Zulassungstitel zur Lehrtätigkeit

Zulassungstitel zur Lehrtätigkeit

Die Anstellung als Lehrperson an Schulen staatlicher Art erfolgt über Schul- und Landesranglisten.
Für die Eintragung in die Schulranglisten ist ein italienischer oder ein anerkannter ausländischer Studienabschluss mit einer Dauer von mindestens 4 bzw. 5 Jahren Voraussetzung. Es besteht die Möglichkeit der Anerkennung gemäß Artikel 427, Absatz 4 des gesetzesvertretenden Dekrets vom 16. April 1994, Nr. 297 durch das Unterrichtsministerium (MIUR); dies gilt nur für den Unterricht an den deutschen und ladinischen Schulen Südtirols (Gesuchsvorlage).
Für die Eintragung in die Landesranglisten ist eine italienische Lehrbefähigung oder eine ausländische in Italien anerkannte Lehrbefähigung erforderlich.
Zuständig in Südtirol sind die Schulämter.

Die Zulassungstitel zu den Wettbewerbsklassen der Mittel- und Oberschulen sind im Dekret des Präsidenten der Republik Nr. 19/2016 und im Ministerialdekret Nr. 259 vom 9.05.2017, womit einige Änderungen vorgenommen wurden, enthalten.
Die Zulassungstitel zu den Wettbewerbsklassen der Mittel- und Oberschulen, die es nur in Südtirol gibt, sind im Beschluss der Landesregierung Nr. 1198/2016 aufgelistet.

Die Landesregierung hat mit Beschluss vom 18.12.2018, Nr. 1363 den Aufbau und die Rahmenbedingungen des universitären Lehrgangs für Integrationslehrpersonen für die deutschsprachigen und ladinischen Schulen in Südtirol sowie die notwendigen Voraussetzungen für die Verleihung der Lehrbefähigung für Integration durch die Autonome Provinz Bozen festgelegt. Die Wirksamkeit dieser Lehrbefähigung ist auf die deutschsprachigen bzw. die ladinischen Schulen der Autonomen Provinz Bozen beschränkt.

Im akademischen Jahr 2019/2020 beginnt der erste universitäre Lehrgang für Integrationslehrpersonen für die deutschsprachigen Mittel- und Oberschulen in Südtirol an der Freien Universität Bozen. Die Teilnahmegesuche müssen bis 25. Februar 2019 beim Referat für Inklusion der Deutsche Bildungsdirektion eingereicht werden.

Für die Zulassung zu den Wettbewerbsklassen der Berufsschulen in Südtirol ist das Amt für Personalaufnahme der Autonomen Provinz Bozen zuständig. Es gibt Wettbewerbsklassen, für welche ein fünfjähriges Hochschulstudium erforderlich ist, und Wettbewerbsklassen, für welche andere Zugangsvoraussetzungen vorgesehen sind.

Auf diesen Archivseiten sind Informationen zu den alten Wettbewerbsklassen an Mittel- und Oberschulen und den jeweiligen Zulassungstiteln der alten Studienordnung verfügbar.

Im Ausland erworbene Lehrbefähigungen zum Zwecke des Unterrichtens an Schulen staatlicher Art werden gemäß Richtlinie 2005/36/EG und 2013/55/EG anerkannt.

Beim Anerkennungsverfahren gilt der Grundsatz, dass man auf dem Anerkennungsweg nur jene Lehrbefähigungen erwerben kann, die der Antragsteller/die Antragstellerin auch im Herkunftsland (der Ausbildung) effektiv besitzt. Dieser Weg kann nur beschritten werden, sofern im Herkunftsland die volle Lehrerausbildung abgeschlossen wurde (z.B. abgeschlossenes Lehramtsstudium in Österreich oder erstes und zweites Staatsexamen in Deutschland).

Zuständig in Italien ist das Unterrichtsministerium.

Für die Erteilung der Lehrbefähigung nimmt das italienische Unterrichtsministerium eine inhaltliche Überprüfung der ausländischen Ausbildung vor. Sollten sich die Dauer oder die Inhalte der Ausbildung im Herkunftsland wesentlich von der Ausbildung in Italien unterscheiden, ist allerdings damit zu rechnen, dass das Unterrichtsministerium "Kompensationsmaßnahmen" verlangen wird, welche in Form von Eignungsprüfungen oder Anpassungslehrgängen abzuleisten sind.

Das Gesetz Nr. 107/2015 hat dem Land Südtirol die Befugnis übertragen, an Stelle des Unterrichtsministeriums in Rom die Anerkennung der in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union erworbenen Lehrbefähigung für den Unterricht an den Schulen in Südtirol vorzunehmen. Das Land kann somit die von einem EU-Staat ausgestellte Lehrbefähigung für jene Wettbewerbsklassen anerkennen, die nur in der Provinz Bozen bestehen, für alle Wettbewerbsklassen an deutschen Schulen und für jene Fächer, die an ladinischen Schulen in deutscher Sprache unterrichtet werden.

Das Gesuch um Anerkennung der ausländischen Lehrbefähigung muss an die jeweilige Bildungsdirektion gerichtet werden: an die Deutsche Bildungsdirektion für den Unterricht an den Schulen mit deutscher Unterrichtssprache (Gesuchsvorlage), an die Ladinische Bildungs- und Kulturdirektion für die Schulen der ladinischen Ortschaften und an die Italienische Bildungsdirektion für das Fach Deutsch als zweite Sprache an den Schulen mit italienischer Unterrichtssprache (Gesuchsvorlage).
Das Gutachten wird von der schulämterübergreifenden Kommission ausgestellt.