Gleichstellung eines Abschlusses mit dem Südtiroler Lehrabschluss

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Personen, die im Besitz eines gleichwertigen Abschlusses sind, können die Gleichstellung mit dem Südtiroler Lehrabschlusszeugnis im jeweiligen Beruf beantragen.

Auf Antrag kann die Direktorin des Landesamtes für Lehrlingswesen und Meisterausbildung  die gänzliche oder teilweise Befreiung von der Lehrabschlussprüfung verfügen, wenn der Kandidat/die Kandidatin für den entsprechenden Beruf bereits eine gleichwertige Qualifikation besitzt.

In Österreich, Deutschland oder der Schweiz erworbene Lehrabschlussdiplome werden in der Regel mit dem entsprechenden Diplom in Südtirol gleichgestellt.

130 in Österreich abgeschlossene Berufsausbildungen (Lehrabschlussprüfungen) sind in Südtirol aufgrund eines bilateralen Abkommens gleichgehalten und werden somit in Südtirol automatisch anerkannt.

Eine Gleichstellung ist kein Diplom, sondern lediglich eine amtliche Bescheinigung (Brief) dafür, dass die betreffenden Ausbildungen inklusive der Berufserfahrung für alle vom Gesetz vorgesehenen Fälle den gleichen Wert hat. Es ist nur dann sinnvoll, die Gleichstellung zu beantragen, wenn eine Person diese „Gleichwertigkeit" tatsächlich nachweisen muss, z.B. für eine Stelle in der öffentlichen Verwaltung oder eventuell für eine Arbeitsstelle im Ausland (z.B. weil man in unseren deutschsprachigen Nachbarländern Berufsfachschul-Abschlüsse wenig kennt). 

Die Person besitzt eine dem Lehrabschluss entsprechende gleichwertige Qualifikation.

Gleichstellung von Fachschulabschlüssen mit dem Lehrabschluss:

Das Abschlusszeugnis einer 3- oder 4-jährigen Berufsfachschule wird dem Lehrabschlusszeugnis in einem 3-jährigen Lehrberuf gleichgestellt, wenn

  • die Fachrichtung dem jeweiligen Lehrberuf entspricht und
  • die Antrag stellende Person im entsprechenden Beruf zusätzlich mindestens 12 Monate qualifizierte Berufserfahrung nachweisen kann. Im Gastgewerbe wird die erforderliche  Berufserfahrung wegen der häufig saisonalen Arbeitsverhältnisse auf acht Monate reduziert.

Das Abschlusszeugnis einer 4-jährigen Berufsfachschule wird dem Lehrabschlusszeugnis in einem 4-jährigen Lehrberuf gleichgestellt, wenn

  • die Fachrichtung dem jeweiligen Lehrberuf entspricht und
  • die Antrag stellende Person im entsprechenden Beruf zusätzlich mindestens 18 Monate qualifizierte Berufserfahrung laut nachweisen kann.

Als qualifizierte Berufserfahrung gilt ausschließlich Berufserfahrung im Anschluss an die Ausbildung, und zwar als Lehrling oder Facharbeiter/Facharbeiterin; Praktika oder Tätigkeiten als mitarbeitendes Familienmitglied gelten nicht als qualifizierte Berufserfahrung. Mehrere Berufserfahrungen über kürzere Zeiträume werden zusammengezählt.

Abschlusszeugnisse von 3-jährigen Berufsfachschulen können nicht dem Lehrabschlusszeugnis in einem 4-jährigen Lehrberuf gleichgestellt werden.

Dem Ansuchen ist eine Stempelmarke von € 16,00 beizulegen.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 05.06.2019)

Zuständige Einrichtung

Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung
Dantestraße 11, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 69 91 Sonja Reiterer
Fax:
E-Mail: lehrlingswesen@provinz.bz.it
PEC: meister.maestro@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/bildung-sprache/berufsbildung/

Parteienverkehr:

Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag: 8.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.30 Uhr