Tipps zum BESTEHEN der Zweisprachigkeitsprüfung

Die schriftliche Prüfung bestehen

Die schriftliche Arbeit wird, genauso wie der mündliche Prüfungsteil, anhand von vier Kriterien bewertet.

  1. Aufgabenerfüllung (Ist der Kandidat auf das vorgegebene Thema eingegangen? Ist er in seiner Stellungnahme umfassend darauf eingegangen, indem er zu allen genannten Fragestellungen Bezug genommen hat?)
  2. Textaufbau (Ist der Text strukturiert, flüssig und kohärent? Gibt es einen logischen Aufbau, eine Art roten Faden? Beziehen sich die Sätze aufeinander und sind sie verständlich? Werden Satzkonnektoren richtig eingesetzt, um Gedanken und Konzepte miteinander zu verbinden?)
  3. Ausdruck, Wortschatz (Werden die Sachverhalte, Gedanken und Konzepte anhand angemessener Lexeme (Wörter) vermittelt? Entsprechen die gewählte Sprachvarietät und der Sprachstil der Textsorte (umgangssprachliche oder dialektale Ausdrücke, unspezifische Wörter usw.)? Gibt es unverhältnismäßig viele Wiederholungen, die auf Lücken im Wortschatzinventar schließen lassen? Auf den höheren Sprachniveaus: Werden formelhafte Wendungen (Redewendungen, Sprichwörter u. Ä.) korrekt verwendet?)
  4. Korrektheit (grammatische Kongruenz, Verbkonjugation, Syntax, Rechtschreibung und Interpunktion)

Die Anzahl der Wörter ist vorgegeben, der Rahmen liegt für das Niveau A2 bei 30 bis 40 Wörtern, für das Niveau B1 bei 80 bis 100 Wörtern und für die Niveaus B2 und C1 bei 140 bis 160 Wörtern.
Die Fähigkeit, sich auf Wesentliches zu konzentrieren und sich an vorgegebenen Richtwerten zu orientieren, wird bewertet. Wenn die Kandidaten den vorgegebenen Rahmen übermäßig über- oder unterschreiten, wirkt sich das punktemindernd auf die Bewertung im Kriterium „Aufgabenerfüllung“ aus.

(Nach GERS: Kompetenzbeschreibungen des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen und Raster zur Selbstbeurteilung

Wir empfehlen Ihnen, die Anweisungen genau zu lesen. Manchmal werden mehrere Fragen gestellt oder mehrere Sachverhalte angesprochen. Sie tun gut daran, auf alle erwähnten Punkte einzugehen, um punktemindernde Auswirkungen in der Bewertung der Aufgabenerfüllung zu vermeiden.
Nützlich dazu ist, eine Grundstruktur zu entwerfen, an der Sie sich bei der Texterstellung orientieren können.

Geben Sie Ihrem Text eine klare Form und Struktur, die aus Einleitung, Hauptteil und Schluss besteht.

In diesem Sinne ist es angebracht, den Text in Absätze zu gliedern und für jeden Absatz einen Zeilenumbruch vorzunehmen.

Verwenden Sie eine für das Prüfungsniveau und die Textart angemessene Sprachform. (Vermeiden Sie die Umgangssprache, dialektale Einschlüsse usw. Auf dem Niveau A2 wird der Dialekt noch toleriert.) Es empfiehlt sich, bereits in der Vorbereitungsphase beim Lesen von informellen und formellen Texten auf die unterschiedlichen Ausprägungen, z.B. hinsichtlich des Stils, des Wortschatzes und der Grammatik, zu achten.

Sie sind das Um und Auf, um die Textkohäsion und -kohärenz zu gewährleisten, also um einen Text flüssig und verständlich zu machen.

Solche Konnektoren sind z.B.: vor allem, denn, deshalb, folglich, nichtsdestotrotz, trotz allem, damit usw.

Auch die folgenden Ausdrücke können nützlich sein: in erster Linie / in zweiter Linie, auf der einen Seite / auf der anderen Seite, abschließend / zum Abschluss usw.

