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Entwicklungszusammenarbeit | 07.08.2017 | 15:27

Südtirol leistet Beitrag zu Ernährungssicherheit in Zentralafrika

Der Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik, einem der ärmsten und instabilsten Länder Afrikas, ist zwar offiziell beendet, Konflikte und Gewalt dauern aber weiterhin an. 2,5 Millionen Menschen – das ist rund die Hälfte der Bevölkerung – leiden unter Nahrungsmittelknappheit, Hunderttausende befinden sich auf der Flucht.

.Mehr als 1000 Flüchtlinge können auf der Missionsstation betreut werden.

Auch bei der Missionsstation der Tertiarschwestern im Gebiet La Yola, nahe der Grenze zu Kamerun, suchten im vergangenen Jahr immer mehr Flüchtlinge Zuflucht. Eine alleinerziehende Mutter mit sechs Kindern musste aufgrund des bewaffneten Konflikts aus der Stadt Beberati fliehen: "Vier meiner Kinder waren unterernährt und hatten große gesundheitliche Probleme. Nach unserer Flucht nach La Yole hatte ich jede Hoffnung für eine bessere Zukunft aufgegeben." Die Tertiarschwestern konnten anfangs nur wenig zur Unterstützung der zahlreichen Geflüchteten beitragen: "Die Situation in La Yole war niederschmetternd. Immer mehr Kinder litten an Unterernährung", erklärt Sr. Loveline von der Missionsstation.

Im Rahmen eines Projektes, das die Tertiarschwestern gemeinsam mit dem Verein Etica Mundi auf die Beine gestellt haben, können sie seit Anfang dieses Jahres besser auf die Bedürfnisse von rund 1000 Flüchtlingen eingehen. Besonderes Augenmerk legen sie auf die Versorgung von etwa 200 unterernährten Kindern. Gleichzeitig erhalten Mütter Schulungen in Lebensmittelkunde und Ernährung, sowie Setzlinge, Samen und Gartenwerkzeuge, um ihre Kinder in Zukunft selbst ernähren zu können. Das Amt für Kabinettsangelegenheiten stellt für dieses Projekt 78.000 Euro zur Verfügung.

Aufgrund des Engagements der Schwestern der Missionsstation, der Unterstützung durch die lokale Gemeinschaft und der großen Motivation der Mütter zeigen sich bereits jetzt erste Erfolge. Die Mutter aus Beberati freut sich: "Dank des Projekts kann ich nun wieder ein Stück Land bebauen. Wir haben genug zu essen und meinen Kindern geht es viel besser. Ich kann sogar einen Teil meiner Ernte verkaufen und andere wichtige Waren einkaufen." Sr. Loveline bestätigt, dass sich die Situation in La Yole gewandelt hat: "Dank der Unterstützung Südtirols konnten wir dazu beitragen, dass die Sterberate bei den Kindern gesunken ist. Die meisten Kinder besuchen mittlerweile sogar die Schule."

Das Projekt läuft noch bis Ende November.

(SH)

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