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Überwachungssystem PASSI
Die Führung ungesunder Lebensstile wird heute in allen Ländern der Welt, insbesondere in den Industrieländern, als Katastrophe für das Gesundheitswesen angesehen, da sie das Risiko von chronischen und nicht übertragbaren Pathologien (v. a. Krankheiten des Herzkreislaufssystems, Tumore und Diabetes), die als häufigste Todes- und Krankheitsursachen bei Erwachsenen gelten, dramatisch erhöhen.
In Europa sind laut den jüngsten Daten der Weltgesundheitsorganisation die chronischen Pathologien für 86% der Todesfälle und 77% der Verringerung der Jahre in gutem Gesundheitszustand verantwortlich. In den Ländern der Europäischen Union fließen durchschnittlich 75% der Gesundheitsausgaben in diese Art von Krankheiten, die durch Änderung der Lebensstile wie z.B. Rauchentwöhnung, geringer Alkoholkonsum, erhöhter Konsum an Obst und Gemüse, häufigere körperliche Aktivität, Gewichtskontrolle und eingeschränkte Aufnahme von Fetten ins Blut und Bluthochdruck vorgebeugt werden können.
Das Gesundheitsministerium und die Regionen/Autonomen Provinzen engagieren sich schon seit längerer Zeit den chronischen Krankheiten anhand einer Reihe von Maßnahmen und institutionellen Initiativen entgegenzuwirken. Im Nationalen Gesundheitsplan 2006-2008 wird erneut unterstrichen, dass die Vorbeugung der Gesundheitsrisiken auch mittels der Einsetzung von Überwachungsnetzwerken mit lokalen, regionalen und nationalen Knotenpunkten innerhalb des Gesundheitssystems umzusetzen ist. Genauer wird darin die Notwendigkeit genannt, eine regelmäßige Überwachung der risikoreichen Verhaltensmuster durchzuführen. Zur Erreichung dieses Ziels nennt der Plan als wichtige Bezugserfahrung die PASSI-Studie, die 2005 und 2006 vom Nationalen Zentrum für Epidemiologie, Kontrolle und Förderung der Gesundheit, vom Obersten Gesundheitsinstitut (CNESPS) und von den Regionen, auf Auftrag des Nationalen Zentrums zur Vorbeugung und zur Kontrolle von Krankheiten (CCM), erfolgte. An dieser Studie haben 123 Sanitätsbetriebe, in Vertretung aller Regionen/Autonome Provinzen teilgenommen.
Protokoll des Überwachungssystems PASSI
Aufgrund der positiven Ergebnisse der Querschnittsstudien übertrug das CCM dem CNESPS die Aufgabe zur Umsetzung eines Versuchsprojektes für ein Überwachungssystem, mit dem einige Aspekte der Gesundheit italienischer Erwachsener bezüglich Risikoverhalten, der Anwendung von Vorsorgemaßnamen und anderen Tätigkeiten im öffentlichen Gesundheitsbereich kontinuierlich beobachtet werden sollten.
Im Juni 2007 wurde in der Provinz Bozen das Überwachungssystem PASSI eingeführt. Anhand einer Reihe von monatlichen telefonischen Interviews, die von Sanitätsassistentinnen des Sanitätsbetriebes durchgeführt werden, können die Entwicklung und die eventuellen Veränderungen in der Wahrnehmung des Gesundheitszustandes, den Lebensstilen und den Risikoverhaltensweisen erfasst werden. Dank den Antworten der Bürger erhält man eine aktuelle Fotografie der Lebensstile der erwachsenen Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren.
Die Besonderheit und Bedeutung dieses Überwachungssystems liegt darin, dass die Daten lokal erhoben, analysiert und weitergeleitet werden. Die auf lokaler Ebene erhaltenen Informationen, die hauptsächlich in den Sanitätsbetrieben verfügbar sind, und die schnelle Erstellung der Daten für die Analyse ermöglichen es, einem schwerfälligen zentralen System entgegenzutreten. Die Flexibilität eines solchen Systems ermöglicht den einzelnen Sanitätsbetrieben auch die Ergebnisse der bürgernahen Überwachung zu beobachten. Die Erfahrungen der Vereinigten Staaten, wo bereits seit Jahren ein ähnliches System eingeführt wurde, haben gezeigt, dass diese monatlichen Stichprobenerhebungen in kürzester Zeit glaubhafte Schätzungen über den Verlauf der zu analysierenden Phänomene ergeben. Die Themen der Überwachung sind: kardiovaskuläres Risiko, onkologische Screening, körperliche Aktivität, Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum, Zigarettenrauch, Verkehrssicherheit, geistige Gesundheit, Grippe- und Rötelnimpfung (Frauen im gebärfähigen Alter) und Sicherheit im Haushalt.
Anhand PASSI kann somit eine spezifische Datenbank auf Ebene des Sanitätsbetriebes errichtet werden, die progressiv wächst und aktualisiert wird und für die Überwachung des Verlaufs der Risikoverhalten und der Präventionsmaßnahmen dient. PASSI gestaltet sich außerdem als geeignetes Instrument, um den Gesundheitsbedürfnissen der Bürger in schneller und prompter Weise zuzuhören. Die Interpretation der gesammelten Daten wird für die Planung, die Einführung und die Beurteilung der Maßnahmen für die öffentliche Gesundheit sehr nützlich sein.
