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Diabetes

Diabetes mellitus ist mit seinen Komplikationen eines der größten Gesundheitsprobleme der Industrieländer; seine Prävalenz steigt - auch aufgrund der sich stärker verbreitenden Fettleibigkeit und des zunehmenden Bewegungsmangels - ständig an. Die Fachliteratur schätzt die Prävalenz auf rund 4,9% der allgemeinen Bevölkerung (ISTAT, 2010), wobei jedoch weitere 3% mit nicht diagnostiziertem Diabetes anzunehmen sind.
Der Diabetes mellitus tritt in zwei Hauptformen auf:

  • Diabetes Typ I (8% der Fälle) ist eine vorwiegend in der Kindheit und Jugend vorkommende Form, die mit Insulin behandelt werden muss
  • Diabetes Typ 2 (über 90% der Fälle) bricht allgemein im Erwachsenenalter oder Greisenalter aus und kann oft durch Diät, körperliche Bewegung und/oder orale Hypoglykämika unter Kontrolle gehalten werden.

Im Jahr 2010 wurden in Südtirol 18.795 diabetische Patienten betreut (18.385 durchlebte Jahre in durchlebten Jahren), bei einer Prävalenz an der gesamten betreuungsberechtigten Bevölkerung von 3,7%.
Die Prävalenz der Kranken steigt mit zunehmendem Alter an und erreicht Werte von 11,6% zwischen 65 und 74 Jahren und 14,4% ab 75 Jahren. Das Durchschnittsalter der diabetischen Bevölkerung liegt bei 67,9 Jahren.
Der Prozentsatz der Männer (52,6%) übersteigt jenen der Frauen leicht, ist aber vor allem in der Altersklasse zwischen 45 und 74 Jahren höher (66,5%).
Die Prävalenz der Krankheit verläuft auf Landesebene nicht wenig homogen. Die Städtegroßen Bevölkerungszentren verzeichnen standardisierte Prävalenzraten über dem Landesdurchschnitt, was auf eine höhere Inanspruchnahme des Landesgesundheitssystems seitens der dort ansässigen Diabetiker zurückzuführen ist. Die Sprengel mit den niedrigsten Prävalenzen sind Ahrntal, Salten – Sarntal – Ritten, Gadertal und Gröden.
Drei Viertel der Diabetiker auf Landesebene leiden auch an einer Herzkreislaufkrankheit, mehr als zwei Drittel an Hypertonie und ein Drittel an Dislypämie.
Über 70% der Südtiroler Diabetiker lassen im Jahr mindestens eine Kreatinin-Untersuchung (75,%) und eine Glykohämoglobin-Untersuchung (71,2%) durchführen (der gesamtstaatliche Vergleichswert, der in den Nationalen AMD-Leitlinien (AMD - Verband italienischer Diabetesärzte) für das Glykohämoglobin angeführt ist, beträgt 84% gegenüber einem angestrebten Zielwert von 100%).
Hinsichtlich der Pharmakotherapie nahmen im Jahr 2010 69,9% der diabetischen Patienten ein orales Antidiabetikum ein, 45,0% einen Lipidsenker, 40,3% einen Aggregationshemmer und 18,3% führten die Behandlung mit Insulin durch. Die pharmakologische Behandlung des Diabetes erfolgt in den meisten Fällen in Kombination mehrerer Medikamente: 87,1% der Diabetiker nahmen im Laufe des Jahres mindestens eines dieser Medikamente ein.
Die Hospitalisierungsrate wegen Diabetes beträgt in Südtirol 110,5 Aufenthalte pro 100.000 Einwohner (ausgeschlossen die Aufenthalte in italienischen Einrichtungen außerhalb des Landes und in österreichischen Einrichtungen). Berücksichtigt man nur die Bevölkerung über 18 Jahren, steigt die Rate auf 109,2 Aufenthalte pro 100.000 Einwohner.
Die Hospitalisierungsrate wegen Diabetes mit langzeitigen Komplikationen (in Bezug auf Nieren, Augen und Nerven, das periphere Kreislaufsystem oder andere Komplikationen) beträgt 42,9 Aufenthalte pro 100.000 Einwohner über 18 Jahre.  

Prävalenz der Diabetiker in der Provinz Bozen - Jahr 2010 
Werte pro 100.000 Einwohner

Prävalenz der Diabetiker - reelle unbereinigte Raten

Reelle unbereinigte Raten*
20.603 - 21.659 2.421,45 - 2.639,70
21.660 - 24.396 2.639,71 - 3.282,05
24.397 - 27.195 3.282,06 - 4.155,17
27.196 - 31.874 4.155,18 - 4.911,89

Prävalenz der Diabetiker - standardisierte Werte

Standardisierte Werte**
20.603 - 21.659 1.638,42 - 2.075,29
21.660 - 24.396 2.075,30 - 2.495,88
24.397 - 27.195 2.495,89 - 2.985,89
27.196 - 31.874 2.985,90 - 3.244,68

* Die reelle unbereinigte Rate ist das Verhältnis zwischen Anzahl der Fälle, bei denen die untersuchte Eigenschaft vorkommt, und der Bezugsbevölkerung. Im Unterschied zum standardisierten Wert kann er nicht verwendet werden, um Vergleiche zwischen Bevölkerungsgruppen verschiedenen Alters anzustellen.

** Der standardisierte Wert ist ein System, das die reelle unbereinigte Rate ausgleicht und er ermöglicht den Vergleich zwischen Bevölkerungsgruppen verschiedenen Alters.

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Tab 2.2.16 - Verteilung und Prävalenz der Diabetiker
Tab 2.2.17 - Comorbidität der Diabetiker
Tab 2.2.18 - Diagnoseuntersuchungen
Tab 2.2.19 - Pharmakologische Therapie
Tab 2.2.20- Hospitalisierungsrate wegen Diabetes

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Indikatoren im Überblick

  • Prävalenz der diabetischen Patienten an der gesamten Wohnbevölkerung: 3,7%
  • Durchschnittsalter: 67,9 Jahre
  • Drei Viertel der Diabetiker leiden an einer Herzkreislaufkrankheit, zwei Drittel sind Hypertonie-Patienten
  • Über 70% der Diabetiker lassen im Jahr mindestens eine Kreatinin- und Hämoglobin-Untersuchung durchführen
  • Diabetiker, die mindestens ein Medikament für Diabetes eingenommen haben (orales Antidiabetikum, Aggregationshemmer, Lipidsenker oder Insulin): 87,1%
  • Hospitalisierungsrate wegen Diabetes: 110,5 Aufenthalte von Ansässigen pro 100.000 Einwohner