Studienbeihilfen für postuniversitäre Ausbildungen

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Neuigkeiten in der Wettbewerbsausschreibung 2019/2020

Die Master der Grundstufe in Italien und die Weiterbildungsmaster im Ausland, welche nach dem Abschluss eines Hochschulstudiums des ersten Studienzyklus (3 Jahre) absolviert werden können, werden ab dem akademischen Jahr 2019/2020 im Rahmen der Wettbewerbsausschreibung für die ordentlichen Studienbeihilfen gefördert.

In der Wettbewerbsausschreibung für postuniversitäre Ausbildungen, akademisches Jahr 2019/2020, sind Studienbeihilfen für den Besuch von universitären Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung an der Freie Universität Bozen eingeführt worden.

Bestimmungen zur Besteuerung der postuniversitären Studienbeihilfen  

Nachdem Inkrafttreten des Stabilitätsgesetzes 2016 ist der Rechtsrahmen in Bezug auf die Besteuerung der Studienbeihilfen, welche von der Provinz Bozen an jene gewährt werden, die bestimmte postuniversitäre Lehrgänge besuchen, geändert worden.

Detaillierte Informationen können Sie imbetreffenden Dokument Rückerstattung Besteuerung postuniversitäre Studienbeihilfen nachlesen.

Alljährlich stellt das Land Studienbeihilfen für Studierende an Universitäten, Fachhochschulen oder diesen gleichgestellten Einrichtungen bereit. Die Beihilfen werden - aufgrund verfassungsrechtlich verankerter Grundsätze - über öffentliche, streng formaljuridische Wettbewerbe vergeben. Dabei werden die wirtschaftliche Lage und der Studienerfolg der AntragstellerInnen berücksichtigt.

Neben der Studienbeihilfe für postuniversitäre Ausbildungen gibt es noch die folgenden drei weiteren Maßnahmen im Bereich der Hochschulförderung:

  • ordentliche Studienbeihilfen,
  • außerordentliche Studienbeihilfen,
  • Leistungsstipendien.

Hochschulabschluss

Anspruchsberechtigt sind Studierende, die 

  • AbsolventInnen eines Hochschulstudiums des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und eine erste Ausbildung des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurs oder Doktoratsstudium (PhD) besuchen;
  • AbsolventInnen eines Hochschulstudiums des ersten Studienzyklus (mindestens 3 Jahre) oder des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und ein verpflichtendes Ausbildungs- oder Berufspraktikum absolvieren;
  • AbsolventInnen eines Hochschulstudiums des ersten Studienzyklus (mindestens 3 Jahre) oder des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und eine Ausbildung zur Erlangung einer Lehrbefähigung an der Freie Universität Bozen absolvieren.

Staatsbürgerschaft/Wohnsitz:

Anspruchsberechtigt sind: 

  • für eine Ausbildung in Südtirol:
    • EU-BürgerInnen oder
    • Nicht EU-BürgerInnen die eine langfristige EU-Aufenthaltsberechtigung für Italien besitzen oder BürgerInnen, denen laut Richtlinie 2011/95/EU der Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde bzw. die Nutznießende eines Subsidiärschutzes sind und dadurch italienischen Staatsbürgern und Staatsbürgerinnen gleichgestellt sind oder
    • Nicht-EU-BürgerInnen, die ohne Unterbrechung seit mindestens einem Jahr ihren Wohnsitz in Südtirol haben.
  • für eine Ausbildung außerhalb Südtirols:
    • EU-BürgerInnen oder Nicht-EU-BürgerInnen oder BürgerInnen, denen laut Richtlinie 2011/95/EU der Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde bzw. die Nutznießende eines Subsidiärschutzes sind und dadurch italienischen Staatsbürgern und Staatsbürgerinnen gleichgestellt sind und ihren Wohnsitz ohne Unterbrechung seit mindestens zwei Jahren in Südtirol haben.

