Prävention

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit ein „subjektives körperliches, geistiges, psychisches und soziales Wohlgefühl“, das immer wieder neu hergestellt werden muss.

Prävention

Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung in der Schule kann zu diesem Wohlgefühl beitragen, Lernen erleichtern und Schulabsentismus vorbeugen. Dies geschieht, indem die Persönlichkeit und die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler gestärkt, tragende Beziehungen gefördert und eine gesundheitsförderliche Schulwelt gestaltet wird.

Stärkung von Lebenskompetenzen

Lebenskompetenzen oder „Life-Skills“ sind Fertigkeiten zur allgemeinen Lebensbewältigung. Die WHO zählt hierzu die Selbstkenntnis, die Selbstakzeptanz, die Empathie, das kritische Denken, die Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit, die Fähigkeit, begründete Entscheidungen zu treffen, die Fähigkeit, Probleme zu lösen sowie die Gefühls- und Stressbewältigungsfähigkeit.

Lebenskompetenzförderung in der Schule bedient sich verschiedener Lebenskompetenzprogramme, welche die Entwicklung von Schutzfaktoren, Widerstandsressourcen und Bewältigungsstrategien in den Fokus nehmen. Sie setzen sowohl auf Informationsvermittlung als auch auf Trainings und werden von geschultem Lehrpersonal umgesetzt. Im Idealfall erfolgt dies über einen längeren Zeitraum.

Förderung von tragenden Beziehungen

Laut Hirnforschern wie Joachim Bauer, Gerald Hüther und Manfred Spitzer sind für die Entwicklung und Lernbereitschaft der Kinder maßgeblich verlässliche Beziehungen ausschlaggebend. Durch Zuwendung, Anerkennung, Wertschätzung können sie Zuversicht und Selbstvertrauen entwickeln. Wie gelingt dies? Indem die Lehrperson Beziehungsmodelle vorlebt. Sie:Puzzle Förderung von tragenden Beziehungen

Diese Aufzählung ließe sich noch um ein Vielfaches erweitern, deren zentrale Aussage bliebe jedoch dieselbe: „Wenn man Bildung will, muss man sich auf Bindung einlassen“. Und genau hier müssen Schule und Lehrperson ansetzen: Ist mein Unterricht bindungsfördernd gestaltet? Trete ich meinen Schülern und Schülerinnen so gegenüber, wie ich bin? Bin ich in der Lage, die Welt des Kindes zu sehen? Respektiere ich die Gefühlsregungen meiner Schülerinnen und Schüler? Kann ich sie verstehen?

Gestaltung einer gesundheitsförderlichen Schulwelt

Schulische Gesundheitsförderung impliziert auch die Etablierung gesunder räumlicher Verhältnisse. Hierzu zählen eine bewegungsfreudige Schulhofgestaltung, Ruheräume, Entspannungsinseln sowie eine positive Farbgebung in Klassenräumen, um nur einige Beispiele zu nennen. Weitere Aspekte, die das Wohlbefinden von Schülern und Schülerinnen erhöhen können, sind ein positives Schulklima, Mentoring- oder Tutoring-Programme sowie eine Gemeinschaftsorientierung mit institutionalisiertem Hilfeverhalten.
Nicht außer Acht zu lassen sind auch die Unterrichtsqualität und die Gestaltung von Lernumgebungen, in denen die Schülerinnen und Schüler im handelnden Umgang mit Wissen Kompetenzen erwerben und zeigen; sie sind bedeutende Aspekte, die zur Vorbeugung und Minderung von Schulabsentismus beitragen können.
Die Interessen und der lebensweltliche Kontext der Lernenden sollten bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden. Zudem brauchen die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, sich aktiv handelnd und selbstbestimmt in den Unterricht einzubringen.
Zusammenfassend leiten sich daraus folgende Ebenen der Prävention von Schulabbruch ab:

Graphik zur Prävention von Schulabbruch

 

Auch im Einvernehmensprotokoll zum Drop-Out haben die beteiligten Institutionen Maßnahmen im Sinne der Prävention erarbeitet.