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Diabetes

Diabetes mellitus ist die gewöhnlichste der metabolischen Krankheiten und ist durch einen hyperglykämischen Zustand gekennzeichnet, in anderen Worten eine Zunahme der Glucose (Zucker) im Blut. Der Blutzucker wird durch das Insulin, ein Hormon das im Pankreas produziert wird, geregelt; dank der Wirkung des Insulins steigt der Blutzucker normalerweise in nüchternem Zustand nicht über 110 mg/dl und nach einer Mahlzeit nicht über 140 mg/dl. Bei verminderter oder völlig eingestellter Insulinproduktion oder wenn das Insulin nicht wirksam ist, tretet Diabetes auf.

Man unterscheidet grundsätzlich zwei Typen von Diabetes:

  • Diabetes Typ 1: davon betroffen sind Personen unter 40 Jahren mit einem Inzidenzgipfel unter den 14 Jährigen. Diese Form von Diabetes tritt nach der Zerstörung der Pankreaszellen, die das Insulin produzieren, auf. Die Symptome treten plötzlich auf, begleitet durch übermäßigen Durst, erhöhter Diurese, vermehrtem Hunger der aber zu keiner Gewichtszunahme führt, sondern zu einer Gewichtsabnahme. Falls die Krankheit in der Anfangsphase nicht erkannt wird, kann sie für den Patienten lebensgefährlich werden. Diese Form von Diabetes kann ausschließlich mit mehrmaligem Insulin spritzen behandelt werden (und mit zusätzlicher geeigneter Diät)
  • Diabetes Typ 2: tritt meistens nach dem 40. Lebensjahr auf; die Diagnose wird sehr häufig zufällig während einer Laboruntersuchung, bei der erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt werden, gestellt. Sehr häufig haben die Patienten Übergewicht. Bei dieser Form ist das Insulin vorhanden oder sogar in erhöhtem Ausmaß präsent, aber es besteht eine Insulinresistenz im Gewebe.

Im Gegenteil zum Diabetes Typ 1, der normalerweise einen dramatischen Beginn hat, erfolgt die Diagnosestellung bei Diabetes Typ 2 relativ spät: es können sogar einige Jahre vergehen zwischen dem Auftreten und dem Erkennen der Krankheit. Es ist sehr leicht zum Diagnosezeitpunkt das Vorhandensein von Komplikationen im fortgeschrittenen Stadium festzustellen.

Diese Form von Diabetes kann am Anfang mit einer Diät und vermehrter motorischer Aktivität behandelt werden, auch zum Zwecke der Gewichtsabnahme im Falle von Übergewicht. Falls diese Maßnahmen nicht ausreichend sind, um den Blutzucker einzustellen, kann der Diabetes Typ 2 auch mit oralen Medikamenten behandelt werden.

Diabetes mellitus ist eine Krankheit mit großer sozialer Bedeutung und hat aufgrund des Umfanges seiner Verbreitung und der Schwere seiner Komplikationen eine nennenswerte Auswirkung auf die allgemeine Gesundheit. Eine Schätzung der Prävalenz des Diabetes in der italienischen Bevölkerung würde ca. 4,5% ergeben, was ca. 2 Millionen und 643 tausend Personen entspricht. 5,7% der gesamten Diabetiker leiden an Diabetes Typ 1 (ca. 150.000). Ein erheblicher Anteil ergibt sich aus den Diabetikern Typ 2 (ca. 2 Millionen und 437 tausend), wobei Männer (53,1%) häufiger betroffen sind als Frauen (46,9%). Außerdem unterstreichen die Experten, dass mehr als 200 tausend Personen zwischen 25 und 45 Jahren davon betroffen sind. Insbesondere in diesem kritischen Alter ist es sehr schwierig den Umgang mit der Krankheit zu lernen.

