Betriebliche Kindertagesstätten und Tagesmutterdienst - Förderungen für Arbeitgeber

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Das Land fördert mit Beiträgen private und öffentliche Arbeitgeber vor, die für die Kinder ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Platz in einer betrieblichen Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter zur Verfügung stellen.

Die Arbeitgeber haben zwei Möglichkeiten, um die benötigten Plätze zur Verfügung zu stellen:

  1. Sie können bei einer bereits existierenden Kindertagesstätte in der Nähe des Betriebes Plätze ankaufen. Voraussetzung dafür ist, dass diese Kita im Auftrag der jeweiligen Gemeinde oder anderen Unternehmen/Arbeitgeber von einer Sozialgenossenschaft geführt wird.
  2. Sie können einen eigenen Dienst innerhalb des Unternehmens einrichten, mit dessen Führung sie eine der auf unserem Gebiet tätigen Sozialgenossenschaften beauftragen.

Arbeitgeber (öffentliche und private), die sich auf diese Weise an den Kosten der Betreuung für die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beteiligen, können einen Landesbeitrag in Höhe von 33,33% der zugelassenen Kosten erhalten.

  • Für auditfamilieundberuf“-zertifizierte Arbeitgeber ist eine Erhöhung dieses Prozentsatzes um 5% vorgesehen,
  • für Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten (Nutzung sozialer Federungsmaßnahmen) eine Erhöhung um 10%,
  • für Kosten vom Fachpersonal für die Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigung werden 100% vom Land finanziert und direkt an die Trägerkörperschaft ausgezahlt.

Damit der zustehende Beitrag ausgezahlt werden kann, hat der Arbeitgeber nach Zahlung der letzten Rechnung für das Bezugsjahr die Rechnungslegung in Form einer Eigenerklärung mittels des entsprechenden Formulars abzufassen- und einzureichen. Zudem ist eine Erklärung der leistungserbringenden Körperschaft beizulegen, welche Folgendes enthält:

  • eine zusammenfassende Auflistung der zu Lasten des Arbeitgebers ausgestellten Rechnungen/Ausgabenbelege, mit der Erklärung, das alle bezahlt worden sind
  • eine Auflistung der zu Lasten der nutznießenden Familien im betreffenden Kalenderjahr ausgestellten Rechnungen (Bezugsjahr des Beitrages)

Akkreditierung - Qualitätssicherung

Die Körperschaften, die mit der Führung einer Kindertagesstätte beauftragt sind, müssen selbst dafür Sorge tragen, dass sie alle Voraussetzungen für die Akkreditierung erfüllen. Außerdem müssen sie die Akkreditierung bereits erhalten oder zumindest den diesbezüglichen Antrag an die Familienagentur gestellt haben. Gemäß den geltenden gesetzlichen Bestimmungen haben sie sich zudem in regelmäßigen Abständen einer Erneuerung der Akkreditierung zu unterziehen.

Die Dienste Kindertagesstätte und Tagesmütter müssen unter Berücksichtigung der Akkreditierungskriterien laut DLH Nr. 42/2017, welche auch die neuen Qualitätsstandards für das frühpädagogische Handeln in den Kleinkindbetreuungsdiensten umfassen, geführt werden.

BEITRÄGE für Investitionen ausschließlich zu Gunsten der leistungserbringenden SOZIALGENOSSENSCHAFTEN:

Für Investitionskosten zur Errichtung/Einrichtung einer betrieblichen Kindertagesstätte können ausschließlich die Trägerkörperschaften/Sozialgenossenschaften Landesbeiträge für Investitionen (Ankauf Einrichtung, Umbau, Miete) im Sinne des LG Nr. 1/1993 erhalten.

Diese Bestimmungen sind hier abrufbar: siehe insbesondere Kapitel II Art. 5,7,8 des LG Nr. 1/1993.

Laut Beschluss der Landesregierung Nr. 689/2009 können folgende Beiträge gewährt werden:

  1. Für Ankauf, Umbau von Immobilien, Ankauf von Geräte und Ausrüstungen. Investitionsbeiträge im Ausmaß von höchstens 50% (bis zu 65% nur für Sozialgenossenschaften), zulässige Ausgabe von mindestens 5.000,00 €. Der Beitrag kann maximal das Zehnfache des Nettovermögens ausmachen. (Art. 3 Buchstaben b und c)
  2. Für Leasing: für unbewegliche und für bewegliche Güter. (Art. 3 Buchstabe e)
  3. Für Miete: maximal 50% der zulässigen Ausgaben (50 % der Gesamtausgaben) und maximal 5 Jahre nach der Errichtung der Genossenschaft. (Art. 3 Buchstabe f)

Besondere Bedingungen:

  1. Die Inanspruchnahme der genannten Begünstigungen ist für die Sozialgenossenschaften mit der Verpflichtung verbunden, die Bauten und die Sachen, wofür sie die Zuschüsse erhalten haben, für folgende Zeiträume weder zu veräußern noch abzutreten oder einer anderen Zweckbestimmung zuzuführen:
    1. zehn Jahre für Immobilien
    2. fünf Jahre für Ausrüstungen, Anlagen, Fahrzeuge usw.

STEUERLICHE BEGÜNSTIGUNGEN

für ARBEITGEBER und für die FAMILIEN, die das Angebot nutzen:

Aktuelle Informationen und detaillierte Erläuterungen sind auf der Seite der Agentur der Einnahmen (Agenzia delle Entrate) abrufbar: www.agenziaentrate.it/ilwwcm/connect/Nsi

Staatliche Bestimmungen:

Für vom Arbeitgeber/Unternehmen getätigten Investitionen:

  • art. 4 Legge 18 ottobre 2001 n. 383 (sog. Tremonti bis);
  • art.70 Legge 28 dicembre 2001 n. 448 (Haushaltsgesetz 2002);
  • art.91 Legge 27 dicembre 2002 n. 289 (Haushaltsgesetz 2003);

Steuerliche Behandlung der vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Beträgen und Diensten:

  • (Einheitstext zu den Einkommenssteuern). D.P.R. 22. Dezember 1986 Nr. 917 in geltender Fassung
  • Art.100: Abzug gemeinnütziger Ausgaben vom Gewinn des Unternehmens
  • Art.48 und Art.51, Absatz 2, Buchstaben f-bis e f-ter: Geld-, Sach- und Dienstleistungen des Arbeitgebers sind kein Einkommensbestandteil eines abhängig Beschäftigten.
Richtlinien zur Finanzierung der Betreuung in den Kleinkinderbetreuungsdiensten außerhalb Südtirols (BESCHLUSS DER LANDESREGIERUNG vom 4. September 2018, Nr. 876) - Formulare s. unten

 Alle Informationen gibt es auf einen Blick (Download)

Für weitere Informationen bitten wir Sie, die Webseite der für diesen Dienst zuständigen Institution zu besuchen.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 25.01.2019)

Zuständige Einrichtung

Familienagentur
Landhaus 12, Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1, 39100 Bozen
Telefon: 0471 418374 Maria Cristina Ghedina
Fax: 0471 41 83 79
E-Mail: familienagentur@provinz.bz.it
PEC: familienagentur.agenziafamiglia@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/familie-soziales-gemeinschaft/familie/

Termine

Das Ansuchen um einen Beitrag für den Ankauf von Plätzen bei einer Kindertagesstätte oder einer Tagesmutter ist innerhalb 28. Februar des jeweiligen Kalenderjahres – auch später im Jahr, wenn der Dienst nach dieser Frist in Anspruch genommen wird oder die Anzahl der betroffenen Kinder noch nicht definiert worden ist - bei der Familienagentur einzureichen.