Beihilfe für die Erstniederlassung von Junglandwirten

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Die Beihilfe wird Junglandwirten gewährt, welche sich das erste mal in einem landwirtschaftlichen Betrieb niederlassen. Die Erstniederlassung erfolgt mit der Übernahme durch eine physische Person der zivil- und steuerrechtlichen Haftung eines landwirtschaftlichen Betriebes in der Eigenschaft als Betriebsinhaber für eine Mindestdauer von 10 Jahren, unter Beibehaltung der Betriebsflächen über den gesamten Verpflichtungszeitraum. Die Erstniederlassung findet mit der Eröffnung der MwSt.-Position im landwirtschaftlichen Bereich statt, welche ebenso wie die Unterschrift des Übernahme- oder Pachtvertrages oder im Falle der Erbfolge mit Ausstellung bzw. Widerruf mit Neuausstellung des Erbscheins, vor Gesuchstellung erfolgen muss.

Subjektive Voraussetzungen

1)   Zum Zeitpunkt der Abgabe des Gesuchs darf der Gesuchsteller das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben;

2)   Der Gesuchsteller muss eine physische Person sein. Es kommen nur solche Betriebe in Betracht, welche als Einzelunternehmen geführt werden;

3)   Der Gesuchsteller muss eine ausreichende berufliche Qualifikation vorweisen, bestehend entweder:

a)   in einem Studientitel;

b)   in einer Bestätigung über die erfolgte Teilnahme an landwirtschaftlichen Fortbildungskursen;

c)   in einem Nachweis über eine bereits vor Gesuchstellung erworbene dreijährige Berufserfahrung im landwirtschaftlichen Bereich;

4)   Der Gesuchsteller darf zum Zeitpunkt der Gesuchstellung ein Arbeitseinkommen aus nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeit beziehen, das das Zweifache des Bezugseinkommens eines hochspezialisierten landwirtschaftlichen Arbeiters laut nationalem Kollektivvertrag für landwirtschaftliche Arbeiter und Garbenbauarbeiter nicht überschreitet;

5)   Der Gesuchsteller muss innerhalb von 18 Monaten ab Niederlassung die Voraussetzungen des „aktiven Landwirts“ gemäß Artikel 9 der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 besitzen;

6)   Der Gesuchsteller darf keine Rückforderungsanordnung einer von der Europäischen Kommission in einem früheren Beschluss als unzulässig und mit dem Binnenmarkt unvereinbar erklärten Beihilfe erhalten haben;

7)   Junglandwirte, welche sich in einem Gärtnereibetrieb mit landwirtschaftlich genutzten Flächen niederlassen, müssen im entsprechenden Berufsverzeichnis eingetragen sein.

Objektive Voraussetzungen

1)   Die Begünstigten müssen den Betrieb zu 100% in Eigentum oder in Pacht übernehmen und unter der eigenen zivil- und steuerrechtlichen Verantwortung führen. Beim zu übernehmenden Betrieb muss es sich um einen geschlossenen Hof handeln;

2)   Der Betrieb muss sich in der Provinz Bozen befinden;

3)   Der landwirtschaftliche Betrieb muss eine Standardproduktion gemäß Tabelle des Nationalen Instituts für Agrarwirtschaft – Standardoutput - 2007 – Südtirol – innerhalb von € 3.500,00 und bis zu 10.000,00 aufweisen;

4)   Der Gesuchsteller muss über eine eigene MwSt.-Position im Bereich Landwirtschaft verfügen; diese Position darf frühestens 12 Monate vor dem Datum der Einreichung des Gesuches eröffnet worden sein;

5)   Der Gesuchsteller muss sich erstmals in einem landwirtschaftlichen Betrieb als Betriebsleiter niederlassen;

6)   Der landwirtschaftliche Betrieb muss einen Umsatz oder eine Bilanzsumme unter € 2 Mio. aufweisen.   

7)   Es darf sich nicht im Sinne des Art. 2, Punkt 14, der Verordnung (EU) Nr. 702/2014 um ein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ handeln;

8)   Gleichzeitig mit dem Gesuch muss ein Betriebsplan für die Entwicklung der Tätigkeiten des landwirtschaftlichen Betriebes und der die Erstniederlassung nachweisende Vertrag oder Erbschein vorgelegt werden.

Ausschlussgründe

Von der Prämie ausgeschlossen sind:

1)   Junglandwirte, die einen Betrieb von landwirtschaftlichen Unternehmern übernehmen, die zum Zeitpunkt der Übergabe jünger als 50 Jahre sind und denen die Beihilfe für die Erstniederlassung bereits gewährt worden ist;

2)   Landwirtschaftliche Gesellschaften und physische Personen, welche die Prämie in Eigenschaft als Gesellschafter beantragen;

3)   Junglandwirte, die das Gesuch nicht innerhalb des Annahmezeitraums zwischen
1. Jänner und 31. Juli stellen. Ausgeschlossen sind auch Junglandwirte und Junglandwirtinnen, die bereits länger als 12 Monate vor Einreichung des Antrags eine eigene MwSt.-Position im Bereich Landwirtschaft eröffnet haben.