Studium

Zugelassen sind jene Studierende, die

  • Eine erste Ausbildung des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurs besuchen, die mindestens 30 Studienkredite oder 750 Stunden umfasst (zur Abklärung, ob die besuchte Ausbildung diesen Kategorien entspricht, kontaktieren Sie bitte Frau Marieke Volgger, Tel. 0471 41 29 47);
  • ein verpflichtendes Ausbildungs- oder Berufspraktikum absolvieren, das mindestens 90 Tage dauert und 30 Wochenstunden umfasst (berücksichtigt wird dabei nur die Zeit, die zur Erreichung der Ausbildungsziele oder der Berufsbefähigung verpflichtend ist);
  • ein PhD an einer Universität absolvieren, das einen Besuch von mindestens 180 Tagen vorsieht;
  • eine universitäre Ausbildung zur Erlangung einer Lehrbefähigung absolvieren, die mindestens 30 Studienkredite oder 750 Stunden umfasst (sollte der Lehrgang in Modulen organisiert sein, ist es möglich ein einziges Gesuch für jedes Modul zu stellen).

Weitere Voraussetzungen:

  • mit der Ausbildung innerhalb von sechs Jahren nach Abschluss des ersten Hochschulstudiums (Bachelor oder Magister/Diplomstudium) begonnen haben;
  • im selben Zeitraum keine andere Fördermaßnahmen zur Bildungsförderung in Anspruch nehmen;
  • keine postuniversitäre Ausbildung derselben Art (Master, Spezialisierungskurs, Doktorat oder Berufspraktikum) bereits besucht haben;
  • das vorgesehene Höchsteinkommen laut Ausschreibung nicht überschreiten:
    32.000 Euro für Ausbildungen des dritten Studienzyklus, Spezialisierungskurse, Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung und PhD; 20.000 Euro für Praktika (die Kriterien zur Berechnung des bereinigten Einkommens entnehmen Sie der Wettbewerbsausschreibung im Anhang).

Dem vom Amt bereitgestellten Antragsformular sind folgende Unterlagen beizulegen:

  • für Ausbildungen des dritten Studienzyklus / Spezialisierungskurse / Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung: Aktuelle Bestätigung der Universität über die Gesamtdauer, Anzahl der Studienkredite oder Arbeitsstunden des Kurses, die im Kursjahr, für das eine Studienbeihilfe beantragt wird, erzielt werden;
  • für verpflichtende Ausbildungs- oder Berufspraktika: Bestätigung des Arbeitsgebers über die Gesamtdauer, die Anzahl der Wochenstunden und den Erhalt eines Praktikumsentgeltes;
  • für PhD: Bestätigung der Universität, aus welcher die Dauer, das Thema und die Ziele des Forschungsprojektes hervorgehen, sowie
  • nach dem jeweiligen abgeschlossenen Studienjahr eine Bestätigung des Betreuers, dass der Doktorand/die Doktorandin den vorgeschriebenen Studienerfolg erzielt hat bzw. eine Bestätigung über den erfolgreichen Fortschritt der Forschungsarbeit. Im ersten Jahr des Doktorats ist die Bestätigung nach der Zuweisung der Beihilfe vorzulegen und ist Voraussetzung für die Auszahlung der Studienbeihilfe.

Um den Antrag korrekt auszufüllen, ist es notwendig, die Wettbewerbsausschreibung genau durchzulesen (siehe unter "Formulare und Anlagen"). Beachten Sie, dass Sie als AntragstellerIn die erforderlichen Daten unter Ihrer eigenen Verantwortung erklären. Die Landesverwaltung verzichtet daher größtenteils auf die Vorlage von Unterlagen, führt je­doch Stichprobenkontrollen über den Wahrheitsgehalt der Erklärungen durch. Falscherklärungen werden sanktioniert und führen zu einem Ausschluss von allen Vergünstigungen bis zu zehn Jahre. In schwerwiegenden Fällen wird Strafanzeige erstattet.

Ausmaß der Studienbeihilfen

Dieses wird aufgrund von Studienkrediten, Arbeitsstunden und/oder der Dauer der Ausbildung sowie des bereinigten Einkommens berechnet und beträgt:

  • für Ausbildungen des dritten Studienzyklus / Spezialisierungskurse: maximal 8.000,00 Euro;
  • für PhD: maximal 9.000,00 Euro;
  • für Praktika: maximal 6.000,00 Euro;
  • für Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung: maximal 3.500,00 Euro.

