Frühe Hilfen Südtirol

Bei den „Frühen Hilfen“ handelt es sich um ein Gesamtkonzept, welches Angebote und Maßnahmen für (werdende) Eltern und Kinder bis zu drei Jahren in den Bereichen Gesundheit, Soziales sowie Erziehung/Bildung bündelt. Das Ziel besteht darin, die Familien früh- und rechtzeitig zu unterstützen, um das Wohl der Kinder zu fördern und ihnen ein möglichst gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei jenen Familien geschenkt, die psychosozialen, finanziellen oder sonstigen Belastungen unterliegen.

Das Elternsein ist nämlich für viele Familien mit vielfältigen, neuen Herausforderungen und unterschiedlichen Belastungen verbunden. Häufig reichen die innerfamiliären Ressourcen und Unterstützungssysteme nicht aus oder fehlen gänzlich.

Welche Hilfsangebote und Initiativen gibt es für Eltern und ihre Kinder bis zum dritten Lebensjahr in belasteten Situationen? Was brauchen betroffene Familien mit Säuglingen und Kleinkindern für eine frühe und rechtzeitige Unterstützung? Was braucht es, um die Erreichbarkeit zu erleichtern? Wie können bestehende Angebote und Netzwerke besser koordiniert und folglich die so genannten „Frühen Hilfen“ in Südtirol weiterentwickelt werden?

Mit diesen und weiteren Fragen des Elternseins hat sich in den vergangenen zwei Jahren ein Forschungsprojekt der Abteilung Soziales sowie der Stiftung Forum Prävention in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe "Claudiana", der Freien Universität Bozen sowie unter Einbeziehung der Abteilung Gesundheit, der Familienagentur des Landes und der Koordinierungsstelle für Integration auseinander gesetzt. Dabei wurde das bestehende Angebot für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern erhoben und die Stärken und Schwächen des Südtiroler Systems durchleuchtet. Diese spiegeln die Grundlagen für eine künftige Weiterentwicklung des aktuellen Unterstützungssystems für (werdende) Eltern und deren Kinder im Alter von bis zu drei Jahren wider.

Die Inhalte und Ergebnisse der Forschung können nachfolgend im Kurzbericht bzw. im vollständigen Forschungsbericht, die als download zur Verfügung stehen, nachgelesen werden.

 

TAGUNG 23.11.2016 - Frühe Hilfen: Eine Chance für die gesunde Entwicklung von Kindern

Im Rahmen der Tagung wurden verschiedene Systeme und konkrete Praxisbeispiele der „Frühen Hilfen“ aus Deutschland, Italien, Schweiz und Österreich vorgestellt. Es wurde erörtert, wie man Familien möglichst frühzeitig und bedarfsgerecht erreichen kann und wie qualitätsvolle Angebote gestaltet werden sollen. Zudem wurden die Forschungsergebnisse zu den „Frühen Hilfen Südtirol“ vorgestellt und konkrete Schritte für die Weiterentwicklung aufgezeigt.

Martin Hafen - Frühe Hilfen/Frühe Förderung: auf dem Weg zu einer präventiveren Sozial- und Gesundheitspolitik

Christa Ladurner - Frühe Hilfen Südtirol: Ergebnisse des Forschungsprojektes

Harald Geiger - Die gesundheitlichen Auswirkungen früher Kindheitserfahrungen: Konsequenzen für soziale und medizinische Versorgungssysteme

Alexandra Wucher / Christine Rinner - Netzwerk Familie Frühe Hilfen Modellprojekt Vorarlberg

Silvia Fargion - Eltern sein in einer sich verändernden Gesellschaft: Herausforderungen und neue Möglichkeiten

Andreas Eickhorst - Frühe Hilfen für Familien in Deutschland. Wer braucht sie? Wer kennt sie? Wer nutzt sie?