Krankenhaus

Krankenhaus Moritzing in Bozen - Umbau und Erweiterung

Das Bozner Krankenhaus wurde in den 70er Jahren in Betrieb genommen. Um die Struktur an die modernen sanitären, technologischen und funktionellen Standards und an die geltenden Bestimmungen anzupassen, sind umfassende Umbauarbeiten notwendig.
Für die Durchführung dieser Anpassungsarbeiten hat die Autonome Provinz Bozen einen internationalen Planungswettbewerb ausgeschrieben, aus dem das Siegerprojekt vom Planungsbüro Tiemann-Petri hervorgegangen ist.
Die Hauptmerkmale des Projektes sind die optimale Eingliederung in das bestehende Stadtbild, die einfache Zugänglichkeit und Orientierung, die Schaffung einer angenehmen Umgebung für Patienten, Besucher und Krankenhausmitarbeiter sowie die große Flexibilität des neuen Gebäudes. Ein zusätzliches Ziel ist die patientenfreundlichere Gestaltung des Krankenhauskomplexes. Das zukünftige Krankenhaus wird über insgesamt 780 Betten verfügen. Ende der 90er Jahre wurde das Programm für die Umstrukturierung und Erweiterung des bereits in den späten 70er Jahren eröffneten Krankenhauses in Bozen – Moritzing festgelegt. Der Umbau und die Erweiterung wurden erforderlich, da durch eine Analyse der bestehenden Struktur und der Bedürfnisse des Krankenhauses strukturelle und betriebstechnische Mängel festgestellt wurden. Das Krankenhaus soll an die modernen sanitären und technologischen Standards angepasst werden.

Planungswettbewerb

Im Jahr 1998 schrieb die Landesverwaltung einen internationalen Ideen- und Planungswettbewerb aus. Das Projekt von Dr. Arch. Astrid Tiemann-Petri aus Stuttgart ging unter 80 Teilnehmern als Sieger hervor.
Die in der Ausschreibung festgesetzten Ziele sind:

  • Schaffung eines einladenden, freundlichen Ambientes für die Patienten und das Personal.
  • Leichtere Orientierung innerhalb des gesamten Komplexes durch Verbesserung der Zugänglichkeit sowie klar definierter Wege und Verbindungen.
  • Maximale Funktionalität und Flexibilität der vorgesehenen Strukturen.
  • Realisierung des Bauvorhabens ohne Beeinträchtigung des parallel laufenden Krankenhausbetriebes.

Das Bauvorhaben

Das Krankenhaus muss humaner und patientenfreundlicher gestaltet werden. Deshalb ist in den Ein- bzw. Zweibettzimmern eine eigene Nasseinheit mit Bad und Toilette vorgesehen.
Patientenfreundlich heißt aber auch, dass das Ambiente im Neubau sehr freundlich gestaltet wird. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Wahl der verwendeten Materialien gelegt. Der Patient soll sich wohl fühlen, er soll sich zuhause fühlen.
Die Harmonie zwischen den internen Strukturen und den großen externen Grünflächen schafft ein einladendes und freundliches Ambiente sowohl für die Patienten, als auch für das Personal.
Das Konzept ist zudem darauf ausgerichtet, dass man sich im Krankenhaus in Zukunft besser orientieren kann.
Der künftige Haupteingang des Krankenhauses wird sowohl von der neuen Tiefgarage als auch vom neuen Vorplatz erreichbar sein. Dieser Eingang, genau zwischen der neuen Klinik und dem bestehenden Krankenhaus gelegen, führt direkt in die neue, zentrale Halle. Alle Krankenhausstrukturen, die Bestehenden als auch die Neuen, werden durch diese mit Glas überdachte Halle miteinander verbunden.
Diese Halle, auch „Magistrale“ genannt, wird in Zukunft Hauptverbindungs- und Verteilungsachse im Inneren des gesamten Krankenhauskomplexes werden. Dadurch kann sich der Besucher in diesem Großkomplex künftig besser und leichter zurechtfinden bzw. orientieren.
In den Untergeschossen innerhalb und außerhalb der Struktur werden die logistischen Ver- und Entsorgungswege sowie die haustechnischen Verteilungssysteme untergebracht.
Die Durchführung dieses Jahrhundertbauvorhabens in aufeinander folgenden Bauphasen ermöglicht es, den Bau in verschiedenen Baulosen zu realisieren, ohne dass der reguläre Krankenhausbetrieb durch die Arbeiten beeinträchtigt wird. Zudem gewährt diese modulare Gliederung eine flexiblere längerfristige Nutzung.

