Universitärer Lehrgang für Integrationslehrpersonen

Ausbildung für Integrationslehrpersonen der Mittel- und Oberschule

Im Wintersemester 2019/2020 startet der erste für Südtirol entwickelte universitäre Lehrgang für Integrationslehrpersonen an Mittel- und Oberschule an der Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen. Grundlage dafür ist ein Landesgesetz, das Südtirol ermöglicht, eigene Ausbildungslehrgänge einzurichten, sofern über den vom Staat vorgegebenen Pfad zu wenig Lehrpersonal ausgebildet werden kann. In enger Zusammenarbeit haben Deutsche und Ladinische Bildungsdirektion, Freien Universität Bozen und die universitäre Plattform Bildung und Lebenslanges Lernen  ein lokalspezifisches Ausbildungskonzept für Integrationslehrpersonen ausgearbeitet. Die Regelung gilt nur die deutschsprachigen und ladinischen Schulen, die Wirksamkeit der Lehrbefähigung für Integration ist auf Südtirol beschränkt.

Beschluss der Landesregierung 1363/2018 - Genehmigung zur Errichtung des Universitären Lehrgangs für Integrationslehrpersonen für die deutschsprachigen und ladinischen Schulen in Südtirol 

Halten Sie sich zu diesem Thema auf dem Laufenden, aktuelle Informationen werden wir hier veröffentlicht. Sollten sich Fragen ergeben, können Sie sich an das Referat Inklusion wenden.  

Studienplan und Kurskalender des ersten Lehrgangs ist voraussichtlich ab Ende Mai / Anfang Juni 2019 auf den Seiten der Freien Universität Bozen zu finden.

 

Allgemeine Informationen zum Lehrgang

Der berufsbegleitende Lehrgang hat in seinem ersten Durchgang die Ausbildung von Integrationslehrpersonen für die Mittel- und Oberschule zum Ziel. Er umfasst drei Module mit insgesamt 120 Kreditpunkten (ECTS), folgendermaßen aufgeteilt auf drei Jahre. Die neue Regelung betrifft nur die deutschsprachigen und ladinischen Schulen, Nach dem Abschluss vergibt die Autonome Provinz Bozen - Südtirol die Lehrbefähigung für Integration, die Wirksamkeit dieser Lehrbefähigung ist auf Südtirol beschränkt.

Modul 1: Propädeutikum (30 ECTS) und Praktikum/Hospitation/Reflexion (10 ECTS)
Modul 2: Grundausbildung (60 ECTS)
Modul 3: Ausbildung als „Experte/Expertin“ in ausgewählten Inklusionsbereich (20 ECTS)

Je nach individueller Zugangsvoraussetzung ist der Besuch aller Module oder muss nur Modul 2 bzw. kann nur Modul 3 absolviert werden. 

 

Modul 1 – erstes Studienjahr

Das erste Jahr ist inhaltlich dem sogenannten Propädeutikum gewidmet und umfasst 40 Kreditpunkte (ECTS), davon 10 ECTS für Praktikum/Hospitation/Reflexion.
Am Ende des Moduls 1 gibt es eine abschließende Bewertung durch eine Kommission, in die auch die Unterrichtspraxis miteinfließen wird. Mit dieser Bewertung endet das Auswahlverfahren. Bei negativer Bewertung kann der Ausbildungsvertrag nicht mehr verlängert und der Lehrgang nicht fortgesetzt werden.


Modul 2 – zweites Studienjahr und erste Hälfte des dritten Studienjahres

60 ECTS umfasst die sogenannte Grundausbildung, an deren Ende ein Prüfungsgespräch über die Abschlussarbeit und das vorgesehene Portfolio stattfindet. Für Studierende, die bereits mit einer Lehrbefähigung das Modul 2 besuchen, endet es hier mit der zusätzlichen Lehrbefähigung für Integration.  


Modul 3: zweite Hälfte des dritten Studienjahres

Im dritten Modul, dem Spezialisierungsmodul, widmen sich die Studierenden einem spezifischen Thema in ausgewählten Bereichen (20 ECTS). Die Inhalte des Moduls 3 stehen noch nicht fest. Die Abschlussprüfung zum Modul 3 besteht aus einer Diskussion zum Praktikumsprojekt im Zusammenhang mit der Schwerpunktsetzung.

Freie Plätze im Modul 3 können Integrationslehrpersonen mit Spezialisierung besuchen, sie erhalten dann dafür ein Zertifikat. Teilnehmende mit Bachelor- oder einen mindestens vierjährigen Hochschulabschluss erhalten das Zertifikat über einen „universitären Weiterbildungslehrgang“. Anmeldungen dafür sind erst im Schuljahr 2020/2021 möglich.

