Beiträge für den Abbau architektonischer Hindernisse

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Ziel der Wohnbauförderung des Landes Südtirol ist es unter anderem, behinderten Personen mit dauerhaften funktionellen Beeinträchtigungen die Anpassung der eigenen Wohnung an ihre Bedürfnisse zu ermöglichen.

Damit sie in größtmöglicher Autonomie und Sicherheit ihr tägliches Leben in der gewohnten Umgebung bestreiten können, gewährt das Land Schenkungsbeiträge an Personen oder Familien aber auch an Kondominien oder Wohnheime, in denen diese Personen ihren Wohnsitz haben.

WELCHE ARBEITEN WERDEN GEFÖRDERT?

1. Beseitigung der bestehenden Hindernisse im Außenbereich (Zugang) und in der eigenen Wohnung (Hauptwohnsitz)

  • Rampen
  • Hebebühnen
  • Liftanlagen

2. Anpassung der Wohnung an die Bedürfnisse der behinderten Person

  • Anpassung des Badezimmers
  • Anpassung der Aufenthalts- und Schlafräume
  • Automatisierung von Türen, Jalousien, Fenster
  • Deckenlifte
  • Verbesserung der Lebensqualität durch Erweiterung der Wohnräume

3. Kauf einer barrierenfreien Wohnung, wenn die eigene (einzige) Wohnung aus technischen Gründen nicht umgebaut werden kann.

WER KANN EINEN BEITRAG ERHALTEN - WER KANN EIN GESUCH EINREICHEN?

  • Behinderte Personen mit bleibenden funktionellen Beeinträchtigungen wie Personen mit reduzierter Mobilität, Blinde, Gehörlose
  • Eltern minderjähriger behinderter Kinder
  • Familienangehörige, die Pflegegeld für behinderte Familienmitglieder beziehen, die in derselben Familiengemeinschaft leben
  • Kondominien und Wohnheime, wenn behinderte Personen dort ihren Wohnsitz haben

Seit dem 01.01.2017 muss dem Gesuch um Beitragsgewährung eine Bescheinigung der zuständigen Sanitätskommission, aus welcher die Invalidität oder die Behinderung, und gegebenenfalls die Schwere der Behinderung im Sinne von Artikel 3 Absatz 3 des Gesetzes vom 5. Februar 1992, Nr. 104, hervorgeht beigelegt werden;

Für Personen, die das 80. Lebensjahr bereits erreicht haben reicht, ansteller der oben angeführten Bescheinigung, ein ärztliches Zeugnis über bleibende funktionelle Behinderungen oder Beeinträchtigungen aus.

WIE HOCH IST DER BEITRAG, DEN MAN FÜR ARBEITEN DER BESEITIUNG ARCHITEKTONISCHER HINDERNISSE UND ANPASSUNGEN ERHALTEN KANN?

Den behinderten Personen mit bleibenden funktionellen Beeinträchtigungen wird ein Beitrag im Verhältnis zu ihrem jährlichen Gesamtfamilieneinkommen gewährt (Durchschnitt der EEVE-Erklärungen für die Jahre 2017 und 2018).

Dieser Beitrag kann ein Minimum von 30% bis zu einem Maximum von 70% der anerkannten Ausgaben ausmachen.

Die folgenden Einkommensstufen für den Zeitraum vom 01.07.2019 bis zum 30.06.2020, werden für die Ermittlung der Höhe des Beitrages benötigt.

WOBI-Einkommensstufe: DFWL bis 2,36       

1. Einkommensstufe:       DFWL bis 3,24     

2. Einkommensstufe:       DFWL bis 4,46

3. Einkommensstufe:       DFWL bis 5,07     

4. Einkommensstufe:       DFWL bis 5,48

Für Personen, für welche die Schwere der Behinderung laut Artikel 3 Absatz 3 des Gesetzes vom 5. Februar 1992, Nr. 104 festgestellt wurde, werden die Einkommensgrenzen um 20% angehoben.

Staffelung der Ausgaben und entsprechender Beitrag:

Die folgende Tabelle gibt die Höhe des Prozentsatzes an, der als Beitrag ausbezahlt wird. Dieser Prozentsatz ist auch von der Höhe der Ausgaben und von den Einkommensstufen abhängig.