Zuständiges Amt

Abteilung 11, Sonderauftrag Krankenhaus Bozen

Projektbeteiligte

Ressortdirektor
Dr. Arch. Paolo Montagner
Abteilungsdirektorin
Dr. Marina Albertoni
Gesamtkoordinator
Dr. Ing. Maurizio Patat
Amtsdirektor
Dr. Ing. Domenico Cramarossa
Verfahrensverantwortlicher
Dr. Ing. Danilo Mora
Gesamtplaner

Dipl. Ing. Astrid Tiemann-Petri
Bauleiter Neue Klinik
Studio AIG Ing. Stefano Mattei
Bauleiter Umbauarbeiten
Dr. Ing. Hansjörg Letzner

Baukosten und Kubatur

Tiefgarage und Umkleiden im ''W'' - Gebäude
Kubatur 118.800 m³
Kosten 23 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2005-2008

Medienkanal
Kubatur 16.000 m³
Kosten 6 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2007-2010

Neue Klinik
Kubatur 255.000 m³
Kosten 217 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2009-2016

Unterirdische Umkleiden
Kubatur 6.600 m³
Kosten 4 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2009-2011

Zentrum logistische Dienste
Kubatur a 40.000 m³
Kosten 25 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2013-2016

Radiotherapie
Kubatur 20.000 m³
Kosten 39 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2013-2016

Magistrale
Kosten 23 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2013-2016/2025

Umbau des bestehenden Krankenhauses
Kubatur 68.000 m³
Kosten 55 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2017-2022

Umbau Platte und ''W'' - Gebäude
Kubatur 270.000 m³
Kosten 165 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2013-2016

Infrastrukturen
Kosten 53 Mio €
Ausführung der Arbeiten 2013-2016

Gesamtkosten
480 Millionen Euro – genehmigte Kosten
610 Millionen Euro – vorgesehene Ausgabe bis zur Fertigstellung der Arbeiten

Bauzeiten

Fertigstellung: 2025

Das Bauvorhaben sieht in einer ersten Bauphase die Realisierung der Neubauten und in der Folge den Umbau des bestehenden Komplexes vor.

Tiefgarage

Die neue Tiefgarage mit 1.022 Autostellplätzen für die Besucher und das Personal wurde im Jahr 2008 in Betrieb genommen. Diese hat eine Rationalisierung des Zufahrtssystems zum Krankenhaus und der Parkplätze innerhalb des Areals ermöglicht.

Erster Umkleidetrakt

Parallel zum Bau der Tiefgarage wurden beim so genannten W-Gebäude des Krankenhauses neue Umkleideräume für das Personal realisiert und der nördliche Zugang zum Gebäude neu gestaltet.

Zweiter Umkleidetrakt

Im Mai 2012 wurden die neuen unterirdischen Umkleidelokale fertig gestellt und übergeben. Diese sind unterhalb der zukünftigen ''Magistrale'' angesiedelt.
Dieser zweite Trakt wird gemeinsam mit dem neuen Umkleideblock im W-Gebäude sowie den geplanten Umkleiden im ersten Untergeschoss der neuen Klinik und den renovierten Umkleiden im bestehenden Krankenhaus eine gleichmäßige, entlang einer barizentrischen Achse verteilte, Struktur von Umkleideräumen bilden, die den vorgesehenen Bedarf für 3.400 Krankenhausangestellte decken wird.

