Befähigungsnachweis für die Verwendung von giftigen Gasen

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Wer giftige Gase wie z. B. Ammoniak, Chlor, Cyanide, Schwefeldioxid u. a. anwendet, benötigt gemäß Königlichem Dekret vom 9. Jänner 1927, Nr. 147 in geltender Fassung, einen Befähigungsnachweis für die Verwendung von giftigen Gasen.

Um den Befähigungsnachweis zu erhalten, muss eine mündliche und praktische Prüfung absolviert werden und es muss die körperliche, geistige und moralische Eignung gegeben sein.

Die Prüfungskommission wird zweimal im Jahr einberufen. Das entsprechende Rundschreiben wird dem Südtiroler Gemeindenverband sowie den Berufsverbänden zugestellt.

Das Prüfungsergebnis wird den Kandidaten/Kandidatinnen schriftlich mitgeteilt.

Der Nachweis muss alle fünf Jahre erneuert werden. Die letzte allgemeine Überprüfung der Befähigungsnachweise wurde vom Generaldirektor für Prävention mit Dekret des Gesundheitsministeriums vom 15. Jänner 2019, veröffentlicht in der Gazzetta Ufficiale Serie Generale Nr. 120 vom 24.05.2019, angeordnet.
Der Befähigungsnachweis kann entzogen werden, wenn die Voraussetzungen für seine Ausstellung bzw. Verlängerung entfallen sind.
Der Befähigungsnachweis verfällt, wenn nicht bis zum 31. Dezember des Verfallsjahres ein Antrag auf Verlängerung gestellt wird. Bei Verzicht muss der Nachweis beim Amt für Prävention, Gesundheitsförderung und öffentliche Gesundheit abgegeben werden und wird eingezogen.

  • Körperliche, geistige und moralische Eignung
  • Keine anhängigen Strafurteile oder laufenden Strafverfahren
  • Volljährigkeit
  • Abschluss der Pflichtschule

Um zur Prüfung für den Erwerb der Befähigung zugelassen zu werden oder den Befähigungsausweis zu erneuern, ist es nicht erforderlich, einen Aus- oder Fortbildungskurs zu besuchen.

Erstausstellung des Befähigungsnachweises

  • Antrag auf Zulassung zur Prüfung und Ausstellung des Befähigungsnachweises für die Verwendung von giftigen Gasen
  • digitales Passfoto jüngeren Datums im JPG-Format in hoher Auflösung
  • Fotokopie eines gültigen Personalausweises
Erneuerung des Befähigungsnachweises  
  • Antrag auf Erneuerung des Befähigungsnachweises
  • digitales Passfoto jüngeren Datums im JPG-Format in hoher Auflösung
  • Fotokopie eines gültigen Personalausweises
  • zu erneuernde Befähigungsausweis

Ausstellung eines Duplikats des Befähigungsnachweises

  • Antrag auf Ausstellung eines Duplikats des Befähigungsnachweises
  • digitales Passfoto jüngeren Datums im JPG-Format in hoher Auflösung
  • Fotokopie eines gültigen Personalausweises
  • Bei starker Abnützung ist der zu erneuernde Befähigungsnachweis vorzulegen.
  • Bei Verlust oder Diebstahl des Befähigungsnachweises ist zusätzlich eine Verlust- bzw. Diebstahlanzeige vorzulegen. 

Verzicht auf den Befähigungsnachweis

Wer auf seinen Ausweis verzichtet, teilt den Verzicht schriftlich mit und legt dem Schreiben seinen Befähigungsnachweis bei. Dieser darf unter keinen Umständen von seinem Inhaber/seiner Inhaberin zurückbehalten oder weitergegeben werden.

Die Kosten für die Erstausstellung des Befähigungsnachweises belaufen sich auf zwei Stempelmarken zu je 16,00 €. Eine Stempelmarke wird dem Antrag beigelegt, die zweite Stempelmarke ist erst bei bestandener Prüfung für die Ausstellung des Ausweises fällig.

Die Kosten für die Erneuerung des Befähigungsnachweises oder Ausstellung eines Duplikates belaufen sich jeweils auf 16,00 € (Stempelmarke).

Die Prüfung zur Erlangung des Befähigungsnachweises für die Verwendung von giftigen Gasen besteht aus einem mündlichen und einem praktischen Teil.

Gegenstand der mündlichen Prüfung:

  • Grundbegriffe über die Aufbereitung und die industrielle Verwendung der Gase, Vergiftungsquellen während der Herstellung und der Verwendung des Gases, Vergiftungserscheinungen, Schutzmaßnahmen im Allgemeinen, sowie Erste-Hilfe-Maßnahmen;
  • Kenntnis der mit Königlichem Dekret vom 9. Jänner 1927, Nr. 147 genehmigten und mit Dekret des Präsidenten der Republik vom 10. Juni 1955, Nr. 854 abgeänderten Verordnung über die Verwendung der giftigen Gase, insbesondere Absatz II der genannten Verordnung.

Gegenstand der praktischen Prüfung:

  • Techniken für die verschiedenen Umgangsmöglichkeiten im Zusammenhang mit der Aufbewahrung, der Verwendung und den Transport jedes einzelnen giftigen Gases, für welches um die Genehmigung angesucht wird;
  • Gebrauch der Masken und der Gasschutzvorrichtungen.

Die Landesberufsschule Bozen für Handwerk und Industrie bietet bei genügender Teilnehmerzahl Vorbereitungslehrgänge auf die Prüfung für den Erwerb des Befähigungsnachweises in deutscher Unterrichtssprache an. Kontakt: Tanja Hildmann, Tel. 0471 540723 oder tanja.hildmann@berufsschule.bz.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 29.07.2019)

Zuständige Einrichtung

23.5. Amt für Prävention, Gesundheitsförderung und öffentliche Gesundheit
Landhaus 12, Kanonikus-Michael-Gamper-Straße 1, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 81 60
0471 41 81 61
E-Mail: praevention@provinz.bz.it
PEC: praevention.prevenzione@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/gesundheit

Parteienverkehr:

Montag - Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag: 9.00 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.30 Uhr

Termine

Der Einreichetermin für den Antrag auf Zulassung zur Befähigungsprüfung  für die Verwendung von giftigen Gasen wird dem Südtiroler Gemeindenverband sowie den Berufsverbänden mittels Rundschreiben bekannt gegegeben.

Der Befähigungsnachweis muss alle 5 Jahre erneuert werden. Die Anträge auf Erneuerung werden bis zum 31. Dezember des Verfallsjahres des Nachweises angenommen.