Aldein - Besucherzentrum „GEOPARC Bletterbach"

Umbau und Erweiterung des Besucherzentrums

Im Einvernehmen mit der Gemeinde Aldein, der Verwaltung von GEOPARC, der Landesregierung und der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung wurde 2018 ein zweistufiger Planungswettbewerb gestartet, um das bestehende Besucherzentrum "GEOPARK Bletterbach" in Aldein um eine Ausstellungsfläche zu erweitern und den bestehenden Besucherbereich zu renovieren.

Zu den Erweiterungsmaßnahmen gehören der Bau einer Ausstellungsfläche für Dauer- und Wanderausstellungen, Besucherempfangsbereiche und Einführungskonferenzen sowie Neben-, Lager- und Nassbereiche. Die hinzukommende Fläche beträgt 780 m². Am Wettbewerb (Phase 1 - Vorauswahl) nahmen 29 Designstudios teil, von denen 10 für die zweite Vertiefungsphase ausgewählt wurden.

Die Baukosten werden zum Teil von der Gemeinde Aldein und zum Teil von der Autonomen Provinz Bozen nach einer speziell genehmigten Vereinbarung getragen.

Zuständiges Amt

Amt für Hochbau West 11.2

Projektbeteiligte

CeZ Calderan Zanovello Architekten

Baukosten und Kubatur

Gesamtkosten: 4.724.252,81 €
davon
Arbeiten (inkl. Verwaltungsspesen) 4.452.791,39 €
Einrichtung (inkl. Verwaltungsspesen271.461,42 €

Kubatur: 24.331 m³
davon
unterirdisch 8.611 m³
oberirdisch 15.720 m³

Bauzeiten

Das Projekt basiert auf einer sehr interessanten Prämisse: Der Bletterbach ist, anders als die anderen Standorte der UNESCO-Welterbe Dolomiten von außen kaum sichtbar. Die meisten Besucher haben wahrscheinlich eine vage Vorstellung von dem was auf sie zukommt. Sie fahren in den Parkplatz ein und es erscheint noch nicht, was sie gleich besuchen werden. In dieser „Verstecktheit" liegt auch ein Teil seines besonderen Reizes und zwar in der Überraschung, in eine unerwartete Welt eintauchen zu können, die dem Besucher eine Art geologische Reise in die Vergangenheit ermöglicht.

Der Standort ist eine künstliche Lichtung inmitten eines Waldes. Am Ende der Lichtung, zum Berg hin, verschwindet das jetzige Besucherzentrum ins Gelände hinter einer Fassade, die wie eine Art Stützwand wirkt. Das Projekt hat den Ansatz des bestehenden Pavillons übernommen und weitergeführt. Es geht darum, eine Architektur zu schaffen, die nicht wie ein Gebäude aussieht, als Teil der Gelände Modellierung wahrgenommen wird und eine künstliche Landschaft bildet. Vier mächtige, 80 cm dicke, handgepresste Schichtbetonwände werden frei vor dem alten Besucherzentrum positioniert und definieren dessen Erweiterung.

Die Zusammensetzung des Betons, der Pigmente und der Zusatzstoffe wird Schicht für Schicht modifiziert, um die Gesteinsschichten der felsigen Strukturen des Canyons nachzubilden. So entstehen elementare Komponenten, in denen Arbeit, Material und Zeit gut sichtbar sind.

Die vier Wände tragen das neue Dach auf dem wir das ursprüngliche Gelände rekonstruiert haben. Mit der Zeit werden die neu gepflanzten Nadelbäume wachsen, einen Wald bilden und mit den Kiefern, Fichten und Lärchen der umliegenden Wälder verschmelzen.

Zwischen den freistehenden Mauern bildet sich ein offenes Raumgefüge, eine fließende Abfolge von Räumen. Die vier Wandscheiben sind nebeneinander platziert, sie überlappen sich, aber berühren sich nicht. Dazwischen bleiben schmale Spalten offen, die Ausschnitte der umliegenden Wälder einrahmen. Diese Fugen sind so gestaltet, dass von den Ausstellungsräumen der Blick nicht auf den Parkplatz fällt, damit die Besucher vom Treiben am Parkplatz nicht gestört werden.
Das Licht im Innenraum fällt hauptsächlich über trichterförmige Oberlichte von oben und wird von den Baumkronen gefiltert und gefärbt.

Man betritt das Gebäude über ein gemeinsam geräumiges Foyer, wo sich die Kasse und ein Shop befinden. Von hier aus kann man auf der linken Seite die Ausstellungsräume der UNESCO Welterbe oder auf der rechten Seite die des Besucherzentrums besichtigen.
Das bestehende Gebäude des Besucherzentrums wird als Servicebereich umgestaltet. Hier befinden sich die gemeinsamen Sanitäranlagen, die unangetastet bleiben, alle Lager- und Abstellräume sowie der Technikraum. Es ist auch ein Raum für die Ausgabe und Rückgabe der Helme während der Hochsaison geplant, um den Andrang an der Kasse zu reduzieren.
Vom Foyer aus führt ein neuer Gang direkt durch den Servicebereich zum Mehrzweckraum. Somit kann dieser Raum, wo Einführungsvorträge für Schulklassen und Gruppen stattfinden, erreicht werden ohne die Besucher der Ausstellung zu stören. Von hier aus erreicht man die nach Süden zum Wald hin gerichtete Außenterrasse, die als Sammlungspunkt für Gruppen gedacht ist. Nach dem Besuch der Ausstellung kann man sich hier wiedertreffen und sich gemeinsam mit dem Führer auf den Schlucht-Weg begeben.

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