 

Anwesenheitspflicht

Es gibt eine Anwesenheitspflicht bei den Veranstaltungen der Universität von mindestens 75 % der Stunden. Wer diese Mindestanwesenheit nicht erreicht, kann den Lehrgang nicht abschließen. Die verpflichtende Anwesenheit von 75 % kann nur aus schwerwiegenden Gründen wie zum Beispiel Krankheit, Mutter- oder Vaterschaftszeiten unterschritten werden. Lehrpersonen in Mutterschafts-, Vaterschafts- oder Elternzeit können die Unterrichtstätigkeit als Integrationslehrperson durch Hospitationen ersetzen. Informationen dazu gibt es zu einem späteren Zeitpunkt.


Bildungsguthaben

Studierende, die Inhalte der Ausbildung bereits in ihrem Studium absolviert haben, können nach der Inskription bei der Universität um ein mögliches Bildungsguthaben ansuchen.

 

Ausbildungsvertrag
Herzstück der neuen Ausbildung ist die enge Verbindung von Theorie und Praxis, das heißt der Besuch der Universität erfolgt berufsbegleitend und ist eng verknüpft mit der konkreten Tätigkeit als Integrationslehrperson.  Dafür werden im Rahmen der Stellenwahlen Arbeitsplätze für die Studierenden reserviert. Diese sogenannten Ausbildungsverträge umfassen zwischen 30 % und 90 % eines vollen Auftrages. Freitag und Samstag sind auf jeden Fall arbeitsfrei und für den Besuch der Universität reserviert. Ausnahme: Die Ausbildung kann auch mit einem Arbeitsvertrag in Vollzeit absolviert werden, wenn Freitag und Samstag für den Besuch der Uni ganzjährig durch Bildungsurlaube abgedeckt werden.

 Der Lehrgang für Integrationslehrpersonen in der Übersicht

 

In der ersten Ausschreibung können insgesamt 80 Studienplätze für die Ausbildung von Integrationslehrpersonen für die Mittel- und Oberschule vergeben werden, davon 60 für die Mittelschule, 20 für die Oberschule. Der Bedarf ist aber weit höher, deshalb ist zu erwarten, dass nach dem ersten Durchgang bald eine weitere Auflage der Spezialisierung folgen wird.

Teilnahmeberechtigt sind Personen deutscher oder ladinischer Muttersprache, die bis zum Ende der Bewerbungsfrist einen der folgenden Zugangsvoraussetzungen für das Auswahlverfahren besitzen: 

  • Lehrpersonen mit einer Lehrbefähigung für eine Wettbewerbsklasse oder einen Stellenplan für jene Schulstufe, für die sie sich um Zulassung zum Auswahlverfahren bewerben (Modul 2, Dauer 1,5 Jahre). Wer nur Modul 2 besuchen muss, kann selbst entscheiden, ob er/sie bereits ab Beginn des Lehrgangs einen Ausbildungsvertrag übernimmt, oder erst ab dem zweiten Studienjahr.
  • Interessierte mit einem gültigen universitären oder gleichgestellten Studientitel für die Eintragung in eine Wettbewerbsklasse oder einen Stellenplan (Modul 1, 2 und 3, Dauer: 3 Jahre)
  • Interessierte mit einem Abschluss eines Hochschulstudiums mit mindestens vierjähriger Studiendauer (Modul 1, 2 und 3, Dauer: 3 Jahre)
  • Interessierte mit einem Abschluss eines dreijährigen Hochschulstudiums in einer der folgenden berufsfeldnahen Studienrichtungen. N. B.: Diese Liste der Studienrichtungen wird nicht mehr erweitert!
    • Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaften,
    • Sozialpädagogik,
    • Soziale Arbeit,
    • Psychologie,
    • Ergotherapie oder
    • Logopädie
  • Sonderfall: Ausschließlich zum ersten Auswahlverfahren für den Lehrgang für die Oberschule sind auch Lehrpersonen
    • mit dem gültigen Studientitel für ein technisch-praktisches Fach (Tabelle B des DPR 19/2016) oder
    • für die Wettbewerbsklasse Informations- und Kommunikationstechnologien
    zugelassen, sofern sie in den letzten zehn Jahren mindestens drei Dienstjahre als Integrationslehrperson ohne Beanstandung geleistet haben. Der Arbeitsvertrag als Integrationslehrperson musste jeweils mindestens 50 Prozent eines Vollzeitauftrages umfasst haben und auf der Grundlage der geltenden Bestimmungen als ganzes Schuljahr anerkannt sein.