Sollte der/die Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Entgelt/Entlohnung  für das Praktikum oder ein Gehalt für das Doktorat beziehen, wird das Ausmaß der Studienbeihilfe entsprechend herabgesetzt.

Sollte der/die Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Praktikumsentgelt bzw. eine Entlohnung beziehen, das mehr als 1.300,00 Euro brutto pro Monat beträgt, wird keine Studienbeihilfe gewährt.

Sollte der/die Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Gehalt als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in beziehen, das mehr als 1.500,00 Euro brutto pro Monat beträgt, wird keine Studienbeihilfe gewährt.

Für Studierende, die für die Ausbildung Studiengebühren im Ausmaß von mehr als 1.000,00 Euro entrichten, wird das Ausmaß der Studienbeihilfe bis zu maximal 60 Prozent angehoben.

Auszahlung der Studienbeihilfen

Im Falle ungenügender Mittel erfolgt die Zuweisung der Studienbeihilfen aufgrund einer Rangordnung.

Steuerabzüge gemäß Art. 13 des DPR 917/86 und „Bonus Renzi 80 Euro"

Einige postuniversitäre Studienbeihilfen werden versteuert und sind einem Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit gleichgestellt. Die Autonome Provinz Bozen, in Eigenschaft als Steuersubstitut, kann die Steuerabzüge laut Art. 13 des DPR 917/86 und/oder die Abzüge für zu Lasten lebende Familienmitglieder bezugnehmend auf die jeweilige Einkommenssituation und das Bezugsjahr, in welchem die Studienbeihilfe ausbezahlt wird - zuerkennen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Steuerfreibeträge nicht bereits von einem anderen Arbeitgeber zuerkannt worden sind, da man diese nur ein einziges Mal beanspruchen kann.

Der „Bonus Renzi" wird von der Autonomen Provinz zuerkannt, falls durch die Studienbeihilfe trotz Steuerabzüge eine Steuerschuld (Einkommenssteuer IRPEF) entsteht und falls der Bonus nicht bereits von einem anderen Arbeitgeber beansprucht wird.
Sollte dem Arbeitnehmer ein höherer Bonus als effektiv zustehend, ausgezahlt werden, so muss dieser beim Jahressteuerausgleich oder im Rahmen der Steuererklärung zurückgezahlt werden.

Weitere Informationen finden sie hier.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 10.12.2019)

Zuständige Einrichtung

Amt für Hochschulförderung
Landhaus 7, Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 29 43 Cornelia Lintner
E-Mail: hochschulfoerderung@provinz.bz.it
PEC: hochschulfoerderung.dirittostudiouni@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/bildungsfoerderung/

Parteienverkehr:

Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag: 8.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.30 Uhr

Termine

Ab 1. Jänner 2020 können die Gesuche eingereicht werden. Es stehen zwei Einreichtermine zur Verfügung:

  • Zwischentermin: Freitag, 29. Mai 2020
  • Letzter Einreichetermin: Mittwoch, 30. September 2020
     

Nach Ablauf der einzelnen Einreichtermine muss mit einer Bearbeitungszeit von ca. 6 Monaten gerechnet werden. Jeder Bewerber und jede Bewerberin wird schriftlich benachrichtigt.

Das Gesuch muss an eine der folgenden Modalitäten an das Amt für Hochschulförderung eingereicht werden, immer mit einer Kopie des Personalausweises:

a) per E-Mail an das Postfach des Amtes für Hochschulförderung hochschulfoerderung@provinz.bz.it

b) über PEC an hochschulfoerderung.dirittostudiouni@pec.prov.bz.it

c) persönliche Abgabe im Amt (Amt für Hochschulförderung, Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen, 2. Stock, Zimmer 215)

d) auf dem Postweg

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Übermittlung und das Zustellrisiko obliegen dem Antragsteller/der Antragstellerin.