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Ein untypischer Nadelbaum:die Lärche

Lärche

Die Lärche ist der einzige heimische Nadelbaum, der im Herbst seine Nadeln abwirft und in kahlem Zustand überwintert. Warum das so ist? Die Nadeln der Lärche sind sehr biegsam, weich und dünn. Im Gegensatz zu den Fichtennadeln fehlen ihnen „Schutzeinrichtungen“ gegen das Erfrieren oder Vertrocknen, wie zum Beispiel eine dicke, isolierende Wachsschicht. An sonnigen Wintertagen bestünde deshalb für die Lärche die Gefahr der so genannten Frosttrocknis. Es ist nämlich so: Auch im Winter verdunstet über die Nadeln Wasser. Da der Boden aber gefroren ist, kann der Baum kein Wasser über die Wurzeln aufnehmen. Die Lärche würde somit vertrocknen. Damit dies nicht passiert, verliert sie im Herbst ihre Blätter, wie es sonst bei Laubbäumen üblich ist.

LärcheDie Lärche ist ein rasch wachsender Baum aus der Familie der Kiefern. Sie liebt Wind und viel Licht. Ihre Ansprüche an den Boden und die Wasserversorgung sind bescheiden. Mit kräftigen, bis zu vier Meter in den Boden wachsenden Wurzeln findet sie in den Tiefen Wasser und verankert sich sturmfest. An einem guten Standort kann die Lärche zwischen 30 bis 50 Meter hoch und sehr alt werden. In Ulten stehen drei Urlärchen, deren Alter sogar auf 2000 Jahre geschätzt wird!

LärcheDie Lärche hat hellgrüne, weiche Nadeln, die büschelig an so genannten Kurztrieben an den Zweigen angeordnet sind. Die kleinen, eiförmigen Zapfen sitzen aufrecht auf den Ästen und fallen erst ab, wenn die Äste abbrechen. Das kann auch mehrere Jahre dauern. Die Lärche blüht nach 15 bis 20 Jahren das erste Mal, die Blütezeit dauert von März bis Mai. Die Blüten sind gelblich und rötlich, Wind und Waldtiere verbreiten die Samen.

LärchenstammDas rötliche Holz der Lärche ist härter und zäher als das von Tanne und Fichte und sehr harzreich. Deshalb ist es als Bauholz sehr begehrt. Es wird im Wasser- und Hausbau verwendet, besonders im Außenbereich. Im Gebirge werden ganze Hüttendächer mit Lärchenschindeln gedeckt. Das Holz ist äußerst witterungsbeständig, daher auch das Sprichwort: „A Larch unterm Doch isch a ewige Soch“.
Die Rinde der Lärche ist rötlichbraun und rissig. Früher wurde sie zum Gerben genutzt. Sie färbt Leder fast schwarz.

LärcheDer Name der Lärche leitet sich aus dem lateinischen Begriff „lardum“ für Speck ab, womit das Harz des Baumes gemeint ist, das so genannte Lärchenterpentin, bei uns besser bekannt als „Lörget“. Von alters her wurde das goldgelb-rote Lärchenharz gesammelt. Die Bauern bohrten die ausgewachsenen Lärchen etwa 20 Zentimeter über dem Boden waagrecht an. Mit einem Propfen, dem „Lärchen-Spund“, verschlossen sie das Loch sofort wieder. Ein- bis zweimal im Jahr holten sie das angesammelte Harz mit einem Drehstab heraus. Das „Lörget“ war ein begehrtes Naturheilmittel. Die Bauern verwendeten es als Salbe, um eingezogene Holzsplitter aus der Haut herauszuziehen, die Kühe wurden damit gegen Rheuma behandelt. Das Harz wurde zu Terpentin verarbeitet, mit Schweinefett vermischt diente es der Schuhimprägnierung. Noch heute nutzt die Industrie dieses Harz zur Herstellung von Lacken und Klebstoffen für Glas und Porzellan.

Seit dem Altertum galt die Lärche als heiliger schützender Baum. Für die Kelten waren die Lärchen von Elfen und Waldfeen bewohnt, die die Menschen und Tiere vor bösen Geistern beschützten. Auch bei uns wurde die Lärche als heiliger Baum verehrt und die Menschen hingen Christus- und Heiligenbilder an den Lärchenstämmen auf.