Verpflichtungen

1)   Der Junglandwirt muss sich als Betriebsinhaber/Betriebsinhaberin niederlassen und den landwirtschaftlichen Betrieb für eine Mindestdauer von 10 Jahren führen und für den gesamten Verpflichtungszeitraum über die Grundstücke verfügen;

2)   Für dasselbe Vorhaben darf weder in Vergangenheit eine Beihilfe beantragt worden sein noch in Zukunft beantragt werden;

3)   Die im Betriebsplan angeführten Vorhaben müssen eingehalten und die darin enthaltenen Maßnahmen oder Investitionen innerhalb von 9 Monaten ab Entscheidung über die Gewährung der Prämie begonnen und innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren ab Entscheidung über die Gewährung der Prämie beendet worden sein sowie Beginn und Ende schriftlich mitgeteilt werden;

4)   Innerhalb von 18 Monaten ab Erstniederlassung müssen die Voraussetzungen des aktiven Landwirts gemäß Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 erfüllt sein;

5)   Innerhalb von drei Jahren ab Entscheidung über die Gewährung der Beihilfe muss der Junglandwirt eine angemessene Berufsqualifikation in Form von Studientiteln oder Diplomen über die erfolgreiche Teilnahme an landwirtschaftlichen Fortbildungskursen erlangen;

6)   Der Junglandwirt muss an der verpflichtenden Betriebsberatung teilnehmen;

7)   Im Falle von viehhaltenden Betrieben muss der Mindest- und Höchstviehbesatz eingehalten werden;

8)   Im Falle von nicht viehhaltenden Betrieben müssen die Bestimmungen bezüglich aktiver Wirkstoffe im Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln eingehalten werden.

Zum Zeitpunkt der Gesuchstellung müssen folgende Dokumente abgegeben werden:

1)   das Beihilfegesuch;

2)   der Betriebsplan;

3)   der Rechtstitel (Übernahme- oder Pachtvertrag) zum Nachweis der erfolgen Niederlassung;

4)   die gültige Identitätskarte des Gesuchstellers.

Vor dem Auswahlverfahren sind zusätzlich folgende Dokumente notwendig:

1)   das Formblatt “A” zur Auflistung der Liegenschaften, sofern diese nicht aus dem Betriebsbogen hervorgehen;

2)   das Dokument zum Nachweis der angemessenen beruflichen Qualifikation;

3)   die Steuerunterlagen, sofern der Gesuchsteller auch Einkommen aus nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeit bezieht.

Innerhalb von 9 Monaten ab Entscheidung über die Gewährung der Prämie muss folgendes Dokument vorgelegt werden:

1)   Das Formblatt betreffend die Mitteilung des Beginns der Durchführung des Betriebsplanes;

Innerhalb von 3 Jahren ab Entscheidung über die Gewährung der Prämie müssen folgende Dokumente nachgereicht werden:

1)   Der Studientitel oder die Bestätigung über die erfolgreich absolvierte Teilnahme an landwirtschaftlichen Fortbildungskursen, sofern sich der Gesuchsteller verpflichtet hat, die diesbezügliche Berufsqualifikation bis zu diesem Zeitpunkt zu erlangen;

2)   Die Bestätigung der erfolgten Teilnahme an der verpflichtenden Betriebsberatung.

Innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren ab Entscheidung über die Gewährung der Prämie muss folgendes Dokument vorgelegt werden:

1)   Das Formblatt betreffend die Mitteilung der ordnungsgemäßen Durchführung des Betriebsplanes und Antrag um Auszahlung des zweiten Teilbetrages.

Die vom Gesuchsteller getätigten Zahlungen sind durch Rechnungen und Quittungen oder durch gleichwertige Beweismittel zu belegen, bestehend z.B. in einer Fotodokumentation oder in technischen Unterlagen des realisierten Projekts, usw. Eine buchhalterische Belegung der Ausgaben ist nicht notwendig. Zur Überprüfung der kompletten und ordnungsgemäßen Durchführung des Betriebsplanes werden Kontrollen im Betrieb durchgeführt.

Für weitere Informationen bitten wir Sie, die Webseite der für diesen Dienst zuständigen Institution zu besuchen.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 03.12.2019)

Zuständige Einrichtung

Amt für bäuerliches Eigentum
Landhaus 6, Brennerstraße 6, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 50 16
0471 41 50 31
Fax: 0471 41 50 39
E-Mail: baeuerliches.eigentum@provinz.bz.it
PEC: lweigentum.agriproprieta@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/landwirtschaft/

Termine

Die Beihilfegesuche müssen innerhalb des  Zeitraumes vom 1. Jänner bis 31. Juli eines jeden Jahres gestellt werden. Junglandwirte, welche sich nach dem 31. Juli niederlassen, müssen das Gesuch im Zeitraum zwischen 1. Jänner bis 31. Juli des Folgejahres stellen, unter Beachtung der Verfallsfrist von 12 Monaten ab Eröffnung der eigenen Mehrwertsteuerposition in der Landwirtschaft.