Sexualpädagogik

"Sexualerziehung ist Erziehung zur Liebesfähigkeit." (Martin Furian)


Sexualität ist ein existentielles Grundbedürfnis des Menschen und wichtiger Bestandteil der Identität und der Persönlichkeitsentwicklung. Sexualerziehung ist nicht nur ein gesetzlicher Auftrag, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sexualerziehung beinhaltet neben der Vermittlung von biologischem Faktenwissen, vor allem die Lebenskompetenzförderung:

  • Förderung eines gesunden Körper- und Selbstwertgefühls
  • Ausbau von Kommunikations- und Handlungsmöglichkeiten
  • Entwicklung persönlicher Einstellungen und selbstbestimmter Verhaltensweisen
  • Entwicklung von Wahrnehmungs-, Reflexions- und Konfliktfähigkeit insbesondere zur Prävention von sexualisierter Gewalt

Das Thema Sexualität ist im schulischen Alltag in vielfältigen Formen präsent. Die Kinder und Jugendlichen sollen auf emotionaler Ebene begleitet werden und die Möglichkeit erhalten, in einem geschützten Rahmen sich mit verschiedenen Themen rund um Geschlechterrollen, Beziehungen, Lebensstile, Werthaltungen oder ethischen Zusammenhängen auseinanderzusetzen.

Im Kindergarten und in der Schule ergibt sich ein klarer Erziehungsauftrag, dem zugrunde liegt, dass Sexualerziehung ein Teil der Gesamterziehung und somit ganzheitliche Pädagogik ist.

Es gilt daher, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten und zu unterstützen. Dies bedeutet zum einen, die Aufmerksamkeit auf die Persönlichkeitsentwicklung und somit auf die Stärkung des Selbstwertes zu richten und zum anderen, die jungen Menschen im verantwortungsbewussten Umgang mit der eigenen Sexualität und mit ihren sexuellen Beziehungen zu bestärken. Eine alters– und entwicklungsgerechte Sexualerziehung gelingt dann, wenn Sexualität als wesentlicher Bestandteil von Gesundheit betrachtet wird.

Unterstützung der Lehrpersonen Schritt für Schritt:

  • Schaffen eines zusätzlichen Unterstützungsangebotes (Lehrpersonen als Multiplikatoren/Multiplikatorinnen)
  • Bedarfserhebung in der Klasse (Bedürfnisse und Lebensrealitäten verstehen)
  • Auswahl der Themen, Planung des Konzeptes
  • Auswahl passender Unterrichtsmaterialien
  • Planung und Durchführung eines Elternabends
  • Arbeit in der Klasse, eventuell auch durch Zuweisen von Expertinnen/Experten
  • Auswertung der Initiative und der Planung weiterer Schritte
  • Verleih eines Verhütungskoffers und des Bücherkoffers zum Thema
  • Medienliste, gemeinsam mit dem Amt für Film und Medien erstellt (Lebenskompetenzen (GS,MS,OS) und Sexualerziehung GS/MS)

Sexualpädagogische Begleitung für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung

Der Bereich Gesundheitsförderung bietet in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Lebenshilfe die „Sexualpädagogische Begleitung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung“ an. Dabei begleiten speziell ausgebildete Sexualpädagoginnen/Sexualpädagogen für einige Stunden die Schüler/Schülerinnen in ihrer Auseinandersetzung rund um die Themen Gefühle, Freundschaft und Liebe, Partnerschaft und Sexualität, bieten bei Bedarf biologische Aufklärung an und unterstützen die Lehrpersonen oder Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen für Integration bei speziellen Fragen.