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Home > Wissenschaftliche Ausrichtung und Dokumentation

Die Wissenschaftlichkeit in der Denkmalpflege ist heute eine allgemein akzeptierte, wenn auch in der Praxis aus unterschiedlichen Gründen oft vernachlässigte Forderung. Vorbereitung, Begleitung und abschließende Dokumentation jeder Maßnahme müssen wissenschaftlich und empirisch festgelegten Methoden und Grundsätzen folgen.

Im Umgang mit Bau- und Kunstdenkmälern ist als erster Schritt Archivforschung zu betreiben. Dabei sind alle verfügbaren Quellen, ob schriftliche, bildliche oder bauliche, auszuwerten. Grundlage für jede Planung und Ausführung sind ein verformungsgerechtes Bauaufmass und je nach Wichtigkeit des Objektes bzw. der Eingriffe weitere bauhistorische, archäologische und technische Untersuchungen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den historischen Disziplinen Kunst-, Architekturgeschichte und Archäologie, mit Naturwissenschaft und Technik ist sowohl in der Projektierung, Durchführung als auch Dokumentation unerlässlich.

Die Pflicht zur Dokumentation als Grundlage für die wissenschaftliche Erforschung sowie die Empfehlung zur Publikation sind Gegenstand von Art. 16 der Charta von Venedig und eine unbestrittene Forderung im Umgang mit Bau- und Kunstdenkmälern. Durch den direkten Kontakt mit den Objekten als originale Zeitzeugen arbeitet gerade die Bau- und Kunstdenkmalpflege unmittelbar mit den materiellen Quellen unserer Geschichte.
St. Leonhard in Passeier
Alte Kaser auf der Pfistrad Alm
Fotogrammetrische Aufnahme
Frontalansicht

Daraus können der Wissenschaft wesentliche Impulse zufließen, die das Geschichtsbild differenzieren und verändern. Neufunde tragen bei entsprechender Dokumentation und Publikation ebenfalls dazu bei. Andererseits erwachsen der praktischen Denkmalpflege durch neue Forschungsergebnisse neue Fragestellungen und Antworten. Denkmalpflege und Denkmalpfleger müssen daher ihren Wissenstand laufend aktualisieren und sind wesentlich am Prozess "Lebendige Geschichte" beteiligt.
Die geplante Publikationsreihe der Abteilung Denkmalpflege soll die Nähe zur Forschung intensivieren und die Möglichkeit geben, größere Forschungsprojekte in einem neuen Rahmen zu veröffentlichen. Geplant sind interdisziplinäre Arbeiten zu aktuellen Themen, in die auch externe Spezialisten (Bauforscher, Historiker, Kunsthistoriker, Dendrochronologen, Techniker usw.) mit einbezogen werden sollen. Einen Überblick über die Restaurierungsarbeiten eines Kalenderjahres gibt seit 1983 der Jahresbericht, in dem die einzelnen Objekte nach Gemeinden und Bauparzellen aufgelistet sind. Ein Kurzbericht beschreibt die durchgeführten Arbeiten und gibt über die gewährten Beiträge Aufschluss.
Zur weiteren Sensibilisierung und Information der Öffentlichkeit helfen Medienarbeit (Verfilmung der Tätigkeit der Abteilung), Informationstage für Fachgruppen, Vorträge, Organisation von Tagungen und Teilnahme an Messen.
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