Staatlicher freiwilliger Zivildienst

Mit dem Gesetz Nr. 64 vom 06. März 2001 wurde der freiwillige Zivildienst eingeführt. Dieser Dienst bietet Jugendlichen die Möglichkeit eine wertvolle Beruf- und Arbeitserfahrung zu machen und dabei 433,80 Euro monatlich zu verdienen.

Der Einsatz der Freiwilligzivildienstleistenden erfolgt im Rahmen von Vorhaben und Tätigkeiten in folgenden Bereichen:

  • gesundheitliche und soziale Fürsorge,
  • Wiedereingliederung in die Gesellschaft sowie Notstandshilfe,
  • Erziehung und Kulturförderung,
  • Zivilschutz und Umweltschutz,
  • Entwicklungszusammenarbeit,
  • Schutz und Nutzung der Kunst.

Der Dienst dauert in Italien und im Ausland 12 Monate. Die Projekte werden von den akkreditierten Organisationen, nach den Vorgaben des staatlichen Zivildienstamtes ausgearbeitet und eingereicht.

Informationen für die Einrichtungen:

Um freiwillige Zivildienstleistende einstellen zu können, müssen die Einrichtungen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Keine Gewinnabsichten verfolgen;
  • Mindestens drei Jahre kontinuierliche Tätigkeit in einem oder mehreren der vorgesehenen Einsatzbereiche ausüben;
  • Übereinstimmung zwischen den eigenen institutionellen Zielen und den unter Art. 1 des Gesetzes Nr. 64 angeführten Zielsetzungen;
  • Organisationskapazität und Einsatzmöglichkeiten im staatlichen Zivildienst in Bezug auf: Personal mit spezifischen Kenntnissen in Ausbildung und Tutoring der freiwilligen
  • Zivildienstleistenden, soziale Betreuung und Monitoring der Zivildienstprojekte und Informatik.

Informationen für die freiwilligen Zivildienstleistenden:

Freiwilliger Zivildienst dauert 12 Monate und ist eine Möglichkeit für Jugendliche im Alter von 18 bis 29 Jahren (nicht vollendet). Die freiwilligen Zivildienstleistenden erhalten ein monatliches Entgelt von 433,80 Euro, das ihnen vom staatlichen Zivildienstamt (Ufficio Nazionale per il Servizio Civile UNSC)  direkt auf ihr Konto überwiesen wird. Es ist auch möglich, den freiwilligen Zivildienst im Ausland zu leisten, dabei erhöhlt sich das Entgelt umer Jugendliche zusätzlich 15,00 Euro pro Tag.
Die freiwilligen Zivildienstleistenden haben zudem Anrecht auf 20 Tage Beurlaubung.
Außerdem haben die Jugendlichen während der einjährigen Dauer des freiwilligen Zivildienstes Anspruch auf die staatliche Gesundheitsversicherung.
Das Jahr des staatlichen Zivildienstes kann als Bildungsguthaben im Rahmen der Schul- oder Berufsbildung bzw. als obligatorisches Berufs- oder Spezialisierungspraktikum für die Ausübung bestimmter Berufe angerechnet werden.
Die von Freiwilligen im Laufe des Zivildienstes erlangte Ausbildung kann ebenfalls von den Universitäten als Bildungsguthaben angerechnet werden.
Es sind die Jugendlichen selbst, die bei Veröffentlichung der Ausschreibungen zur Auswahl von freiwilligen Zivildienstleistenden, unter den dabei angebotenen Projekten jenes auswählen, das ihnen am interessantesten erscheint und sich in dem Bereich ansiedelt, in dem sie den Zivildienst leisten wollen.
Das Gesuch um Teilnahme am ausgewählten Projekt kann erst nach der Veröffentlichung der entsprechenden Ausschreibung und innerhalb der in der Ausschreibung festgelegten Frist eingereicht werden.
Bei jeder Ausschreibung des freiwilligen Zivildienstes darf nur ein Ansuchen um Zulassung zu einem einzigen Projekt eingereicht werden. Andernfalls wird der Bewerber von allen Projekten ausgeschlossen.
Das Gesuch um Zulassung muss auf dem Vordruck „Anlage 2+3“ der Ausschreibung verfasst werden. Daraufhin müssen alle Bewerber zu einem Auswahlverfahren antreten, das direkt vom Projektträger durchgeführt wird. Die Projektträger teilen den Bewerbern Datum und Ort des Verfahrens mit.

Die Zivildienstprojekte:

Die Projekte werden von den akkreditierten Organisationen, nach den Vorgaben des staatlichen Zivildienstamtes (Handbuch zu den Eigenschaften und Modalitäten für die Abfassung und Einreichung von Zivildienstprojekten 2018) ausgearbeitet und innerhalb eines definierten Termins bei der Autonomen Provinz Bozen, Amt für Kabinettsangelegenheiten eingereicht, sofern es sich um Organisationen handelt, die im Landesverzeichnis eingetragen sind. Sind die Organisationen im Verzeichnis der Region oder im Staatsverzeichnis eingetragen, müssen sie die Projekte bei der Region bzw. beim staatlichen Zivildienstamt einreichen.

  • Jedes Projekt trägt einen Titel und siedelt sich in einem Einsatzbereich an.
  • Die Projekte müssen Tätigkeiten in den Bereichen Fürsorge, Vorsorge und soziale Wiedereingliederung, Erziehung, Kulturförderung, Zivilschutz, Entwicklungszusammenarbeit, Umweltschutz, Schutz und Nutzung der Kunst- und Umweltschätze vorsehen.
  • In jedem Zivildienstprojekt sind Inhalte, Ziele und Aufgaben der freiwilligen Zivildienstleistenden ausführlich angeführt. Die Projekte beinhalten das Programm der allgemeinen und der spezifischen Ausbildung, die für die Jugendlichen vorgesehen ist.
  • Die Projekte müssen nicht nur die Tätigkeit der Freiwilligen und einen wöchentlichen Stundenplan vorsehen, sondern geben auch an, ob den Jugendlichen Unterkunft und/oder Verpflegung gewährt wird.

Jede Ausschreibung enthält in der „Anlage 1“ die vollständige Liste der Projekte. Die Ausschreibungen werden auf der Internetseite des staatlichen Zivildienstamtes unter dem Abschnitt „bando volontari“ (Ausschreibung für Freiwillige) veröffentlicht. Unter demselben Abschnitt der Internetseite ist es möglich, die genehmigten Projekte anhand der Auswahlkriterien Inland, Ausland, Region, Provinz, Gemeinde und Einsatzbereich zu finden.

Auf dieser Internetseite sind die in Südtirol angebotenen Projekte veröffentlicht.