Interferenzen und, generell, Übertragungen aus der anderen Sprache: 

  • Infinitivkonstruktionen mit „zu“ nach deutschem Vorbild, mit der falschen Verwendung der Präposition “di“ (è meglio di cercare …; mi piace di pensare che statt mi piace pensare che)
  • Präpositionen (SUL maso von auf dem Hof)
  • Komparativ der Umgangssprache (Sua moglie è più vecchia come lui von Seine Frau ist älter WIE er)
  • Wortwahl (Firma statt azienda, Chef statt capo usw.)
  • Ausdrücke (nei giorni di oggi statt oggigiorno/al giorno d’oggi); (nel tempo di Corona statt in periodo di Covid)
  • Falsche Verwendung und/oder Verwechslung der Demonstrativpronomen (questo/quello)
  • Grammatische Interferenzen: ich habe 20 Jahre von ho 20 anni (statt ich bin 20 Jahre alt), auf dem Bus von sul bus (statt im Bus)
  • Unspezifische Wörter (cosa, gente, fare), (machen, tun, diese Sache)
  • Interferenzen, die den Satzbau betreffen: jetzt ich bin, heute ich gehe (statt jetzt bin ich, heute gehe ich), wenn ich treffe meinen Freund (statt wenn ich meinen Freund treffe)
  • Interferenzen, die den Wortschatz betreffen: die Personalität (statt Persönlichkeit), ich rufe meine Familie (statt ich rufe meine Familie an)

Vermeiden Sie, auf den Prüfungsniveaus B2 und C1 allzu einfache und kurze Sätze (artikulieren Sie sich stattdessen mithilfe von Nebensätzen) genauso wie unendlich lange Sätze, bei denen Sie außer Atem geraten.

Wiederholen Sie nicht ganze Sätze und Ausdrücke aus dem Ausgangstext/den Anweisungen/den Übungen.

Die mündliche Prüfung bestehen

Bei der Bewertung der mündlichen Prüfung werden dieselben Kriterien herangezogen wie bei der schriftlichen, also Aufgabenerfüllung, Kohärenz und Flüssigkeit, Ausdruck und grammatische Richtigkeit – selbstverständlich sind die Kriterien angepasst an die Form des mündlichen Sprechens.

Zu Beginn der mündlichen Prüfung stellen Sie sich kurz vor. Dies fließt nur auf den Prüfungsniveaus A2 und B1 in die Bewertung mit ein (es empfiehlt sich deshalb, die Vorstellung in der schwächeren Sprache zu machen), NICHT auf den Niveaus B2 und C1.

Es ist Ansichtssache, welche Sprache sich auf den höheren Niveaus B2 und C1 dazu besser eignet; bedenken Sie aber, dass die Vorstellung eine Art Visitenkarte ist und einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Eine Auswahl der Themenfelder für die höheren Niveaus:

• Umwelt (Umweltverschmutzung, Müll/Mülltrennung, sparsamer Umgang mit den Ressourcen ...);
• Medien und Kommunikation (Internet, Handy, Soziale Netzwerke ...);
• Transportmittel (Auto, öffentliche Verkehrsmittel, Rad/Radwege ...);
• Reisen (Camping, Abenteuer, Relax ...);
• Kultur (Bücher/Literatur, Kino/Theater/Konzerte, Musik ...);
• Ausbildung und Arbeit (Universität, Privatschulen/Berufsschulen, Praktikum, Ausland, Teilzeitarbeit ...);
• Sport und Gesundheit (Wettkampfsport, Leistungssport, Extremsport, Doping ...).

Es ist genauso wichtig, eine Rede bzw. einen Vortrag mehrere Minuten lang selbständig gestalten zu können.

Eine Auswahl der Themenfelder für die unteren Niveaus:

• Informationen über die eigene Person und die Familie;
• Arbeit, Schule;
• tägliches Leben;
• Hobbys und Interessen;
• Informationen über vertraute und geläufige Dinge;
• Herkunft und Schulausbildung;
• Ernährung;
• Kommunikationsmittel, Internet, Handy.

