Sachwalterschaft - Landesverzeichnis der ehrenamtlichen Sachwalter

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Die Sachwalterschaft wurde für Personen, welche in ihrer Selbständigkeit zur Gänze oder teilweise eingeschränkt sind, eingeführt. Die Sachwalterschaft ist eine personenbezogene Form des Schutzes, die darauf abzielt, die Handlungsfähigkeit der Person so weit als möglich zu erhalten und die Unterstützung ausschließlich bei jenen Tätigkeiten vorzusehen, welche die Person nicht selbständig durchführen kann. Die Sachwalterschaft beschränkt sich nicht nur auf den finanziellen Bereich, sondern erstreckt sich auch auf den persönlichen Bereich.

Die Bestellung einer Sachwalterschaft garantiert Menschen den notwendigen Schutz in all jenen Situationen, die eine vollständige oder teilweise Entmündigung nicht rechtfertigen.

Der Vormundschaftsrichter ist zuständig für die Einschätzung der Notwendigkeit einer Sachwalterschaft im konkreten Einzelfall und für die Ernennung eines Sachwalters.

Der Antrag für die Ernennung eines Sachwalters (sogenannter „Rekurs für die Ernennung“) kann vom Interessierten selbst, auch wenn dieser minderjährig, entmündigt oder teilentmündigt ist, vom Ehepartner, Lebenspartner, den Verwandten innerhalb des vierten Verwandtschaftsgrades, den Verschwägerten innerhalb des zweiten Grades, vom Vormund, Kurator oder der Staatsanwaltschaft gestellt werden.

Der Antrag ist bei der Kanzlei des Gerichtes zu hinterlegen, wo die Person, für die ein Sachwalter bestellt wird, ihren Wohnsitz hat.

Das Gesetz sieht nicht verpflichtend die Unterstützung durch einen Rechtsanwalt vor.

Die Landesverwaltung vergibt dem Verein für Sachwalterschaft einen finanziellen Beitrag, damit er auf Landesebene allen Interessierten eine kostenlose Erstinformation zur Sachwalterschaft und zum Ernennungsverfahren anbietet. Weiters wird eine Unterstützung bei der Abklärung angeboten, ob die Sachwalterschaft in der konkreten Situation eine angemessene Antwort sein könnte und ob bei der Abfassung des Ansuchens ein Anwalt benötigt wird.

Der Sachwalter wird für eine Person ernannt, welche auch nur teilweise oder vorübergehend wegen einer Krankheit bzw. physischen oder psychischen Beeinträchtigung ihre Interessen nicht wahrnehmen kann. (z.B. Menschen mit Behinderungen, mit psychischen Erkrankungen, mit Abhängigkeitserkrankungen, an Alzheimer erkrankte Personen, usw.).

Dem Ernennungsantrag sind Dokumente beizulegen, die die persönliche, gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Situation des Begünstigten belegen. Er ist bei der Kanzlei des Gerichtes zu hinterlegen, wo die Person, für die ein Sachwalter bestellt wird, ihren Wohnsitz hat.

Es sind Kosten für die vorgesehenen Stempelmarken zu übernehmen.

Weitere Kosten fallen nur an, wenn der/die Antragsteller/in Experten beauftragt, für ihn/sie den Antrag zu verfassen und im gesamten Ernennungsverfahren zu begleiten

So verfasst zum Beispiel auch der Verein für Sachwalterschaft auf Nachfrage kostenpflichtig den Antrag um Ernennung des Sachwalters (Sammlung der Dokumente, Erarbeitung des Antrages, u.s.w.) und bietet auch weitere spezifische Leistungen an.

Gesetz Nr. 6 vom 9. Januar 2004 “Introduzione nel libro primo, titolo XII, del codice civile del capo I°, relativo all'istituzione dell'amministrazione di sostegno e modifica degli articoli 388, 414, 417, 418, 424, 426, 427 e 429 del codice civile in materia di interdizioni e di inabilitazione, nonché relative norme di attuazione, di coordinamento e finali.”

LG Nr. 12, 16. Juli 2018 „Förderung der Sachwalterschaft“

Es wurde das Landesverzeichnis zur Eintragung als freiwilliger Sachwalter erstellt.

In das Verzeichnis tragen sich Personen ein, die sich bereit erklären, diese Rolle für Personen außerhalb der Familie zu übernehmen.

Das Verzeichnis wird den Vormundschaftsrichtern übermittelt, um ihnen die Suche nach einem Sachwalter zu erleichtern, sofern dieser nicht innerhalb der Familie ausgemacht werden kann.

Es wird darüber hinaus auf Anfrage, auch den Direktoren/innen der Sozialdienste der Bezirksgemeinschaften, dem/der Generaldirektor/in des Betriebs für Sozialdienste Bozen, und den Direktoren/innen der anderen öffentlichen und privaten Dienste, die sich mit der Sachwalterschaft befassen, also dem Dachverband für Soziales und Gesundheit, dem Verein für Sachwalterschaft und der Gemeinde Meran, zugesandt.

Die Dienste und Vereine nutzen die im Verzeichnis eingetragenen Namen ausschließlich dann, wenn sie selbst den beim Landesgericht zu hinterlegenden Antrag abfassen. Dabei wird direkt im Antrag der Name einer im Verzeichnis eingetragenen Person vorgeschlagen, nachdem deren Zustimmung eingeholt wurde. Schlußendlich beschließt der  Vormundschaftsrichter die Ernennung.

Damit jemand zum Sachwalter ernannt wird, ist eine Eintragung in das Verzeichnis jedoch nicht notwendig.

Die Einschreibung in das Verzeichnis erfolgt auf Antrag der interessierten Person. Das Formblatt zur Eintragung  muss in allen seinen Teilen ausgefüllt, unterschrieben und beim Amt für Menschen mit Behinderungen persönlich abgegeben.Es kann auch mittels Brief oder E-Mail an das Amt gesandt werden, in diesem Fall zusammen mit der Kopie der Identitätskarte.

Die Landesabteilung Soziales sorgt jährlich für eine kostenlose  Aus- und Weiterbildung; deshalb hat sie den Verein für Sachwalterschaft beauftragt, Grundkurse und Weiterbildungskurse zur Sachwalterschaft zu organisieren. Die Kurse sind kostenlos.

Die Grundkurse richten sich an Personen, die beabsichtigen, sich in das Landesverzeichnis der ehrenamtlichen Sachwalter einzutragen, sowie an alle interessierten Personen.

Die Weiterbildungskurse richten sich an Personen, die bereits als Sachwalter tätig sind und besonders an diejenigen, die im Landesverzeichnis eingetragen sind.

 

Für weitere Informationen bitten wir Sie, die Webseite der für diesen Dienst zuständigen Institution zu besuchen.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 19.09.2019)

Zuständige Einrichtung

Amt für Menschen mit Behinderungen
Landhaus 12, Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 82 71
Fax: 0471 41 82 99
E-Mail: menschen.behinderungen@provinz.bz.it
PEC: disabilita.behinderung@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/familie-soziales-gemeinschaft