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Mapping der chronischen Krankheiten

Für das Öffentliche Gesundheitswesen nehmen die Daten über die Anzahl der chronisch Kranken, über die Inanspruchnahme der Ressourcen, die Menge und Art der für die chronisch Kranken nötigen Leistungen und den Patientenbestand pro Basisarzt eine immer größere Bedeutung ein.
Die Informationen über die einzelnen chronischen Krankheiten sind nicht immer leicht aufzufinden, da es keine Ad-hoc-Informationsflüsse gibt. Andere Informationsflüsse (KEB, pharmazeutische und fachärztliche Tätigkeiten, ...), die zu Verwaltungszwecken eingeführt wurden und sich heute auch für epidemiologische und wirtschaftliche Zwecke geeignet erweisen, haben sich seit vielen Jahren jedoch konsolidiert.

Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass chronisch Kranke beim Gesundheitsbezirk um die krankheitsbezogene Ticket-Befreiung ansuchen würden; in Wirklichkeit ist die Datenbank der Ticket-Befreiungen aber nicht erschöpfend, wie es auch die Mapping-Studie der chronischen Krankheiten bestätigt, da ein chronisch Kranker oft, um nicht „etikettiert" zu werden, die Ticket-Befreiung gar nicht oder zumindest nicht für alle chronischen Krankheiten verlangt. Somit ging man also dazu über, anhand spezieller Untersuchungen oder mithilfe der Datenbanken jene Patienten ausfindig zu machen, die aufgrund einer chronischen Krankheit häufiger und vor allem pharmakologische Behandlungen und/oder Krankenhausaufenthalte und/oder besondere fachärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. Diese neue Studie ermöglichte es, über 50 % der chronischen Krankheiten zu erfassen, die andernfalls vielleicht nicht als solche erkannt worden wären.

Das Projekt Mapping der chronischen Krankheiten stellt eine Datenbank zur Verfügung, die anagrafische, epidemiologische und wirtschaftliche Informationen über die gesamten Betreuten der Provinz Bozen beinhaltet. Dies ermöglicht eine bessere Überwachung der erbrachten Gesundheitsleistungen und eine eventuelle Qualitätsverbesserung der angebotenen Dienste.

Premio Forum PA Salute 2007Die Epidemiologische Beobachtungsstelle der Autonomen Provinz Bozen gewann mit dem Projekt "Mapping der chronischen Krankheiten" den ersten Preis des "Premio salute 2007 del Forum PA 2007", der nationalen Messe der Öffentlichen Verwaltung. Der Preis wurde mit der Begründung vergeben, dass das Projekt (unter 150 weiteren teilnehmenden nationalen Projekten) die bereits bestehenden Datenbanken aufwerte und dabei nützliche Informationen für die Analyse der gesundheitlichen Bedürfnisse einer Bevölkerung, die Erkennung der Risikofaktoren, die Planung der Präventionspläne und die Überwachung der Gesundheitsausgaben bereitstelle.