Internationaler Tag der Migranten

Das Projekt 2020 - Kooperation und Resonanz

In unserer Zeit spielen die Förderung der Inklusion und die Einbeziehung von Einwanderern in allen gesellschaftlichen Bereichen und Initiativen eine sehr wichtige Rolle: Einwanderer, deren Rechte geschützt sind und die gut integriert sind, tragen stärker zur Entwicklung ihrer Herkunfts- und Aufnahmeländer bei. Die Gesellschaft muss die Erfahrung und die Fähigkeiten, die Menschen mit einer Migrationsgeschichte haben, erkennen und in der Lage sein, sie zu nutzen.

Bei der Integration von Zugewanderten haben Vereine eine große Bedeutung: sie bieten gezielte Tätigkeiten und Projekte an, die den Einstieg in der Aufnahmegemeinde erleichtern. Durch den Kontakt zu den Vereinen verbessern Migranten und Migrantinnen ihre Sprachkenntnisse, lernen die Umgebung besser kennen, treten mit den Einheimischen in Kontakt, erwerben neue Fähigkeiten und entwickeln ein Zugehörigkeitsgefühl - und sei es nur durch das Gefühl, bekannt und anerkannt zu sein.  Dies ist wichtig, um den Bürgersinn zu erlangen, der die Grundlage für ein gutes Zusammenleben bildet.

Migranten und Migrantinnen erfüllen grundlegende Aufgaben, um die europäischen Volkswirtschaften funktionsfähig zu halten. So entfällt in Italien fast ein Fünftel der Beschäftigten im Baugewerbe, in der Landwirtschaft und im Hotel- und Gaststättengewerbe auf Ausländer und Ausländerinnen und 69% der Beschäftigten im häuslichen Bereich . Im Jahr 2019 liegt der Anteil der Ausländer und Ausländerinnen an der Gesamtbevölkerung Südtirols bei 9,6% ("Dossier statistico IDOS 2020"). Diese Zahl verdeutlicht, dass die Einbeziehung und Einbindung von Einwanderern eine relevante gesellschaftliche Aufgabe darstellen.

Anlässlich des Internationalen Tages der Migranten möchte die Koordinierungsstelle für Integration in Zusammenarbeit mit anderen Landesämtern, mit einigen Schulen und mit den Vereinen, den Menschen mit einer Migrationsgeschichte ein Gesicht geben, die tagtäglich ihren Beitrag in wesentlichen Berufen leisten.

Schüler und Schülerinnen einiger Oberschulen in Bozen, Meran und St. Ulrich i. Gröden werden sich hierfür durch die Vereine in Kontakt mit Migranten und Migrantinnen setzten und derer tägliche Arbeit fotografisch aufnehmen. Die Fotodokumentationen werden am 18. Dezember 2020 auf den Webseiten und Infoscreens der Koordinierungsstelle für Integration und der Projektpartner (Landesämter, Schulen, Vereine) gestellt.

Das Projekt "Kooperation und Resonanz" wird im Jahr 2021 mit der Realisierung einer Wanderausstellung fortgesetzt. Zur Gestaltung der Ausstellung stellt das Gestaltungsbüro der GRUPPE GUT seine Erfahrung und sein Wissen zur Verfügung.

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Zur Photogallery

… in den Landesabteilungen:

  • Irene Costa (Ladinische Schule und Kultur)
  • Inge Niederfriniger, Barbara Gramegna (Pädagogische Abteilung/ Referat Migration)
  • Nadja Schuster (Abteilung Soziales)
  • Sara Cappello (Abteilung Italienische Kultur)

… in den Schulen:

Vereine und Sozialgenossenschaften:

… für die Wanderausstellung:

  • Uli Prugger und Alfonso Demetz, Gründer und Geschäftsführer der GRUPPE GUT

Projektkoordinierung: Dagmar Emeri (Koordinierungsstelle für Integration)

Öffentlichkeitsarbeit: Daniela Zambaldi (Koordinierungsstelle für Integration)

Zum Thema Fotorecht

Wir weisen darauf hin, dass eine informative und gut lesbare Handreichung zum Thema Fotorecht und Creativ Commons als Open Educational Resource (OER) in deutscher, italienischer und englischer Sprache als PDF-Datei zum freien Download auf der Webseite des Amtes für Film & Medien zur Verfügung steht: https://www.lichtbild-argentovivo.eu/de/leitlinien/handreichungen.html

Der kostenlose Online-Kurs „Lichtbild - Argento vivo“ vermittelt in deutscher und italienischer Sprache verschiedene Inhalte, die interaktiv und didaktisch aufbereitet wurden – unter anderem ein Kapitel zum Fotorecht: https://elearning.lichtbild-argentovivo.eu

Die sozialdokumentarische Fotografie

Der Begriff "Migration" laut Duden.