Neue Klinik

Die derzeit im Bau befindliche neue Klinik bildet das Kernstück der ersten Phase.
Das Gebäude hat fünf oberirdische und zwei unterirdische Geschosse. Einige der wichtigsten Krankenhausabteilungen werden in der neuen Klinik untergebracht, unter anderem die Publikums- und Patientendienste wie Bank, Post, Geschäfte, Restaurant und Bar, die Poliambulatorien, die Erste Hilfe, die Radiodiagnostik, der Operationstrakt, die Intensivstation und die chirurgischen Bettenstationen.
Als erster Bauschritt zur Realisierung der neuen Klinik wurde ein neuer unterirdischer Verbindungskanal für die Fußgänger, den automatischen Warentransport und die technischen Anlagen realisiert.
Die Struktur wird innerhalb Ende 2016 fertig gestellt.

Zentrum logistische Dienste

Parallel zur Realisierung der neuen Klinik ist der Bau des neuen Zentrums logistischer Dienste mit den Ver- und Entsorgungsdiensten der Waren, dem Zentrallager, dem Medikamentenlager, der Zentrale für die automatische Warentransportanlage, den Werkstätten sowie die Erschließung aller anderen Krankenhausstrukturen durch unterirdische, technische Tunnels beim W-Gebäude geplant.

Im westlichen Krankenhausareal ist die Realisierung eines neuen radiotherapeutischen Zentrums vorgesehen. Dies um den steigenden Bedarf dieses Dienstes, der zurzeit mittels Konventionen in privaten Strukturen oder Strukturen außerhalb des Landes (Innsbruck, Trient) durchgeführt wird, zu decken.

''Magistrale''

Die Realisierung der Achse ''Magistrale'' zwischen der neuen Klinik und dem bestehenden Krankenhaus vervollständigt die erste Bauphase. Diese garantiert ab Ende 2016 eine gute logistische Verbindung zwischen der neuen und der bestehenden Struktur und somit eine zeitgemäße Funktionalität des Krankenhauskomplexes.

Umbau der Bettenstationen

Die Umbauphase des bestehenden Krankenhauses ist im Jahr 2008 mit der Planung der Bettenstationen in den Stockwerken 4 bis 8 des Hauptgebäudes gestartet.
Um den Patienten ein den modernen Krankenhausstandards entsprechendes Komfortniveau zu garantieren, sind auch im bestehenden Krankenhaus Ein- bzw. Zweibettzimmer mit eigener Nasszelle – Bad und Toilette sowie die Klimatisierung aller Räumlichkeiten vorgesehen. Die haustechnischen Komponenten der bestehenden Struktur werden aus Platzgründen auf das Dach des Gebäudes verlegt.

Umbau der restlichen Strukturen

Der Umbau der restlichen Gebäude des bestehenden Krankenhauses (Platte, Südflügel, Mehrzweckgebäude, W-Gebäude) kann nach Inbetriebnahme der neuen Klinik und der Übersiedlung aller Dienste, die im neuen Gebäude untergebracht werden, in Angriff genommen werden.
Die vollständige Neuorganisation der Krankenhausstruktur in Bozen sieht im bestehenden Komplex hauptsächlich die medizinischen Abteilungen und Dienste vor.
Um eine bessere, rationale Organisation der Dienste zu schaffen, werden in den oberen Stockwerken die Bettentrakte untergebracht. In den unteren Ebenen werden das Day-Hospital und die Day-Surgery, die Ambulatorien sowie die Funktionsdiagnostik Platz finden.

Infrastrukturen und ''saubere'' Energie

Die Erweiterung und der Umbau des Krankenhauses bringen die notwendige Verstärkung der energetischen Versorgungsnetze sowie der Wasserversorgungs- und -entsorgungsnetze mit sich. Zudem müssen durch eine Reihe von Eingriffen innerhalb des Krankenhausareals die technischen Zentralen und die Verteilungslinien der technologischen Anlagen renoviert, angepasst und verstärkt werden.
Das Krankenhaus Bozen wird in Zukunft an das Fernheiznetz angeschlossen. Zudem soll die thermische Energie aus der neuen Restmüllverwertungsanlage, die derzeit in Bozen-Süd gebaut wird und in das Fernheiznetz fließt  für die Heizwärme im Winter sowie die Kühlung im Sommer genutzt werden. Damit können die Richtlinien des derzeit in Ausarbeitung befindlichen Klimaplans eingehalten und ein wesentlicher Beitrag zur Senkung der Kohlendioxydemissionen geleistet werden.

 

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