Aktuelles

ESF-Begleitausschuss tagt: 62 Prozent der Vorjahresmittel zugewiesen

Bilanz über das Jahr 2018 hat heute in Bozen der ESF-Begleitausschuss gezogen. Dabei wurde auch über die Vereinfachung der Verfahren, die Einführung von Standardkosten und die Definition neuer strateg

Landeshauptmann Kompatscher und Abteilungsdirektorin Gärber bei der heutigen Jahressitzung des ESF-Begleitausschusses - Foto: LPA/Silvia Fabbi

Über den Europäischen Sozialfonds (ESF) fördert die EU mit jährlich zehn Milliarden Euro die Beschäftigung und unterstützt die Menschen beim Zugang zu bestmöglichen Arbeitsplätzen. Arbeitnehmenden, Jugendlichen und allen, die auf der Suche nach Arbeit sind, kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu. In Südtirol stehen im aktuellen Programmzeitraum 2014-20  rund 136 Millionen Euro zur Verfügung. Mit diesen sollen neue Arbeitsplätze geschaffen, Aus- und Weiterbildung gestärkt, Menschen in den Arbeitsmarkt integriert und praxisnahe Projekte gefördert werden, die sich günstig auf Arbeits- und Lebensraum auswirken.

Der für Südtirol zuständige Begleitausschuss des operationellen Programms des ESF 2014-20 ist heute (20. Juni) im Landhaus 1 in Bozen zu seiner jährlichen Sitzung zusammengetroffen. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Landeshauptmann Arno Kompatscher, der in der Landesregierung für die Europaagenden Verantwortung trägt. Der Landeshauptmann rief dazu auf, den ESF zielgerichtet zu nutzen: "Die Beschäftigungslage in Südtirol ist ausgezeichnet. Mit weniger als drei Prozent Arbeitslosen können wir von Vollbeschäftigung sprechen. Die ESF-Mittel zur Verbesserung der Beschäftigungslage sind daher nicht stark nachgefragt. Aber es gibt viele Felder, in denen der Sozialfonds Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigung ermöglicht, die von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung sind."

Im Rahmen der heutigen Sitzung wurde der ESF-Umsetzungsbericht 2018 gebilligt. Demnach wurden bislang wurden 62 Prozent der Fördermittel zugewiesen, was 84 Millionen Euro entspricht. Mit 61,4 Millionen Euro floss der Löwenanteil in die Aus- und Weiterbildung (Achse 3 der Investitionsprioritäten) gefolgt von der Beschäftigung (38,3 Mio.) und der sozialen Inklusion (27,3 Mio.).

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt fünf Aufrufe zur Projekteinreichung veröffentlicht, wofür fast 29 Millionen Euro zur Verfügung standen. Hinzu kommen zwei weitere Initiativen mit einem Investitionsvolumen von 28,3 Millionen Euro. Insgesamt wurden 336 Projektanträge eingereicht, von denen bisher 193 genehmigt wurden. Die Projekte erreichten fast 5000 Personen, davon 40 Prozent Frauen (1990). Die Gesamtanzahl der erreichten Personen in der Gesamtperiode steigt demnach auf 6143 an, davon 2521 Frauen, die meisten unter 30 Jahren. 

Die Landesabteilung Europa, die über das ESF-Amt den Fonds verwaltet, brachte heute auch das Thema Vereinfachung zur Sprache. "Wir arbeiten an einer Vereinfachung der Verwaltungsverfahren durch die Einführung von Standardkosten und wollen vor allem den Verwaltungsaufwand für die Begünstigten verringern", erklärte Claudia Weiler, geschäftsführende Amtsdirektorin und Verwaltungsbehörde des ESF-Programms  in der laufenden Planungsperiode 2014-2020. Zudem peilt man neue strategische Zielsetzungen an. Die Grundlage dazu bildet eine detaillierte Untersuchung, die ein unabhängiger Gutachter in den vergangenen Monaten durchgeführt hat. Diese neuen Prioritäten sollen in der zweiten Jahreshälfte nach einem Abgleich mit den Partnern festgelegt werden.

Früchte getragen haben auch bisher durchgeführten Projekte. Besonders angesprochen wurde heute jenes, das die Beschäftigung von zwölf langzeitarbeitslosen Frauen zum Ziel hat und mit 136.052 Euro finanziert wurde: Es wurde von der Europäischen Kommission als Best-Practice ausgewählt und auf der offiziellen ESF-Website veröffentlicht (http://ec.europa.eu/esf/main.jsp?catId=46&langId=de&projectId=3005).

Die Band "Kraut und Ruabm" der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Prad am Stilfserjoch hat die Vertreter der römischen Ministerien, der Europäischen Kommission und der lokalen ESF-Stakeholder mit frischen alpenländischen Weisen überrascht und "ist ein Zeichen dafür, dass der ESF und seine Chancen verstärkt auch in die ländlichen Gemeinden hinausgetragen werden sollen", so Martha Gärber, Direktorin der Abteilung Europa.

jw

Bildergalerie