Ausgaben

WOBI-Einkst.

1.Einkst.

2.Einkst.

3.Einkst.

4.Einkst.

0,00 € - 27.000,00 €

70%

40%

30%

30%

30%

27.000,01 € - 54.000,00 €

60%

60%

50%

40%

30%

54.000,01 € - 81.000,00 €

80%

80%

70%

50%

30%

Wird das Gesuch von Eltern minderjähriger Kinder eingereicht oder von Familienangehörigen die Pflegebedürftige Personen in ihrer Familiengemeinschaft pflegen, wird das Einkommen der betreffenden Eltern bzw. der Familienangehörigen zur Berechnung herangezogen.

An Kondominien und Wohnheimen wird ein Beitrag in der Höhe von 30% der anerkannten Ausgaben gewährt, sofern eine Person mit Behinderung ihren festen Wohnsitz dort hat.

Nachdem der Verwalter das Gesuch für das Kondominium eingereicht hat können die Personen mit Behinderung für ihren Anteil der Kosten einen zusätzlichen Beitrag erhalten, also ein separates Gesuch vorlegen. Dieser Beitrag steht nur jenen behinderten Bewohnern zu,  die die dritte Einkommensstufe nicht überschreiten.

Mindestausgabe, um einen Beitrag zu erhalten: 2.000,00 € (ohne MwSt.)

Höchstausgabe, auf die ein Beitrag gewährt wird: 81.000,00 €

WIE HOCH IST DER BEITRAG, DEN MAN FÜR DEN KAUF EINER BARRIERENFREIEN WOHNUNG ERHALTEN KANN?

Falls die eigene bereits besessene Wohnung aus technischen Gründen nicht anpassungsfähig ist, wird ein Schenkungsbeitrag in der Höhe von 20% des Konventionalwertes der gekauften Wohnung gewährt.

Die Erhebung der technischen Schwierigkeiten für eine Anpassung wird durch einen Lokalaugenschein vom Technischen Amt der Abteilung Wohnungsbau ermittelt.

Für Bozen ab Januar 2019 z.B.:

Konventionalwert pro m² Konventionalfläche: 2.072,00 €/m²

Beitrag pro m² Konventionalfläche: 414,40 €/m²

Für den Kauf einer barrierenfreien Wohnung können Personen mit bleibenden funktionellen Beeinträchtigungen, welche noch keine Wohnung besitzen, die Wohnbauförderung für Kauf einer Erstwohnung beanspruchen, wenn sie die allgemeinen und spezifischen Voraussetzungen zur Wohnbauförderung haben.

1) Einkommen:

Die wirtschaftliche Lage der Familie wird anhand der "Einheitlichen Einkommens- und Vermögenserklärung" (EEVE) ermittelt.
Die EEVE ist eine jährliche Erhebung der wirtschaftlichen Lage, um den Zugang zu verschiedenen Leistungen oder Tarifbegünstigungen des Landes zu ermöglichen.
Zur Ermittlung des "Durchschnittlichen Faktors der Wirtschaftlichen Lage" (DFWL) berücksichtigt man die EEVE der letzten beiden Jahre vor dem Jahr der Gesuchseinreichung, wenn das Gesuch nach dem 30. Juni eingereicht wird und des vor- und drittletzten Jahres vor dem Jahr der Gesuchseinreichung, wenn das Gesuch bis zum 30. Juni eingereicht wird.
Die Förderung kann nur beantragt werden, wenn für alle Familienmitglieder bei einem konventionierten Patronat oder Steuerbeistandszentrum (Caaf) die EEVE für beide Steuerjahre abgegeben wurde.