Organisatorische Richtlinien für die Behandlung des Diabetes

Die Betreuung von Diabetespatienten muss zu gleichen Teilen in Zusammenarbeit mit Allgemeinärzten und Diabetesfachärzten vorgenommen werden. So ist der gegenseitige Austausch von Wissen zum Zwecke einer effektiven und korrekten Zusammenarbeit im Interesse des Diabetespatienten gewährleistet. Ziel der integrierten Betreuung ist die Verbesserung der Möglichkeit einer Frühdiagnose und damit die Sicherstellung eines frühzeitigen integrierten Eingriffs, eine bessere Nachbehandlung, eine regelmäßige Kontrolle zur frühzeitigen Erkennung eventueller Komplikationsquellen, eine einheitliche und gut geplante Bearbeitung im Falle von Komplikationen.Das Aufkommen von Diabetes mellitus 2 (DMT2) ist aufgrund der Zunahme an Fettleibigkeit und Trägheit ständig im Wachsen begriffen. In den ersten Jahren ist die Krankheit meist asymptomatisch, und oft erfolgt die Diabetesdiagnose erst, wenn ein Patient bereits aufgrund der mit Diabetes zusammenhängenden Komplikationen eingeliefert wird. Schätzungen zufolge erkranken ca. 3-4% der Bevölkerung an DMT2, wobei der Prozentsatz mit zunehmendem Alter steigt und ab 65 Jahren bei 12 % liegt. Gezielte Untersuchungen anhand von Glukosekurven liefern mit 6-11% etwas höhere Werte und führen damit zur Annahme, dass unerkannter DMT2 ein sehr ernst zu nehmendes Phänomen ist, das neue und strengere Diagnose- und Kontrollstrategien voraussetzt.

Da DMT2 häufig mit Zuständen wie Fettleibigkeit, Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen zu-sammenhängt, die ihrerseits Teil des metabolischen Syndroms sind und zu erhöhtem Herzkreislaufrisiko führen, werden Personen, die einen oder mehrere Teile des obigen Syndroms aufweisen, auf die Krankheit hin untersucht.

Die durch Diabetes hervorgerufenen mikro- und makrovaskulären Komplikationen greifen zahlreiche Organe und Apparate an. Die Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten und auf das öffentliche Gesundheitssystem sind enorm:

  • Diabetiker sind zwei- bis viermal anfälliger für Herzkreislauferkrankungen als Nichtdiabetikertica
  • bei diabetischen Müttern kann der Anteil von Kindern mit angeborenen körperlichen Defekten bis zu 10% betragen, die Häufigkeit von Totgeburten liegt bei 3-5%
  • Diabetes ist der Hauptgrund für Erblindung im Alter zwischen 25 und 74 Jahren
  • Diabetes ist der Hauptgrund für mit Dialyse zu behandelnde Nierenerkrankungen
  • Diabetes ist der Hauptgrund für Amputationen der unteren Extremitäten aufgrund peripherer neurologischer und vaskulärer Probleme.

Jährlich werden in Italien aufgrund von Komplikationen wie Schlaganfällen, Myokardinfarkten, diabetischer Retinopathie, Nierenversagen oder zur Amputationen der unteren Extremitäten über 70.000 Diabetespatienten eingeliefert. Das stetige Ansteigen der Diabetesfälle ist jedoch nicht unausweichlich. 

Das primäre Ziel der Patientenbetreuung ist die Erhaltung des physischen, psychischen und sozia-len Gesundheitszustandes durch Prävention, Frühdiagnose, korrekte Therapierung mit Erziehung des Diabetespatienten zur Verantwortlichkeit und Prävention der akuten chronischen Komplikationen, die an sich die größte Gefahr für die Lebensqualität des Patienten darstellen und die Hauptgründe für die von der Krankheit verursachten wirtschaftlichen und sozialen Nachteile sind.

Um diese Ziele erreichen zu können, sind Zusammenarbeit und Kontakt zwischen Diabetesexperten, Allgemeinärzten, anderen Sparten des Gesundheitswesens und Selbsthilfegruppen zur Schaffung einer umfassenden, integrierten und kontinuierlichen und wirtschaftlich tragbaren Betreuung mit hohem Wirkungsgrad unbedingt notwendig.

Die integrierte Betreuung von Diabetespatienten besteht allerdings nicht einzig und allein aus dem diagnostisch-therapeutischen Aspekt, sondern wird durch Informations- und Aufklärungsaktivitäten für Betroffene und die Gesamtbevölkerung sowie durch regelmäßige Untersuchungen der Risikogruppen und zukünftig der gesamten Bevölkerung vervollständigt, damit eine bessere Kontrolle der Krankheit und wirksame Prävention gewährleistet werden können. 

