Maturaführende Lehrgänge

Wer die Matura über die Berufsbildung erreichen möchte, muss nach der Berufsausbildung einen maturaführenden Lehrgang an einer berufsbildenden Schule besuchen. Dies ist ohne Altersbegrenzung möglich in Form eines Vollzeitschuljahres (einjähriger maturaführender Lehrgang). Eine andere Möglichkeit ist der Abschluss eines zweijährigen Lehrvertrages mit berufsbegleitendem Schulbesuch (maturaführender zweijähriger berufsbegleitender Lehrgang). Hier besteht eine Altersbegrenzung: Der Abschluss des Lehrvertrages ist nur zum Alter von 24 Jahren + 364 Tagen möglich.

Voraussetzung:

Wenn Sie eine vierjährige berufliche Grundausbildung entweder in einer Fachschule oder in Form einer Lehre absolviert haben, können Sie um Zulassung zum maturaführenden Lehrgang an den berufsbildenden Schulen ansuchen.

Absolventen einer Lehre haben im Zulassungsverfahren einen zusätzlichen Test in Italienisch, Englisch und Betriebswirtschaftslehre zu absolvieren.

Zulassungsverfahren:

Interessierte bewerben sich innerhalb 15. März jeden Jahres bei der für den gewünschten Lehrgang zuständigen Schule um die Zulassung zum Zulassungsverfahren und reichen folgende Unterlagen ein:

  • Europäischer Lebenslauf (nur wenn nach Erwerb des Berufsbildungsdiploms zusätzliche Ausbildungen oder Arbeitserfahrungen gesammelt wurden)
  • Berufsbildungsdiplom
  • Jahreszeugnis des 4. Berufsschuljahrs
  • Eventuelle Bestätigungen und Dokumentation über Arbeitserfahrungen und soziale Tätigkeiten, sofern sie mit dem einjährigen Lehrgang in Zusammenhang stehen.

Die Unterlagen werden von einer vom Landesdirektor für die deutschsprachige Berufsbildung ernannten Kommission überprüft. Entsprechen sie den Vorgaben, wird der Antragsteller bzw. die die Antragstellerin zum Zulassungsverfahren zugelassen.

Das Zulassungsverfahren besteht aus

  1. jeweils einem Kompetenztest in Deutsch und Mathematik
  2. der Bewertung der Nachweise (Jahreszeugnis der 4. Klasse und Endnote des Berufsbildungsdiploms)
  3. der Bewertung außerschulisch erworbener Kompetenzen (Zertifikate und Kompetenznachweise)
  4. einem Bewerbungsgespräch
  5. zusätzlich für Absolventen einer Lehre: mündlicher Test in Italienisch, Englisch und Betriebswirtschaftslehre

Im Laufe des Monats April finden die Kompetenztests in Deutsch und Mathematik statt. Hier wird ermittelt, ob die sprachlichen und mathematischen Grundvoraussetzungen vorliegen, um die Anforderungen des einjährigen Lehrgangs zu bewältigen. Die Tests werden zentral erstellt und bewertet.

Zum abschließenden Zulassungsgespräch wird eingeladen, wer die nötige Gesamtpunktzahl erreicht. Sie besteht aus

  • der erforderlichen Mindestpunktezahl bei den Kompetenztests in Deutsch und Mathematik
  • den Punkten für das Jahreszeugnis der 4. Klasse und der Endnote des Berufsbildungsdiploms
  • den Punkten für die außerschulischen Tätigkeiten.

Über die Einzelheiten des Verfahrens werden die Bewerberinnen und Bewerber rechtzeitig schriftlich informiert.

Nach Bestehen des Zulassungsverfahrens könnnen sich die Bewerberin bzw. der Bewerber für den jeweiligen Vorbereitungslehrgang anmelden.

In Südtirol gibt es die einjährigen maturaführendnen Lehrgänge in folgenden Fachbereichen:

  • Industrie und Handwerk
  • Verwaltung, Handel, Tourismus und personenbezogene Dienstleistungen
  • Sozialdienste
  • Landwirtschaft

Die Lehrgänge werden hier angeboten: Liste mit Standorten und Fachrichtungen.

Inhalte

Der Lehrpläne sind in diese Lernbereiche gegliedert:

  • Sprachen
  • Mathematik, Wissenschaft und Technologie
  • Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft
  • Berufsfachlicher Lernbereich

Die Lernziele sind entsprechend den Besonderheiten der Berufsbildung nach Kenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen gesetzt.

Die Inhalte der Lernbereiche Sprachen, Mathematik, Wissenschaft, Technologie, Geschichte, Gesellschaft und Wirtschaft bauen auf den bis dahin (Berufsbildungsdiplom - 4. Jahr) erworbenen Kompetenzen auf. Hier werden auch die Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen vermittelt. (Nach einer Empfehlung des EU-Parlamentes und des Europarates)

Dauer der Lehrgänge

Einjährige Lehrgänge in Vollzeit umfassen mindestens 990 Stunden Unterricht

Berufsbegleitenden Lehrgänge (Link) über zwei Jahre umfassen mindestens 1.020 Stunden Unterricht.

In beiden Fällen gilt: Davon sind

  • mind. 70 % der Zeit für die Lernbereiche Sprachen, Mathematik, Wissenschaft, Technologie, Geschichte und Wirtschaft vorgesehen.
  • mind. 20 % der Zeit für den berufsfachlichen Lernbereich vorgesehen.
  • 10 % der Zeit laut Landeslehrplänen je nach Bereich fachlich zu nutzen.