Bewerberinnen und Bewerber müssen den Zugangstitel spätestens bis Ende der Bewerbungsfrist für das Auswahlverfahren besitzen. Im Ausland erworbene Abschlüsse müssen innerhalb derselben Frist in Italien anerkannt sein. Mit Vorbehalt werden Bewerbende mit einem ausländischen Studientitel oder Lehrbefähigung zugelassen, wenn sie als Anlage zum Ansuchen eine Kopie des Gesuchs zur Gleichstellung des Studientitels oder der Lehrbefähigung vorlegen. Der Vorbehalt muss vor Veröffentlichung der definitiven Rangordnungen aufgehoben werden. Details dazu werden in der jeweiligen Ausschreibung bekannt gegeben.
 

  

Der Lehrgang umfasst drei Module mit insgesamt 120 Kreditpunkten (ECTS), aufgeteilt auf drei Jahre, die berufsbegleitend zu absolvieren sind:  
• Modul 1: Propädeutikum (30 ECTS) und Praktikum/Hospitation/Reflexion (10 ECTS)
• Modul 2: Spezialisierung (60 ECTS)
• Modul 3: Ausbildung als „Experte/Expertin“ in ausgewählten Inklusionsbereich (20 ECTS)

Die Dauer des Lehrgangs richtet sich nach den individuellen Zugangsvoraussetzungen:

  • Studierende ohne eine Lehrbefähigung für die betreffende Schulstufe müssen alle drei Module besuchen, sprich drei Jahre, um die Lehrbefähigung für Integration zu erlangen;
  • Studierende, die bereits eine Lehrbefähigung für die entsprechende Schulstufe haben, für die sie einen Studienplatz erworben haben, besuchen nur Modul 2, um sich zusätzlich als Integrationslehrperson zu spezialisieren, das heißt, die Ausbildung dauert für diese Kategorie 1,5 Jahre.

Der Zugang zu den Studienplätzen und zu den „Ausbildungsverträgen“ erfolgt über ein Auswahlverfahren, das von der Deutschen Bildungsdirektion ausgeschrieben und durchgeführt wird.

Kosten der Ausbildung
Die Ausbildung kostet

• € 2.400,00 für den Besuch von Modul 1, 2 und 3 
• € 1.200,00 für den Besuch von Modul 2 
• € 400,00 für den Besuch von Modul 3

Der Zugang zu den Studienplätzen und zu den damit verbundenen Ausbildungsverträgen erfolgt über ein Auswahlverfahren. Das Auswahlverfahren besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung und einer Titelbewertung.


Ziel und Inhalte des Auswahlverfahrens

Ziel des Auswahlverfahrens ist es, die Kenntnisse, die Kompetenzen und Haltungen im Bereich der Inklusion, die Reflexionskompetenz, Argumentationskompetenz und personelle Kompetenzen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen zu überprüfen.

Das Auswahlverfahren bezieht sich inhaltlich

  • auf die in Südtirol geltenden Bestimmungen zur Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen und 
  • Aufgaben und Rollen der Integrationslehrpersonen.

Orientierung und Unterstützung bei der Vorbereitung bieten dabei  - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die Inhalte der Webseiten des Referats Inklusion


Bewertung beim Auswahlverfahren
Die Bewertung der Prüfungen erfolgt in Dreißigstel. Mit mindestens 21/30stel bei der schriftlichen Prüfung wird man zur mündlichen Prüfung zugelassen. Auch bei der mündlichen Prüfung braucht es mindestens 21/30stel, um zu bestehen und auf die Rangordnung der Gewinnerinnen und Gewinner zu kommen. Für eine bereits vorhandene Lehrbefähigung und/oder Unterrichtserfahrung gibt es bei der Titelbewertung weitere Punkte (maximal 10).    
  

Die Fragestellung der schriftlichen Prüfung des Auswahlverfahrens für den Lehrgang 2019/2020

Für die Vergabe der Studienplätze wird eine auf der Grundlage nach Schulstufen getrennte Rangordnung erstellt. Die Studienplätze und der damit verbundene Ausbildungsvertrag werden in der Reihung der Rangordnung vergeben. Die Gewinnerinnen und Gewinner des Auswahlverfahrens wählen auf der Grundlage ihrer Position in der Rangordnung eine ganzjährig verfügbare Integrationsstelle. Die Ausbildungsverträge umfassen zwischen 30 % und 90 % eines vollen Auftrages. Freitag und Samstag sind auf jeden Fall arbeitsfrei und für den Besuch der Universität reserviert. Die Ausbildung kann auch mit einem Arbeitsvertrag in Vollzeit absolviert werden, wenn Freitag und Samstag für den Besuch der Uni ganzjährig durch Bildungsurlaube abgedeckt werden. Die Vergabe der Studienplätze samt Ausbildungsverträgen erfolgt im Mai 2019. 

Hier das Rundschreiben Nr. 20/2019 zur Zuweisung der Ausbildungsverträge ...