Betriebliche Voraussetzungen für die Ausbildung von Lehrlingen

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Betriebe, die Lehrlinge der Lehre zum Erwerb einer Qualifikation und eines Berufsbildungsdiploms ausbilden, müssen die Standards für die betriebliche Lehrlingsausbildung erfüllen. Diese wurden mit Beschluss der Landesregierung vom 23. Juli 2012, Nr. 1135, festgelegt.

Möchte ein Betrieb zum ersten Mal einen Lehrling in einem bestimmten Beruf ausbilden, muss der Betriebsinhaber/die Betriebsinhaber oder dessen/deren gesetzlicher Vertreter/gesetzliche Vertreterin vor der Einstellung des Lehrlings dem Landesamt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung mitteilen, dass der Betrieb die Standards erfüllt. Das geschieht mittels einer Eigenerklärung (siehe Formular am Ende der Seite), die digital unterzeichnet und mittels elektronischer zertifizierter Post (PEC) an das Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung übermittelt werden muss (meister.maestro@pec.prov.bz.it).

Die Mitteilung der Standards für die betriebliche Lehrlingsausbildung ist gültig, solange im Betrieb ein Ausbilder/eine Ausbilderin mit den erforderlichen fachlichen und berufs-pädagogischen Kompetenzen (Ausbilderkurs) beschäftigt ist und die Rechtsform des Betriebes unverändert bleibt.

Die Voraussetzungen für die Einstellung und Ausbildung von Lehrlingen sind folgendermaßen unterteilt:

Fachliche Zugangsvoraussetzungen:

Generell gilt, dass die durch den Ausbilder/die Ausbilderin nachgewiesenen Kompetenzen jenen entsprechen müssen für die er/sie ausbilden möchte.

Der/die für die Ausbildung verantwortliche Mitarbeiter/Mitarbeiterin oder Betriebsinhaber/Betriebsinhaberin muss eine der folgenden fachlichen Voraussetzungen nachweisen:

  1. Lehrabschlusszeugnis im betreffenden Lehrberuf und nachfolgende 18-monatige Berufserfahrung im betreffenden Lehrberuf;
  2. Abschluss einer berufsbezogenen mindestens 3-jährigen Berufsfachschule (Vollzeit-Berufsschule) und nachfolgende 24-monatige Berufserfahrung im betreffenden Lehrberuf;
  3. Meisterbrief im entsprechenden Lehrberuf;
  4. Abschluss einer berufsbezogenen 5-jährigen Oberschule, Fachhochschule oder Universität und nachfolgende 18-monatige Berufserfahrung im betreffenden Lehrberuf;
  5. Mindestens sechs Jahre Berufserfahrung im betreffenden Lehrberuf. Diese Voraussetzung gilt nicht für die Berufe des Kraftfahrzeuggewerbes, des Installationsgewerbes, des Gesundheits- und Körperpflegegewerbes, des Nahrungsmittelgewerbes, Zahntechniker, Optiker, Orthopädieschuhmacher und Kaminkehrer, für die laut Landesgesetz vom 25. Februar 2008, Nr. 1, "Handwerksordnung", Sonderbestimmungen gelten. In diesen Berufen muss eine der Voraussetzungen laut Punkt 1 bis 4 erfüllt werden.

Als Berufserfahrung gilt die Tätigkeit als Facharbeiter/Facharbeiterin, als mitarbeitendes Familienmitglied, als mitarbeitender Gesellschafter/mitarbeitende Gesellschafterin oder als Betriebsinhaber/Betriebsinhaberin.

Die Direktorin des Amtes für Lehrlingswesen und Meisterausbildung kann andere Voraussetzungen des Ausbilders/der Ausbilderin als gleichwertig anerkennen.

Berufspädagogische Zugangsvoraussetzungen:

Der Ausbilder/die Ausbilderin muss eine vom Land anerkannte berufspädagogische Kompetenz vorweisen. Es werden folgende Kurse/Prüfungen anerkannt:

  • Der vom Land durchgeführte Grundkurs für Lehrlingsausbilder/ Lehrlingsausbilderinnen mit einer Dauer von 16 Stunden. Nähere Informationen zu den Kursen »
  • Das Zeugnis über den Prüfungsteil Berufspädagogik der Meisterausbildung.
  • Ein Zertifikat über die öffentlich anerkannte Ausbildung als Lehrlingsausbilder/-ausbilderin im In-oder Ausland.
  • Eine Kursbestätigung zum Thema "Mitarbeiterführung" im Umfang von mindestens 16 Stunden. 

Hat der Ausbilder/die Ausbilderin keine der oben angeführten anerkannten Ausbildungen, muss sich der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin verpflichten, dass der Ausbilder/die Aubilderin innerhalb von 6 Monaten eine vom Land anerkannte Ausbildung nachholt. Die entsprechende Verpflichtungserklärung wird zusammen mit der "Mitteilung der Standards für die betriebliche Lehrlingsausbildung" abgegeben (Formular am Ende dieser Seite).

Der Ausbilder/die Ausbilderin muss mindestens 75% der Arbeitszeit in der Ausbildungsstätte des Lehrlings anwesend sein. Bei Minderjährigen muss bei Abwesenheit des Ausbilders/der Ausbilderin auf jeden Fall eine erwachsene Person anwesend sein.

Betriebliche Zugangsvoraussetzungen:

Die technische und organisatorische Ausstattung des Betriebes muss so gestaltet sein, dass:

  • ein Lehrling im entsprechenden Beruf unter Berücksichtigung der Vorgaben des betrieblichen Ausbildungsrahmens ausgebildet werden kann und
  • die Möglichkeit besteht, den Lehrling auf die Gesellen- bzw. Lehrabschlussprüfung gemäß dem geltenden Prüfungsprogramm vorzubereiten.

Der Betrieb muss im Handelsregister für eine dem betreffenden Lehrberuf entsprechende Tätigkeit eingetragen eingetragen sein. Im Falle von Kammerberufen muss der Arbeitgerber/die Arbeitgeberin im entsprechenden Berufsverzeichnis eingeschrieben sein.

Kostenlos

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 05.06.2019)

Zuständige Einrichtung

Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung
Dantestraße 11, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 69 83 Manfred Agostini
Fax:
E-Mail: lehrlingswesen@provinz.bz.it
PEC: meister.maestro@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/bildung-sprache/berufsbildung/

Parteienverkehr:

Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag: 8.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.30 Uhr

Termine

Die Mitteilung der Standards für die betriebliche Lehrlingsausbildung muss vor der Einstellung des Lehrlings an das Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung geschickt werden.