Maturaprüfung

Die staatliche Abschlussprüfung an einer Berufsschule oder Fachschule besteht wie an einer staatlichen Oberschule aus drei schriftlichen Prüfungen und einem Prüfungsgespräch.

Sie wird von einer von der autonomen Provinz Bozen - Südtirol ernannten Kommission abgenommen.

Die erste und zweite Prüfungsaufgabe werden jährlich vom Ministerium für Bildung, Universität und Forschung auf Vorschlag der autonomen Provinzen Trient und Bozen – Südtirol festgelegt.

Schriftliche Prüfung

Die erste schriftliche Prüfung ist die gleiche wie an den staatlichen Oberschulen.

Die zweite (schriftliche) Prüfung kann schriftlich, graphisch oder kombiniert schriftlich-graphisch gestellt werden. Sie betrifft einen der Lernbereiche, die nicht Gegenstand der ersten schriftlichen Prüfung waren.

Die dritte schriftliche Prüfung bezieht sich auf Kompetenzen, die durch den beruflichen Weg zur Matura erworben wurden.

Sie besteht aus zwei Teilen:

1. Teil: Prüfung der Kompetenzen in Mathematik, Wissenschaft, Technologie und die berufsfachlichen Kompetenzen in schriftlicher oder graphischer From oder alternativ mit einer Werkstattaufgabe (Laboraufgabe)

  • rasch lösbare Probleme in Bezug auf den Fachbereich und auf die vom Kandidaten durchgeführten Übungen in den Lernbereichen des einjährigen Lehrgangs
  • Analyse praktischer und berufsbezogener Fälle in Bezug auf den Fachbereich,
  • kurze Behandlung von Schwerpunktthemen

Fragen mit Einzel- oder Mehrfachantworten.

2. Teil: Prüfung der sprachlichen Kompetenzen in der Zweitsprache.

Die sprachlichen Kompetenzen werden anhand einer kurzen schriftlichen Erörterung eines Themas geprüft. Der Kandidat/die Kandidatin wählt das Thema aus vorgeschlagenen Themen aus. Sie stehen in Zusammenhang mit dem Fachbereich. Gleichzeitig werden in der autonomen Provinz Bozen – Südtirol die Zweitsprachkenntnisse geprüft.

Prüfungsgespräch

Beim Prüfungsgespräch

  • stellt der Kandidat/die Kandidatin ein im Vorbereitungslehrgang entwickeltes Arbeitsprojekt vor und
  • werden die schriftlichen Prüfungsaufgaben sowie Themen aus mehreren, im Lehrgang behandelten Bereichen besprochen

Damit beweist der Prüfungskandidat/die Prüfungskandidatin

  • anhand des Arbeitsprojektes (working project) seine/ihre berufsbezogen-technischen Kompetenzen in Bezug auf den Lehrgang,
  • seine/ihre Fähigkeit, den gewählten Ablauf der Projektarbeit zu kommentieren und zu begründen,
  • seine/ihre Fähigkeit, die schriftlichen Prüfungsaufgaben zu besprechen und Schlussfolgerungen zu ziehen,
  • dass er/sie im Vorbereitungslehrgang Kenntnisse zu fächerübergreifenden Themen erworben hat.

Das Abschlussdiplom entspricht jenem der staatlichen Lehranstalten und hat damit die gleiche Rechtswirkung.

Prüfungskommissionen

Die Autonome Provinz Bozen – Südtirol ernennt die Vorsitzenden und Mitglieder der Prüfungskommissionen gemäß der rechtlichen Vorgaben.LINK

Die Prüfungskommissionen bestehen aus:

  1. einem-/r externen Vorsitzenden.
    Er oder sie wird aus den Führungskräften der staatlichen Schulen der Oberstufe oder den Lehrkräften gewählt. Er bzw. sie muss seit mindestens zehn Jahren in die Stammrolle aufgenommen sein und in diesen Schulen Dienst leisten.
  2. höchstens sechs weiteren Mitgliedern. Drei dieser Mitglieder stammen aus der Bildungseinrichtung, in der der einjährige Lehrgang stattgefunden hat (interne Mitglieder), die anderen drei sind Lehrkräfte aus den berufsbildenden Schulen und/oder staatlichen Oberschulen (externe Mitglieder).

Die internen Kommissionsmitglieder werden von den zuständigen Klassenräten ernannt und unterrichten in Fächern oder Lernbereichen, die nicht von den externen Mitgliedern geprüft werden.