Informationen für Eltern

Informationen für Eltern
Foto: Konrad Faltner

Kennen Sie das? Sie haben alles Mögliche bereits probiert, um Ihr Kind zum Schulbesuch zu bewegen: vom guten Zureden, dem Versprechen einer Belohnung, Betteln bis hin zum Drohen und Bestrafen. Trotzdem will oder kann es einfach nicht in die Schule gehen. Warum das Kind es nicht schafft, kann es oft selbst nicht eindeutig benennen. So bringt die Suche nach der Ursache dieses Verhaltens und nach Möglichkeiten darauf zu reagieren nicht selten die ganze Familie an die Grenze ihrer Belastung. Des Öfteren entsteht ein Teufelskreis der Schuldzuweisung zwischen den Lehrpersonen, dem Kind und Ihnen als Eltern.
Doch was kann man tun? Ein bedeutender erster Schritt sollte der gemeinsame Blick von Eltern und Schule auf das Kind und das Ziel sein, dass es - wie auch die anderen Kinder und Jugendlichen in seinem Alter - regelmäßig die Schule besucht.

Versuchen Sie bereits bei den ersten Anzeichen von Schulmüdigkeit oder -verweigerung zu verstehen, was hinter dem Symptom stehen könnte. Hat das Kind Ängste vor bestimmten Situationen? Macht es sich Sorgen um das Wohl eines Elternteils (oder beider) und kann deshalb das Haus nicht verlassen? Hat es aufgrund von ständigen schulischen Misserfolgen die Motivation an der Schule verloren? Gibt es eine organische Ursache für die Beschwerden? …
 
Versuchen Sie, die Situation möglichst breit zu erfassen, durch Gespräche mit dem Kind, mit den Lehrpersonen, mit der Schulführungskraft, anderen Eltern, den Mitschülerinnen und Mitschülern. Bei Bedarf kann der Einbezug der innerschulischen Unterstützungssyteme (Sozialpädagogen/ Sozialpädagoginnen, ZIB-Lehrpersonen, Schulsozialarbeit …) sowie der Schulberatung oder anderen externen Fachleuten (Psychologischer Dienst, Familienberatung …) sinnvoll sein. Durch die gemeinsame Situationsanalyse können bereits Lösungen und erste Vereinbarungen getroffen werden. Weiters können Sie gemeinsam klären, wer welchen Beitrag erbringen kann, um den Schüler oder die Schülerin zu unterstützen. Wenn Eltern und Schule „an einem Strang ziehen“, ist das auch für das Kind oder den Jugendlichen spürbar.
Hilfreich ist das Zutrauen in sich selbst als Eltern und das Zutrauen dem Kind gegenüber, dass es das Ziel schaffen kann und wird. Zeigen Sie Verständnis für die Schwierigkeiten des Kindes und ermutigen Sie es, trotzdem täglich aufs Neue in die Schule zu gehen. Das Kind braucht Ihre Stärke, Konsequenz und Zuversicht. Versuchen Sie sich immer wieder vor Augen zu halten, dass sich das schulabsente Verhalten verstärken und verfestigen kann, je länger Ihr Kind von der Schule fernbleibt.
Wenn es trotz allem nicht zum Schulbesuch zu bewegen ist oder über sehr starke Beschwerden (psychosomatisches Kopf- oder Bauchweh, Übelkeit …) klagt, sollte das Zuhausebleiben möglichst wie bei einer körperlichen Erkrankung und nicht durch angenehmere Beschäftigungen (spielen, fernsehen, Fahrrad fahren, im Internet surfen etc.) gestaltet werden.
Zögern Sie nicht, sich früh genug Hilfe zu holen, wenn Sie nicht mehr weiter wissen oder die Sorge um das Wohl des Kindes immer größer wird. Es kann in jeder Familie vorkommen, dass ein Kind, manchmal auch plötzlich und unerwartet, Schwierigkeiten zeigt, den täglichen Schulbesuch zu meistern.