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Brennerkorridor-Gipfel mit Alfreider, Felipe und Reichhart in München

Eine Digitalisierungsoffensive zur besseren Verknüpfung von Schiene und Straße und innovative Antriebstechnologien wie Wasserstoff sollen Entlastung bringen.

Positive Gespräche zur Verkehrsentlastung im Brennerkorridor: (v.l.) Alfreider, Felipe und Reichhart (Foto: LPA)

Über ebenso kurz- wie längerfristige Maßnahmen zur Verkehrsentlastung hat sich heute in München Südtirols Landeshauptmannstellvertreter und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider mit der Tiroler Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe und dem bayerischen Verkehrsminister Hans Reichhart getroffen. An sich stehe die Gesellschaft vor einem Widerspruch, waren sich die drei Regierungsvertreter einig: Jeder möchte mobil sein, immer mehr wird online bestellt. Gleichzeitig möchte aber jeder weniger Verkehr haben. Auf jeden Fall erwarten die Bevölkerung und Wirtschaft gleichermaßen Lösungen zur Verkehrsproblematik entlang des gesamten Brennerkorridors.

Digitale Verkehrsleitsysteme und Verladebahnhöfe

Alfreider ist überzeugt, dass nur Lösungsansätze im europäischen Geist der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu einer Verbesserung der Situation führen werden. Ein solches gemeinsames Projekt könnte ein digitales Verkehrsleit- und Informationsystem für LKWs sein. Damit sollen Kapazitätsengpässe frühzeitig erkannt und abgefedert werden. Darüber hinaus will man sich in Brüssel gemeinsam für eine stärkere Förderung von Verladebahnhöfen, unbegleitetem kombinierten Verkehr und ROLA starkmachen. Gerade um das umzusetzen, ist laut Landesrat Alfreider ein intensiver Austausch zwischen Vertretern der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino und Bayern wichtig: "Dieses Thema ist nur im gesamteuropäischen Kontext zu lösen. Verkehr kennt keine Grenzen, er muss überregional reguliert werden. Es braucht es den öffentlichen Willen, die Konkurrenzfähigkeit der Schiene zu stärken.“

Land Südtirol in Vermittlerrolle

Südtirol wolle auf alle Fälle Vermittler sein, um den Güterverkehr am Brenner flüssiger zu gestalten. „Zu viele nationale Barrieren im Eisenbahnrecht führen noch immer zu Verzögerungen und hemmen die Zuverlässigkeit des Zugangebots“, nannte Alfreider ein Beispiel. Zu verbessern seien auch die Angebote im Personenverkehr. Alle waren sich einig, dass die internationalen Verbindungen kurzfristig ausgebaut werden müssen.

Alfreider sieht hier die Euregio gefordert: "Wir müssen unsere Brückenfunktion zwischen den nationalen Ministerien ausnutzen, um Grenzen im Kopf abzubauen. Wir haben beim Dreierlandtag einen ambitionierten Beschluss gefasst, den es nun konsequent umzusetzen gilt."

gst

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