Bildungskonzept der Berufsschulen

Aufgaben einer zeitgemäßen Berufsbildung

Die Aufgabe der Berufsbildung sind die berufliche Orientierung, die berufliche Grundausbildung, die Spezialisierung und die berufliche Weiterbildung von Jugendlichen sowie die berufliche Weiterbildung von Erwachsenen. Als weiterführendes Bildungssystem erweitert die Berufsbildung berufs- und handlungsorientiert zunächst die in der Mittelschule erworbene Allgemeinbildung. Weiterführend sind ihre Lerninhalte dann zunehmend auf die Erfordernisse der Berufs-, Arbeits- und Lebenswelt ausgerichtet.
Eine Berufsausbildung soll zur kompetenten und qualifizierten Bewältigung der Aufgaben im Berufsleben befähigen. Gleichzeitig vermittelt sie damit auch Handlungskompetenzen zur Mitgestaltung gesellschaftlicher Entwicklungen in humaner, sozialer und ökologischer Verantwortung vermitteln.

Jugendliche werden in der Entwicklung der Persönlichkeit gefördert und zur sozialen Teilhabe befähigt. Beide sind in der flexiblen Erwerbsgesellschaft unabdingbare Voraussetzungen für nachhaltige Beschäftigbarkeit und für die individuelle Sicherung des Lebensunterhalts. Ermöglicht wird dies durch die Verschränkung von Allgemeinbildung und beruflicher Qualifikation, deshalb zielt die Berufsbildung besonders auf die Vermittlung

  • von beruflichen Grundqualifikationen im Rahmen von Berufsbildern
  • einer flexiblen und weiterbildungsorientierten Berufshaltung und
  • einer kritischen Urteilsfähigkeit.

In der beruflichen Grundqualifikation verbinden sich die berufsfachlichen Kompetenzen mit allgemeinen Kenntnissen, Fähigkeiten und Haltungen humaner und sozialer Art. Sie bilden die Basis einer rundum kompetenten Berufstätigkeit. Auf diesen Voraussetzungen bauen die berufliche Spezialisierung, die Höhere Technische Bildung (HTB) sowie die Weiterbildung auf.
Eine flexible und weiterbildungsorientierte Berufshaltung befähigt zu individuell befriedigenden und durchdachten Lösungen für und Antworten auf die Anforderungen, welche die sich rasch und ständig verändernden Arbeitsprozesse in der Wirtschaft stellen. So wird auch jeder Einzelne besser in die Lage versetzt, selbst Verantwortung für seine Beschäftigbarkeit übernehmen.
Die kritische Urteilsfähigkeit ermöglicht eine verantwortliche Lebensgestaltung, welche zur demokratischen Gesellschaftsentwicklung beiträgt, das kollektive Toleranzvermögen im Zusammenwachsen der Völker Europas stärkt und die ökologischen Lebensgrundlagen schützen hilft. Kritische Urteilsfähigkeit erfordert soziale Erfahrungen. Diese werden im handlungsorientierten Ansatz der Berufsbildung ebenso gefördert wie das Erfahren von Werten und ihre Reflexion.