Kennen Sie Ihre Rechte?
Es ist eine Tatsache, dass die meisten Menschen nur einige der 30 Menschenrechte nennen können, die wir alle gemeinsam haben. Dennoch garantieren diese Rechte unsere Unversehrtheit, unsere Sicherheit und unser Leben. Dieser interaktive Kurs enthält eine Einführung zu den Menschenrechten und zeigt die Entwicklung der Menschenrechte im Verlauf der Geschichte bis hin zur Gegenwart:
https://www.deinemenschenrechte.de/course/

Die Kurzdossiers der Bundeszentrale für politische Bildung stellen komplexe Zusammenhänge im Themenfeld Migration, Integration, Flucht und Asyl auf einfache und klare Weise dar. Sie bieten unterschiedliche Perspektiven auf die Themen und beleuchten verschiedene Aspekte einer bestimmten Thematik: https://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/

Andere Links und kostenlose Online-Kurse in der Sektion LINKS der Webseite der Koordinierungsstelle für Integration.

Links zum Internationalen Tag der Migranten

UN-Wanderarbeiterkonvention

Der offizielle Text der UN-Wanderarbeiterkonvention(In englischer Sprache).

United Nations Treaty Collection: UN-Website mit Berichten über die Unterzeichnung und Ratifizierung internationaler Verträge (in englischer Sprache).

Interaktive Karte der Vereinten Nationen zum Stand der Ratifizierung von 18 internationalen Menschenrechtsverträgen.

Am 18. Dezember 2019 hat die Koordinierungsstelle für Integration durch zwei Sensibilisierungsaktionen die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf International Tag der Migranten gelenkt.

In der Stadtbibliothek Bozen wurden Lebendige Bibliotheken in Zusammenarbeit mit der OEW (Organisation für Eine solidarische Welt) für Oberschüler*nnen und für alle Interessierten organisiert. Die Lebendige Bibliothek verleiht Lebendige Bücher – Menschen, die in einer Form von Vorurteilen betroffen und daher oft sozialer Ausgrenzung und Diskriminierungen ausgesetzt sind. Diese Lebendigen Bücher stellen sich für persönliche Gespräche zur Verfügung: Die Leser*innen können Fragen stellen, mit den „Büchern“ in Dialog treten und unterschiedliche Lebenswelten kennenlernen.

An die breite Öffentlichkeit war das Video gerichtet, das an dem Tag in verschiedenen Einrichtungen - in Landhäusern und Museen, im Krankenhaus Bozen, in Südtiroler Zügen und Autobussen und als Vorspann im Filmclub gezeigt wurde. Das Video von Claudia Polizzi und Stefano Riba ist ein Mix von Bild-Sequenzen nonverbaler Kommunikation und kurzen informativen Texten aus der IDOS-Studie zur Einwanderung 2019 und dem Bericht von Eurispes Italien 2018. Das Video entstand aus dem Projekt Handy Hands, das in Zusammenarbeit mit dem Verein Donne Nissà und der Abteilung Italienische Kultur durchgeführt wurde.

Hier zum Video.

Jedes Jahr wird am 18. Dezember der Internationale Tag der Migranten begangen, der im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde, um der Annahme der Internationalen Konvention zum Schutz der Rechte von Wanderarbeitnehmern und ihren Familienangehörigen zu gedenken. Die Konvention wurde am 18. Dezember 1990 an der 45. Tagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. Nachdem der 20. Staat die Konvention ratifiziert hatte, trat sie am 1. Juli 2003 in Kraft.

Die Zahl der Ratifikationen ist im Vergleich zu allen anderen Menschenrechtsabkommen die niedrigste: bis heute haben nur etwa 50 Staaten die Wanderarbeiterkonvention ratifiziert. Darunter befinden sich keine “typischen" Einwanderungsländer. So fehlen sämtliche westliche Industrie- und Einwanderungsnationen.

Die Vereinten Nationen setzten sich aktiv mit den Bedingungen von Wanderarbeitern und -arbeiterinnen nach dem Unfall auseinander, der sich 1972 im Mont-Blanc-Tunnel ereignete: Der Unfall eines Lastwagens, der Nähmaschinen transportierte, verursachte den Tod von 28 Arbeitern aus Mali, die sich in dem Lastwagen versteckt hatten, um in Frankreich, einen Arbeitsplatz und bessere Lebensbedingungen zu erhalten.
Das Übereinkommen erkennt die besondere Situation der Verletzlichkeit von Wanderarbeitnehmern an und fordert menschenwürdige und legitime Arbeits- und Lebensbedingungen. Darüber hinaus bietet es Leitlinien für die Entwicklung nationaler Migrationspolitiken auf der Grundlage der Achtung der Menschenrechte und schlägt eine Reihe von Bestimmungen zur Bekämpfung des Missbrauchs und der Ausbeutung von Wanderarbeitnehmern und ihren Familienangehörigen während des Migrationsprozesses vor.

Die Koordinierungsstelle für Integration möchte jedes Jahr mit einem konkreten Projekt an die Konvention und den Migrantentag erinnern und damit einen kleinen Beitrag zur Sensibilisierung der öffentlichen Meinung und der Institutionen leisten.