter und Personal vorgesehen. Das Winterlager ist mit einer 12er Koje im 1. Obergeschoß auch mit Außeneinstieg optimal integriert.
Die Gebäudestruktur besteht vorwiegend in vorgefertigter Holzbauweise mit Kreuzlagenholz in Fichte und die wohnlichen  Innenbereiche sind in natürlichem Lärchenholz ausgeführt. Das Mobiliar für Stube, Theke, Windfang und Schlafbereiche wird ebenso in natürlich belassenem Holz ausgeführt. Die äußere Hülle des Baukörpers besteht aus Kupferblech. Die gesamte nach Südwest geneigte Dachfläche wird einheitlich und flächenbündig mit Kollektoren zur Stromerzeugung ausgestattet.