Berufliche Anerkennung

Berufliche Anerkennung

Anerkennung der ausländischen beruflichen Befähigungsnachweise in Italien

Ausländische berufliche Befähigungsnachweise werden auf Grund der Richtlinien 2005/36/EG und 2013/55/EG von den dafür zuständigen Ministerien anerkannt. Es handelt sich nicht um die Anerkennung eines Studientitels (akademische Anerkennung), sondern um eine berufliche Anerkennung.

Der Beruf muss in Italien reglementiert sein. Beim Anerkennungsverfahren werden Dauer und Inhalte der Ausbildung und die eventuelle Berufserfahrung überprüft. Anpassungsmaßnahmen sind möglich. Die Bewerberin bzw. der Bewerber kann zwischen Prüfungen und Praktika wählen.

Liste der reglementierten Berufe in Italien:(Externer Link)

Wenn Sie nur vorübergehend Dienste in einem EU-Land (Externer Link) erbringen möchten, brauchen Sie keinen Antrag auf Anerkennung Ihrer Berufsqualifikationen zu stellen. Sie müssen jedoch möglicherweise in Ihrem Zielland vorab eine schriftliche Erklärung (auf Papier oder in elektronischer Form) abgeben. Sie müssen aber zunächst in Ihrem Heimatland niedergelassen sein. Wenn Ihr Beruf wesentliche Auswirkungen auf Gesundheit oder Sicherheit hat, prüft Ihr Gastland eventuell im Vorfeld Ihre Qualifikationen.

Am besten erkundigen Sie sich bei der Kontaktstelle für die Anerkennung von Berufsqualifikationen (Externer Link) im Gastland.

Wer sich hingegen für die Anerkennung von Universitäts- und Schulabschlüssen intertessiert, findet auf diesen Seiten weitere Informationen.

Anerkennung von Berufsqualifikationen in Südtirol

Die Ausübung bestimmter Berufe in den Bereichen Handwerk, Handel und Dienstleistungen (Kfz-Gewerbe, Installationsgewerbe, Kaminkehrer/in, Nahrungsmittelgewerbe, Detailhandel mit Lebensmitteln, Hygiene- und Körperpflegegewerbe, Handelsagent/in und Handelsvertreter/in) ist in Südtirol reglementiert. Eine Berufsausübung ist ohne Anerkennung der beruflichen Qualifikation durch die Abteilung Wirtschaft nicht möglich. Zuständig für die Anerkennung ist das Amt für Handwerk und Gewerbegebiete der Abteilung Wirtschaft (vanessa.wiebelt@provinz.bz.it, Tel. 0471 413649).

Für die Anerkennung von ausländischen Gesellen- und Meisterbriefen im Handwerk und Handel sind Sie beim Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung der Landesdirektion deutschsprachige Berufsbildung an der richtigen Stelle. Im Regelfall werden Lehrabschlusszeugnisse, die in Österreich, Deutschland und der Schweiz erworben wurden, mit dem entsprechenden Lehrabschlusszeugnis in Südtirol gleichgestellt. Das Amt ist auch für die Anerkennung von Gesellen- und Meisterbriefen aus anderen Ländern zuständig.
77 in Österreich abgeschlossene Berufsausbildungen (Lehrabschlussprüfungen) sind aufgrund eines bilateralen Berufsbildungsabkommens gleichgehalten und werden in Südtirol automatisch anerkannt (die Tabelle mit den gleichgestellten Lehrabschlusszeugnissen finden Sie hier).
Das neue Berufsbildungsabkommen zwischen Südtirol und Österreich, welches voraussichtlich im Frühjahr 2018 in Kraft treten wird, beinhaltet die Gleichhaltung von insgesamt 130 Lehrabschlussprüfungszeugnissen, davon 53 neue bzw. neu geordnete Lehrberufe, und 32 Meisterprüfungen sowie die Prüfungsteile Unternehmensführung und Berufspädagogik.

Die Anerkennung von Berufsqualifikationen im Bereich Tourismus (Fremdenführer/in und Reiseleiter/in, Berg- und Skiführer/in, Wanderleiter/in, Reisebüroleiter/in, Skilehrer/in) und die Anerkennung der ausländischen Berufserfahrung in gastgewerblichen Betrieben zum Zweck der Erlangung des erforderlichen beruflichen Befähigungsnachweises zur Führung von gastgewerblichen Betrieben (Hotels, Restaurants, Bars), gemäß des Dekret des Landeshauptmanns Nr. 41/2007 fällt in den Aufgabenbereich des Funktionsbereichs Tourismus.