Das Gesamteinkommen des Gesuchstellers darf die Höchstgrenze von 5,48 (DFWL) der vierten Einkommensstufe nicht überschreiten:

WOBI-Einkommensstufe: DFWL bis 2,36       

1. Einkommensstufe:       DFWL bis 3,24     

2. Einkommensstufe:       DFWL bis 4,46

3. Einkommensstufe:       DFWL bis 5,07     

4. Einkommensstufe:       DFWL bis 5,48 

Auf Antrag einzelner behinderter Eigentümer von Wohnungen in Wohnanlagen, welche bereits einen Beitrag erhalten haben, kann der auf sie entfallende Anteil gefördert werden. In diesem Fall darf das Gesamteinkommen des Gesuchstellers die Höchstgrenze von 5,07 (DFWL) der dritten Einkommensstufe nicht überschreiten. 

2) Wohnsitz:

Der Invalide muss seinen festen Wohnsitz in diesem Gebäude, in welchem die Eingriffe durchgeführt werden, haben.

3) Invaliditätsnachweis bzw. ärztliches Zeugnis:

Dem Gesuch um Beitragsgewährung muss eine Bescheinigung der zuständigen Sanitätskommission, aus welcher die Invalidität oder die Behinderung, und gegebenenfalls die Schwere der Behinderung im Sinne von Artikel 3 Absatz 3 des Gesetzes vom 5. Februar 1992, Nr. 104, hervorgeht beigelegt werden. Für Personen, die das 80. Lebensjahr bereits erreicht haben reicht, ansteller der oben angeführten Bescheinigung, ein ärztliches Zeugnis über bleibende funktionelle Behinderungen oder Beeinträchtigungen aus.

4) Maximal zulässige Fläche der Wohnung:

Um zum Beitrag für den Abbau architektonischer Hindernisse zugelassen zu werden, muss die anzupassende Wohnung die Merkmale einer Volkswohnung oder Wohnung mit erhöhter Zimmerzahl besitzen und eine Nettowohnfläche von 160 m² nicht überschreiten.

5) Mindestausgabe, um einen Beitrag zu erhalten: 2.000,00 € (ohne MwSt.)  

Für die Nutzung dieses Dienstes ist keine Vorlage von zusätzlichen Dokumenten notwendig.

Die Nutzung dieses Dienstes ist kostenfrei.

Für weitere Informationen bitten wir Sie, die Webseite der für diesen Dienst zuständigen Institution zu besuchen.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 20.08.2019)

Zuständige Einrichtung

25.2. Amt für Wohnbauförderung
Landhaus 12, Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 87 40
Fax: 0471 41 87 59
E-Mail: wohnbaufoerderung@provinz.bz.it
PEC: wohnbaufoerderung.promozioneedilizia@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/bauen-wohnen/gefoerderter-wohnbau/

Parteienverkehr:

Haupsitz Bozen:

Landhaus 12

Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1 (Ecke Schlachthofstraße)

39100 Bozen

Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr

Donnerstag von 08:30 bis 13:00 und von 14:00 bis 17:30 Uhr

Informationen:

Amt für Wohnbauförderung - Tel.: 0471-418741

Technisches Amt  für Wohnbauförderung- Tel.: 0471-418761

AUSSENSTELLE:

In Übereinstimmung mit den Schulferien sind unsere Außenstellen geschlossen. Auf der Webseite der Abteilung Wohnungsbau werden die jeweiligen Schließungen der Außenstellen bekanntgegeben

Brixen:

Regensburger Allee 18 (Villa Adele)

Jeden zweiten und vierten Mittwoch des Monats

von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 17:00 Uhr

Bruneck:

Kapuzinerplatz 3

Jeden ersten und dritten Mittwoch des Monats

von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 17:00 Uhr

Meran:

Esplanade, Sandplatz 10

Jeden Dienstag von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 17:00 Uhr

Schlanders:

Schlandersburgstraße 6

Jeden ersten Mittwoch des Monats

von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 17:00 Uhr

Termine

Das Gesuch kann entweder vor Beginn der Arbeiten (mit den detaillierten Kostenvoranschlägen) oder nachdem die Arbeiten abgeschlossen sind (mit den bezahlten Rechnungen) eingereicht werden.
Das Gesuch muss auf jeden Fall innerhalb 6 Monaten ab Ausstellungsdatum der zuletzt ausgestellten Rechnung eingereicht werden.

Das Gesuch für den Kauf einer barrierenfreien Wohnung kann bei Vorlage eines registrierten Kaufvorvertrages eingereicht werden.