Das Dokument "Organisatorische Richtlinien für die Behandlung von Diabetes im Erwachsenenalter" ist vor allem das Ergebnis der Arbeit von Fachärzten und Allgemeinärzten der Provinz Bozen. Es sollen Richtlinien ausgelegt werden, die eine bessere Betreuung der Diabetespatienten durch eine bessere Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen erlauben. Der Zweck des Dokuments ist es, gemäß eines festgelegten Standards Hinweise zu den Betreuungsmöglichkeiten für Diabetespatienten zu geben, indem die Rolle der Betreuer genau definiert und dadurch deren Leistung optimiert wird, wobei den Anweisungen der wichtigsten wissenschaftlichen Einrichtungen und der derzeitigen Situation in der Autonomen Provinz Bozen Rechnung getragen wird.

Die "organisatorischen Richtlinien für die Behandlung von Diabetes im Erwachsenenalter in der Autonomen Provinz Bozen Südtirol" sowie die Einsetzung des "Wissenschaftlichen Landesbeirates" für Diabetes sind mit Beschluss der Landesregierung Nr. 1031 vom 14.06.2010 genehmigt worden.


Landesdiabetesregister

Seit 1. März 2009 ist das Diabetesregister eingerichtet. Das Register soll ein Kontrollinstrument zur epidemiologischen Beobachtung von Diabetes Mellitus und damit zusammenhängenden Komplikationen sein. Für die jeweiligen Altersstufen werden mit dem Register Aufkommen und Prävalenz
der Krankheit und ihrer chronischen Komplikationen, die direkten und indirekten Kosten erhoben, Diabetes während der Schwangerschaft und das Vorkommen weiterer Risikofaktoren für Herz-Kreislaufkrankheiten untersucht.

Das Register stellt ein zentrales Element dar: Basismedizin und Diabetesdienste bilden miteinander eine ständig wachsende Datenbank - das Register - innerhalb dessen die notwendigen Mindestdaten für periodische Untersuchungen angesammelt werden und anhand dessen der kontinuierliche Austausch von Daten ermöglicht und gefördert wird. 

Der Informationsfluss des Diabetikerregisters stellt das Grundinstrument für die Erhebung der Mindestdaten dar, anhand derer die geleistete Betreuung der Patienten, die sich an die Diabetesdienste wenden und von Allgemeinärzten untersucht werden, dokumentiert wird.

Es folgen einige der Grundfunktionen, die das Diabetikesregister erfüllt:

  • Bestimmung und Aktualisierung der zu erhebenden Daten
  • Unterstützung der Datensammlung und Kontrolle der Vollständigkeit und Qualität
  • Bestimmung und Aktualisierung der Indikatoren und der periodischen Berichte
  • Statistisch-epidemiologische Analyse
  • Anfertigung und Veröffentlichung der periodischen Berichte.

Die ordentliche Verwaltung des Registers wird von der Epidemiologischen Beobachtungsstelle übernommen; sie garantiert die größtmögliche Vollständigkeit der Datenbank und überwacht Funktionalität und Erweiterung des Systems, indem sie Verständlichkeit und korrekte Anwendung der automatisierten Berichterstattungsfunktion an die Ärzte auswertet.

Der Leiter des Diabetesdienstes am Krankenhaus Bozen, Dr. Bruno Fattor, ist gleichzeitig der wissenschaftliche Verantwortliche des Diabetesregisters.

Die Datenerhebung findet in allen Diabetesdiensten der öffentlichen Krankenhäuser der Autonomen Provinz Bozen statt. Die Informationsformalitäten für das Diabetikerregister müssen von Diabetesdiensten und Allgemeinärzten für alle untersuchten Patienten vollständig abgewickelt werden. Eine Erhebungseinheit entspricht einer einzelnen Visite.

  1. Mit Beschluss der Landesregierung Nr. 4560 vom 01.12.2008 wurden die Leitlinien des Diabetesregisters genehmigt.
  2. Laden Sie hier die LEITLINIEN des Diabetesregisters herunter

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