Eine im Ausland erworbene fachliche Befähigung zur Ausübung des Berufs der Skilehrerin/des Skilehrers kann laut Landesgesetz vom 19. Februar 2001, Nr. 5 in Südtirol gleichgestellt werden.

Die zeitweilige und gelegentliche Berufsausübung auf Landesebene seitens jener EU-Bürger/innen, welche eine Berufsqualifikation in den Bereichen Handwerk, Handel und Dienstleistungen (Kfz-Gewerbe, Installationsgewerbe, Kaminkehrer/in, Nahrungsmittelgewerbe, Detailhandel mit Lebensmitteln, Hygiene- und Körperpflegegewerbe, Handelsagent/in und Handelsvertreter/in) oder im Bereich Tourismus (Skilehrer/in, Berg- und Skiführer/in, Wanderleiter/in, Fremdenführer/in und Reiseleiter/in) in anderen EU-Staaten erworben haben, kann unter der Voraussetzung gestattet werden, dass eine vorhergehende Mitteilung an das zuständige Landesamt erfolgt und sie in Übereinstimmung mit dem gesetzesvertretenden Dekret Nr. 206/2007 und den Bestimmungen zur Umsetzung der Europäischen Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen steht.

Im Sinne des Dekrets des Präsidenten der Republik Nr. 197/1980 darf die Autonome Provinz Bozen Gleichwertigkeitserklärungen für Titel des nichtärztlichen Gesundheitsbereiches auf Landesebene erlassen. Die Gleichwertigkeitserklärung gilt nur innerhalb des Territoriums von Südtirol. Der Antrag um Gleichwertigkeitserklärung von Berufsausbildungen im Gesundheitswesen für EU-Bürgerinnen und Bürger wird an das Amt für Gesundheitsordnung (elena.kostner@provinz.bz.it, Tel. 0471 418148) gestellt.

Gemäß Artikel 9 des Landesgesetzes vom 30. April 1991, Nr. 13 "Neuordnung der Sozialdienste in der Provinz Bozen", kann die Autonome Provinz Bozen Ausbildungsnachweise, welche im In- oder Ausland erworben wurden, für den Zugang zu den Berufsbildern in den Sozialdiensten anerkennen.
Diese Anerkennung gilt nur in Südtirol. Das Ansuchen muss an die Abteilung Soziales, Dienststelle für Personalentwicklung gestellt werden.

Die Europäische Richtlinie 2013/55/EU, welche mit Gesetzesverordnung vom 28. Januar 2016, Nr. 15 in Italien umgesetzt wurde (siehe staatliches Amtsblatt G.U. vom 09.02.2016, Nr. 32), ändert und ergänzt die Richtlinie 2005/36/EU.

Sie führt unter anderem den Europäischen Berufsausweis ein.

Der Europäische Berufsausweis EBA (European Professional Certificate) ist kein echter Ausweis, sondern ein elektronisches Verfahren für die Anerkennung von Berufsqualifikationen zwischen den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Er ist der elektronische Nachweis, dass alle Verwaltungskontrollen über eine Berufsqualifikation und die Anerkennung derselben von Seiten des Aufnahmelands durchgeführt wurden, oder dass alle Voraussetzungen erfüllt sind, um vorübergehend im Aufnahmeland Dienstleistungen zu erbringen.

Momentan ist der EBA nur für folgende Berufe vorgesehen:

  • Krankenpfleger/in,
  • Apotheker/in,
  • Physiotherapeut/in,
  • Bergführer/in,
  • Immobilienmakler/in.

In jedem Mitgliedstaat der Europäischen Union gibt es SOLVIT-Stellen, die sich ausschließlich mit Problemen, die aufgrund einer fehlerhaften Anwendung des EU-Rechtes durch Behörden in den EU-Mitgliedstaaten entstehen, befassen. Ihre Beschwerden können online übermittelt werden.

Auf der Internetseite der Europäischen Kommission finden Sie unter Kontakt die SOLVIT-Stellen der europäischen Länder.