Geben Sie keine einsilbigen Antworten, beschränken Sie Ihre Ausführungen nicht auf das Nötigste. Es ist besser, Sie werden von den Kommissaren unterbrochen, als dass diese mehrmals nachhaken müssen.

Bereiten Sie sich darauf vor, in beiden Sprachen zu den Themen Stellung zu nehmen (zu beiden Themen werden Ihnen von der Kommission Fragen gestellt, in beiden Sprachen).

Auf dem Niveau C1: Rüsten Sie sich mit dem Wortschatz aus, anhand dessen Sie Grafiken und Statistiken beschreiben und erklären können.

Auf den Niveaus B2 und C1: Beschränken Sie sich nicht nur auf Ihre persönlichen Erfahrungen und Ansichten; es werden abstrakte Beobachtungen, Gedankengänge und Überlegungen allgemeiner Art erwartet. Versuchen Sie, verschiedene Perspektiven einzubeziehen, das Für und Wider abzuwägen, und Aussagen mit Beispielen und Begründungen zu untermauern.

Auf den Niveaus B2 und C1: Üben Sie sich darin, für einige Minuten ununterbrochen und selbstständig zu reden.

Notizen: Sie dürfen ruhig ab und an einen Blick auf Ihre Notizen werfen, aber vermeiden Sie, sie abzulesen. Deshalb empfehlen wir, Schlagwörter schematisch zu notieren – und nicht lange und ausformulierte Texte, die in der Prüfungssituation schwer zu entziffern sind.

Wir sind NICHT in der Schule und es handelt sich weder um eine Befragung noch um ein Verhör, das gilt vor allem für die mündliche Prüfung, aber zum Teil auch für die schriftliche. Viele Kandidaten sind eingeschüchtert, weil sie Angst davor haben, etwas Dummes, Banales oder Falsches zu sagen. Für uns von Interesse ist die Sprache bzw. die Kandidaten sprechen zu hören.  

Die Inhalte werden nicht bewertet, solange man sich an das vorgegebene Thema / den Arbeitsauftrag hält. Selbstverständlich ist es schwer, sich zu einem Sachverhalt zu äußern, zu dem man keinen Bezug oder keine Meinung hat. Versuchen Sie es in solchen Fällen mit Anpassungsstrategien. Zum Beispiel:

Thema Arbeit: „Ich bin noch nicht berufstätig, aber die Schule, die ich besuche, bietet eine gute Vorbereitung auf das Arbeitsleben, weil …“

Thema Fernsehen: „Ich besitze keinen Fernseher, weil … (zu viel Werbung, Zeitverlust, Abhängigkeit …)“

„Ich sehe nicht fern, aber mein Vater / meine Oma schaut eine Sendung, die … heißt und von … handelt.“

Thema Kino: „Ich gehe nicht gerne ins Kino, ich sehe lieber fern oder: ich lese lieber Bücher.“

Thema Bücher: „Ich lese nicht gerne. Ich surfe lieber im Internet.“

Thema soziale Netzwerke: „Da kenne ich mich nicht aus. Ich versuche, so wenig wie möglich Zeit im Internet zu verbringen. Ich telefoniere lieber oder treffe mich persönlich mit Freunden.“

Nicht alles, was man über die eigene Person / das eigene Leben sagt, muss der Wahrheit entsprechen. Wenn Sie sich schwertun, die tatsächliche Situation oder Lage zu beschreiben, ist es besser, Sie erfinden eine Antwort.

Vor allem für die niedrigen Niveaus: Versteifen Sie sich nicht darauf, besondere Gegebenheiten, Abläufe und Arbeitstätigkeiten zu beschreiben, wenn Ihnen dafür der nötige Wortschatz fehlt. Es ist besser, einfache Inhalte und Themen zu wählen, die Sie korrekt und selbstständig in Worte fassen können.