- Laden Sie hier das Protokoll des Überwachungssystems PASSI herunter
So kannst du deinen Beitrag für PASSI leisten
Kleinefür dich,
...grossefür die Gesundheit aller.
Das telefonische Interview
Die für das System PASSI vorgesehene Stichprobe besteht aus Personen zwischen 18 und 64 Jahren, die zu den Betreuten unseres Sanitätsbetriebs gehören und zufällig ausgewählt werden. Die telefonischen Interviews werden von Sanitätsassistentinnen des Sanitätsbetriebs durchgeführt. Die ausgewählten Bürger werden mittels Informationsbrief im Voraus benachrichtigt. Das Interview dauert ca. 15-20 Minuten.
Die gesammelten Informationen werden anonymisiert und laut Datenschutzgesetz verarbeitet. Diese Daten werden für die Planung von gezielten Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Lebensstils und zur Prävention von wichtigen chronischen Krankheiten wie Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes usw. verwendet. Diese Informationen werden auch für die Qualitätsverbesserung der Gesundheitsdienste unseres Sanitätsbetriebes nützlich sein.
Die Hausärzte wissen über diese Initiative Bescheid und können dir Erklärungen über den Sinn und Zweck dieser Initiative geben.
Warum ist es wichtig?
Nicht korrekte Verhaltensweisen und Lebensstile gelten heute als regelrechte sanitäre Notlage, da sie das Risiko an chronischen Krankheiten wie Tumoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes usw. zu erkranken, erhöhen. Das System PASSI ermöglicht Informationen über gerade diese Verhaltensweisen, die für die Gesundheit der Personen schädlich sein können und oft wenig bekannt sind, zu sammeln. Zusätzlich ist die Meinung eines jeden einzelnen über seinen eigenen Gesundheitszustand gefragt: "Wie geht es mir?", "Wie fühle ich mich?" Die regelmäßig gesammelten Informationen können vom Sanitätsbetrieb sowohl zur Planung von gezielten Maßnahmen für die Prävention der chronischen Krankheiten und für die Förderung eines gesunden Lebensstils verwendet werden, als auch für die anschließende Beurteilung der Maßnahmen im Bereich öffentlicher Gesundheit.
Die Hauptthemen der Studie sind: körperliche Aktivität, Zigarettenrauch, Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum, Verkehrssicherheit, Prävention des Brust- und Gebärmutterhalskrebses und des Kolon-Rektum Karzinoms.
Für den Sanitätsbetrieb ist es sehr wichtig den Standpunkt jeder einzelnen Person zu kennen, um Maßnahmen durchführen zu können, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Bürger ausgerichtet sind und um somit die Qualität der Gesundheitsdienste zu verbessern.
So wird es unserem Sanitätsbetrieb ermöglicht, nicht nur im Bereich Behandlung der chronischen Krankheiten, sondern auch im Bereich Vorsorge aktiv einzugreifen.
Wir brauchen deine Hilfe
Um die Informationen über die Risikoverhalten für die Gesundheit der Personen unseres Sanitätsbetriebes zu sammeln, ist die Zusammenarbeit aller notwendig. Die ausgewählten Personen können somit ihren konkreten Beitrag zur Verbesserung des eigenen Gesundheitszustandes und den der anderen Bürger leisten.
Die Bereitschaft der Bürger am Interview teilzunehmen, kann sicherlich die Kommunikation und den Dialog mit dem Sanitätsbetrieb fördern. Das Beantworten der Fragen des Interviewers ist eine der Möglichkeiten, um Lebensstil und Verhaltensweisen kennen zu lernen und gleichzeitig die eigene Meinung und die eigenen Bedürfnisse in Bezug auf Gesundheit zum Ausdruck zu bringen. Es ist auch eine Gelegenheit mit dem eigenen Sanitätsbetrieb zusammen zu arbeiten, um nützliche Maßnahmen für die Prävention und die Förderung der Gesundheit zu realisieren.
Mache deine Schritte, antworte auf den Fragebogen
Falls du zur Stichprobe der Personen zwischen 18 und 64 Jahren gehörst, wirst du einen Brief erhalten, der die Initiative beschreibt und die Telefonnummern der Verantwortlichen enthält, die dir zusätzliche Erklärungen geben können. Du wirst anschließend von einer Sanitätsassistentin des Sanitätsbetriebes telefonisch kontaktiert, der du deine Entscheidung bezüglich des Interviews mitteilen kannst. Falls du entscheidest das Interview durchzuführen, kannst du mit der Sanitätsassistentin den Tag und die Uhrzeit fürs Interview vereinbaren.
Falls du nicht kontaktiert wirst, RUF UNS AN. Dein Beitrag ist sehr wichtig!
Du kannst das Interview jederzeit abbrechen. Die Fragen sind sehr einfach und die Beantwortung der Fragen dauert ca. 20 Minuten. Deine Antworten werden mit denen der anderen befragten Personen zusammengefasst, um ein Gesamtbild der Informationen zu erhalten. Die Wahrung der Anonymität wird durch die Einhaltung des derzeitigen Datenschutzgesetzes und durch das Engagement und die Ernsthaftigkeit des Sanitätsbetriebes garantiert.
- Laden Sie hier das Booklet PASSI herunter (in italienischer Sprache)
Nützliche Links
PASSI - Istituto Superiore di Sanità
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