Validierung und Zertifizierung von Kompetenzen

Viele Personen haben im Laufe ihres Lebens Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen in verschiedenen Situationen erworben. Damit diese zukünftig beruflich verwertbar sind, wird derzeit der Dienst zur Validierung und Zertifizierung von Kompetenzen aufgebaut.

Dieser Dienst wird zukünftig Bescheinigungen (Zertifikate und Validierungsdokumente) ausstellen, die auf staatlicher und europäischer Ebene anerkannt werden.

ANMERKUNG: Diese Bescheinigungen werden vorerst für Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen ausgestellt, die in einem Lehrgang der beruflichen Weiterbildung an den Landesberufs- und Fachschulen erworben werden. Der jeweilige Lehrgang muss sich auf eine „berufliche Qualifikation“ beziehen, die im Landesverzeichnis der Abschlusstitel des Bildungssystems und der beruflichen Qualifikationen* enthalten ist.

Eine Steuerungsgruppe des Landes bestimmt jährlich auf der Grundlage von Arbeitsmarkt- und Bildungserfordernissen, in welchen Sektoren der Dienst auch ohne Teilnahme an einem Lehrgang innerhalb der Beruflichen Weiterbildung erfolgen kann. Dies kann vor allem in jenen Wirtschaftsbereichen der Fall sein, in denen Fachkräfte fehlen. Dies vorausgeschickt, besteht der Dienst zur Validierung und Zertifizierung aus folgenden vier Phasen:

1. Information und Zugang zum Dienst
2. Feststellung
3. Bewertung und
4. Bestätigung.

1. Information und Zugang zum Dienst

Interessierte Personen erhalten ausführliche Informationen über Abläufe, Regelungen, mögliche Ergebnisse und die Bedeutung der Zertifizierung/Validierung. Nach dem ersten Kontakt soll klar sein, ob die Voraussetzungen für ein Ansuchen gegeben sind. Ist dies der Fall, wird der entsprechende Antrag entgegengenommen.

2. Feststellung

In dieser Phase wird das in formalen, nicht formalen und informellen Situationen Erlernte (Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen) festgestellt, dokumentiert und formalisiert.

3. Bewertung

In der Bewertungsphase wird eine eigens ernannte Landeskommission

  • die in der Feststellungsphase erstellte Dokumentation sowie
  • die gezeigte Leistung im Rahmen eines mündlichen Fachgesprächs, einer Projektarbeit oder einer Arbeitsprobe überprüfen und bewerten.

 

Nach Abschluss dieser Phase und auf der Grundlage der Bewertungsergebnisse erhalten die Personen:

  • ein Zertifikat, wenn alle Kompetenzen der beruflichen Qualifikation nachgewiesen werden;´
  • ein Validierungsdokument, wenn einzelne Kompetenzen einer beruflichen Qualifikation nachgewiesen werden.

Fehlende Kompetenzen für den Erhalt einer beruflichen Qualifikation (Zertifikat) können innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren nach Ausstellung des Validierungsdokuments nachgewiesen werden.

4. Bestätigung

In dieser Phase wird das Zertifikat oder das Validierungsdokuments verfasst, ausgestellt und registriert.

HINWEIS: Phase 1 und Phase 2 entfallen bei der Validierung/Zertifizierung von Kompetenzen, die durch die Teilnahme an Lehrgängen der beruflichen Weiterbildung erworben werden. Hier ist eine Zertifizierung bereits heute möglich.

 

*Landesverzeichnis der Abschlusstitel des Bildungssystems und der beruflichen Qualifikationen der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol

  • definiert und klassifiziert jene Berufsbilder sowie berufliche Qualifikationen und Kompetenzen, die in der Südtiroler Arbeitswelt vorhanden und in 24 Wirtschafts- und Berufssektoren zusammengefasst sind;
  • ist der Bezugspunkt für die Validierung und Zertifizierung von Kompetenzen, die anerkannt werden können.

Detaillierte Informationen über Berufsbilder/berufliche Qualifikationen und ihre Merkmale finden sich im „Atlas der Arbeit und der Qualifikationen“ – nur in italienischer Sprache verfügbar (https://atlantelavoro.inapp.org/atlante_repertori.php).

 

Rechtsgrundlagen

Landesgesetz Nr. 40 vom 12. November 1992

Beschluss der Landesregierung vom 18. Dezember 2018, Nr. 1387

Gesetzesvertretendes Dekret vom 16. Januar 2013, Nr. 13  (nur in italienischer Sprache)

Dekret des Ministers für Arbeit und Sozialpolitik im Einvernehmen mit dem Bildungsministerium vom 30. Juni 2015 (nur in italienischer Sprache)

Dekret des Ministers für Arbeit und Sozialpolitik im Einvernehmen mit dem Bildungsministerium vom 8. Jänner 2018 (nur in italienischer Sprache)

Empfehlung des Rates der Europäischen Union 22. Mai 2017

Verantwortliche Einrichtungen

Landesdirektion deutschsprachige Berufsbildung - Koordinationsstelle Berufliche Weiterbildung

Brigitte Kelderer Tel. 0471 41 69 17, brigitte.kelderer@provinz.bz.it

Christian Tecini Tel. 0471 41 69 26, christian.tecini@provinz.bz.it

Landesdirektion italienischsprachige Berufsbildung

Elena Gerolimon Tel. 0471 41 44 05, elena.gerolimon@provincia.bz.it