Den maturaführenden berufsbegleitenden Lehrgang können Sie auch berufsbegleitend absolvieren. Der Besuch dauert zwei Schuljahre (4 Semester).

Voraussetzungen:

  • Gesellenbrief in einem 4-jährigen Lehrberuf (4 Jahre Schule) oder Diplom einer 4-jährigen Berufsfachschule
  • Bestandenes Zulassungsverfahren
  • Abschluss eines Lehrvertrags innerhalb 1. September
  • Höchstalter 24 Jahre (+364 Tage)

Lehrgangsbesuch:

» 1., 2. und 3. Semester: Freitag + Samstag
» 4. Semester: Donnerstag, Freitag + Samstag

Zugelassene Lehrberufe (Gesellenbrief oder entsprechendes Diplom einer 4-jährigen Fachschule):

  • Elektrotechniker
  • Kommunikationstechniker
  • Maschinenbaumechaniker
  • Maurer
  • Mechatroniker
  • Mediengestalter - digital und print
  • Mediengestalter -Technik
  • Schlosser
  • Schmied
  • Steinbildhauer
  • Tischler
  • Werkzeugmacher
  • Zimmerer
  • Bau- und Galanteriespengler
  • Installateur von Heizung und sanitären Anlagen
  • Kälte- und Klimatechniker
  • Karosseriebauer
  • KFZ-Mechatroniker
  • Landmaschinentechniker
  • Maler und Lackierer

Lehrvertrag:

Wer den zweijährigen berufsbegleitenden maturaführenden Lehrgangs besuchen will, muss außerdem innerhalb 1. September des Jahres, in dem der Lehrgang beginnt, einen speziellen Lehrvertrag abschließen.

Es ist dies ein „Arbeitsvertrag der „Lehre zum Erwerb des Diploms der staatlichen Abschlussprüfung“ (sogenannte Matura-Lehre).

Arbeitsrechtlich handelt es sich um einen Lehrvertrag des Typs A. Der Vertrag kann abgeschlossen werden, sobald die Berufsschule bestätigt, dass der Lehrgang startet.

Der Lehrvertrag endet üblicherweise mit der Maturaprüfung bzw. nach zwei Jahren. Er kann um bis zu ein Jahr verlängert werden, wenn der Lehrling am Ende der zwei Jahre das Maturadiplom noch nicht erworben hat.

Für diese sogenannte Matura-Lehre sind dieselben Reduzierungen bei den Sozialabgaben vorgesehen wie für die traditionelle Lehre.

Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin ist verpflichtet, den Lehrling für den Lehrgangsbesuch freizustellen. Bricht der Lehrling den Lehrgangsbesuch ab, muss das Lehrverhältnis aufgelöst bzw. in eine andere Form des Arbeitsverhältnisses umgewandelt werden.

Die Vergütung des Lehrlings ist kollektivvertraglich geregelt. Bisher wurde der entsprechende Kollektivvertrag für die Bereiche Handwerk und Industrie abgeschlossen.

Lehrgangsort, weitere Informationen und Anmeldung:

Landesberufsschule für Handwerk und Industrie
Romstraße 20
39100 Bozen
Frau Rosy Piaia,  Tel.: 0471 540 703, E-Mail.: rosy.piaia@schule.suedtirol.it

Fachbereiche der Lehrgänge

In Südtirol gibt es die maturaführenden Lehrgänge in folgenden Bereichen:

  • Industrie und Handwerk
  • Verwaltung, Handel, Tourismus und personenbezogene Dienstleistungen
  • Sozialdienste
  • Landwirtschaft

Lernbereiche der Lehrgänge

  • Sprachen
  • Mathematik, Wissenschaft und Technologie
  • Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft
  • Berufsfachlicher Lernbereich

Die Lernziele (zu erwerbende Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen) orientieren sich an den Besonderheiten der Berufsbildung.

Die Inhalte der Lernbereiche Sprachen, Mathematik, Wissenschaft, Technologie, Geschichte, Gesellschaft und Wirtschaft bauen auf den in einer Lehre oder einen Fachschulbesuch (Berufsbildungsdiplom - 4. Jahr) erworbenen Kompetenzen auf.

Die Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen werden auch in diesen Lernbereichen vermittelt (gem. Empfehlung des EU-Parlamentes und des Europarates).

Die Inhalte des berufsfachlichen Lernbereichs festigen und vertiefen die Kenntnisse und Fähigkeiten, die für eine spezialisierte Fachkraft kennzeichnend sind. Auch hier basiert die Weiterentwicklung auf den Lernergebnissen des 4. Jahres (Berufsbildungsdiplom).

Stundenumfang der Lehrgänge

Einjährige Lehrgänge in Vollzeit: mindestens 990 Stunden Unterricht

Berufsbegleitende Lehrgänge über zwei Jahre: mindestens 1.020 Stunden Unterricht.

Für beide Formen sind

  • mind. 70 % der Zeit für die Lernbereiche Sprachen, Mathematik, Wissenschaft, Technologie, Geschichte und Wirtschaft vorgesehen.
  • mind. 20 % der Zeit für den berufsfachlichen Lernbereich vorgesehen.
  • 10 % der Zeit laut Landeslehrplänen je nach Bereich fachlich zu nutzen.