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Partner

Das Landesgesetz besagt, dass Projekte und Programme der Entwicklungszusammenarbeit in den Entwicklungsländern (DCs) ausgeführt werden können, die in der Liste des DAC  (Development Assistance Committee), Komitee der Entwicklungshilfe der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Wirtschaftsentwicklung) eingetragen sind. In dieser Liste sind aber keine anderen geographischen Einschränkungen enthalten. Die begrenzten finanziellen Ressourcen des Landes zwingt aber zu einer Auswahl von bestimmten Ländern, um Einsatzmaßnahmen in ausgewählten Ländern und Regionen zu konzentrieren und öffentliche und private Ressourcen optimal für dauerhafte Partnerschaften zu nutzen. Aus diesem Grund hat sich im Laufe der Jahre eine Liste von Schwerpunktländern gebildet, in denen eine hohe Konzentration von Projekten, von Organisationen und der Provinz umgesetzt werden.

Wenn Vereine und gemeinnützige Organisationen oder einzelne Entwicklungshelfer Projekte in jenen Schwerpunktländern verwirklichen, die in der Anlage A der Kriterien des Landesgesetzes über die Zusammenarbeit enthalten sind, können zwischen 50 und 70 Prozent der förderfähigen Kosten finanziert werden. Der Anteil der Finanzierung sinkt stattdessen auf 35-50 Prozent im Falle von  Entwicklungsprojekten in anderen Ländern. Projekte für den Schutz von sprachlichen und kulturellen Minderheiten gelten auch als Schwerpunkt, und werden auch mit einem Prozentsatz zwischen 50 und 70 finanziert.

Liste der Schwerpunktländer:

Afrika: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Kamerun, Kenia, Mali, Mosambik, Ruanda, Senegal, Südsudan, Tansania, Togo und Uganda
Zentralamerika: Guatemala, Honduras, Kuba und Nicaragua
Südamerika: Bolivien, Brasilien, Ecuador und Peru
Asien: Afghanistan, Indien, Indonesien, Kambodscha, Nepal, Palästina, Philippinen, Sri Lanka, Tibet, Osttimor und Vietnam
Osteuropa: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Moldawien

 

Die Partner in Südtirol

Die Partner, mit denen die Autonome Provinz Bozen in Südtirol zusammenarbeitet, sind zumeist Vereine, gemeinnützige Organisationen oder Komitees, oder einzelne Freiwillige, die im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und Bewusstseinsbildung arbeiten. In diesen Vereinen wirken oft auch ehemalige Entwicklungshelfer, die ihre Erfahrung und ihr Wissen in die Zusammenarbeit einbringen.

Es gibt etwa 70 Vereine und gemeinnützige Organisationen, die jährlich eine Vereinbarung mit dem Land Südtirol für die Realisierung eines oder mehrerer Projekte schließen. In vielen Fällen sind diese Vereine Teil des Netzwerkes der "Eine-Welt-Gruppen", oder eine Gruppe von Missionaren,  die vom großen Einsatz vieler Freiwilligen gekennzeichnet sind und bedeutende Kenntnisse im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit erworben haben. Diese Bewegungen, die anfangs von Idealismus bewegt waren, haben sich im Laufe der Zeit entwickelt und sind professioneller geworden. Selbst Organisationen, die weitläufigere Ziele verfolgen - wie "Kolpingwerk", Verband der Landwirte, CTM Altromercato – beteiligen sich aktiv mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen in der Entwicklungszusammenarbeit.´
Diese Gruppen spielen außerdem eine ausschlaggebende Rolle in der Bewusstseinsbildung im Lande, in der Friedens- und Entwicklungserziehung, vor allem für junge Menschen.

Die Partner in den Entwicklungsländern

Entwicklungszusammenarbeit heißt Netzwerke schaffen, die Beseitigung von Hindernissen und die Förderung des Austausches von Erfahrungen zwischen Nord-Süd/Süd-Nord und auch Süd-Süd. Es heißt Weiterbildung durch die Förderung der Fähigkeiten der Akteure in den Partnerländern, um wirkliche Veränderungen in ihrer Gesellschaft und ihren Ländern zu unterstützen.
Vor allem bei den direkten Projekten des Landes wird die Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen in der jeweiligen Partnerregion gesucht. Bei vielen langfristig angelegten Projekten – z.B. das Projekt im Bezirk Gulu im Norden von Uganda– ist es eine wichtige Voraussetzung, institutionelle Kontakte zu haben, damit die jeweiligen Projekte in die lokalen Entwicklungsprogramme einbezogen werden und um die schon existierenden Projekte zu ergänzen. Diese offiziellen Kontakte reichen aber oft nicht aus. So sind – vor allem bei den von Freiwilligenorganisationen durchgeführten Projekten - örtliche Selbsthilfegruppen, Basisbewegungen und Nichtregierungsorganisationen (NRO) die bevorzugten Partner. Sie arbeiten direkt mit der Bevölkerung, erreichen besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen oft besser als entfernte Institutionen. Partner im Süden können auch Experten anderer Länder, von internationalen Organisationen oder örtlichen Institutionen sein, die dort schon arbeiten.