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Die Geschichte

Die Anfänge

Alte FeuerwacheLaut der Bozner Feuerlöschordnung aus dem Jahre 1827 bestand die "Feuerlöschanstalt" aus der Vorstehung (Bürgermeister, Stadtbaumeister), dem Löschpersonal, das von den einzelnen Zünften unter der Leitung geeigneter Handwerksmeister gestellt wurde, aus dem Ordnungs- und Rettungspersonal, welches sämtliche Lehrer mit anderen Bürgern, die hochwürdige Geistlichkeit, den "Stadtphysikus" (Stadtarzt) und den "Polizeiwundarzt" umfaßte. Anton Schiestl, Turnlehrer aus Innsbruck, gründete im Jahr 1860 in Bozen einen der größten Turnvereine im damaligen Österreich. Ende November 1862 trat Bürgermeister Dr. Streiter an den leitenden Turnrat Anton Schiestl heran, mit der Bitte, für die neu anzuschaffende Feuerwehrspritze der Stadt Bozen die Bedienungsmannschaft zu stellen. Schließlich wurde die Aufstellung eines organisierten Feuerwehrkorps beschlossen und am 11. November 1863 verpflichteten sich 74 Turner zum Eintritt in die so genannte "Turnerfeuerwehr". Am 20. Dezember 1864 wurde Schiestl zum Kommandanten bestimmt. Auf Jahre des Aufbaues folgte ein Rückschlag aufgrund verschiedener Unzulänglichkeiten; diese Feuerwehr löste sich auf.

Freiwillige Feuerwehr

ÜbungDie Bozner hatten inzwischen die Feuerwehr zu schätzen gelernt und durch die Bemühungen vieler Bürger wurde am 17. Jänner 1874 diese gemeinnützige Institution als nunmehr "Freiwillige Feuerwehr" neu gegründet; der Beitritt stand nun ohne Unterschied allen offen, die Ausbildner blieben die Turner. Es sei erwähnt, dass Bozen zu diesem Zeitpunkt noch eine sehr kleine Anzahl an Bewohnern hatte (ca.3000) und deshalb dieser Dienst noch mit freiwilligen Kräften zu bewältigen war.
Es kam erneut zu einem raschen Aufschwung, 1878 wurde eine neue Wasserleitung in Betrieb genommen; sie war mit ihren 79 Hydranten und einem Wasserdruck von 4 Atmosphären natürlich viel besser zur Brandbekämpfung geeignet. Das Jahr zuvor wurde eine Feuerwehrkapelle gegründet, die den Zusammenhalt im Korps und mit der Bevölkerung verstärkte.
Im Jahr 1882 bewährte sich die Feuerwehr ganz besonders bei den Überschwemmungen von Eisack und Talfer.1884 wurde ein Feuermeldetelegraph installiert. 1890 legte Schiestl des Kommando über die freiwillige Feuerwehr, das er jahrzehntelang in mustergültiger Weise geführt hatte, zurück. Für seine unvergleichlichen Dienste erhielt er vom Kaiser das goldene Verdienstkreuz.
Schiestl starb am 15. November 1900 im Alter von 68 Jahre. Vier Jahre später, am 25. September 1904, wurde an der damaligen Feuerwehrkaserne, am Waltherplatz, wo jetzt das Stadthotel steht, in feierlicher Weise eine große Gedenktafel in weißem Marmor enthüllt, die unter dem Bozner Stadtwappen in drei Relieffeldern links einen Feuerwehrmann, der ein Kind aus den Flammen rettet, in der Mitte das Reliefporträt von Schiestl und rechts einen Turnlehrer mit Schüler zeigte; darunter ist das Feuerwehr- und Turnerwappen angebracht.
Etwa 1906/07 übersiedelte die Feuerwehr vom Waltherplatz auf den Pfarrplatz in das gemeindeeigene Haus gegenüber dem Löwenportal der Pfarrkirche.

Die Bozner Feuerwehr während der Weltkriege

ÜbungWährend des Ersten Weltkrieges konnte die Freiwillige Feuerwehr Bozen nur mit großen Mühen den Brandschutzdienst einigermaßen aufrecht erhalten.
Mit der Machtergreifung des faschistischen Regimes im Jahre 1925 wurden in Südtirol sämtliche Vereine und Organisationen aufgelöst. Die freiwilligen Feuerwehren wurden durch Berufsfeuerwehren ersetzt; es wurden damals in Südtirol sieben Standorte eingerichtet (Bozen, Meran, Brixen, Bruneck, Sterzing, Schlanders und Neumarkt). Die gesamtstaatliche Reform des Feuerwehrwesens mit der Gründung des nationalen Feuerwehrkorps im Jahre 1941 bedeutete für die Provinz Bozen die Errichtung des 15. Landeskommandos und war somit integrierter Bestandteil des nationalen Feuerwehrkorps.


Neuere Geschichte

VorstellungDie Berufsfeuerwehr Bozen geht in ihrer jetzigen Form auf das Jahr 1948 zurück. Nach der Befreiung von Faschismus und deutscher Besatzung konnte aufgrund des Verfassungsgesetzes vom 26.02.1948 die primäre Gesetzgebungsbefugnis im Bereich Feuerwehrdienst vom Staat auf die Region Trentino - Südtirol übergehen. Auf diese Befugnis aufbauend wurde das Grundgesetz für den Feuerwehrdienst als Regionalgesetz vom 20.08.1954 erlassen. 18 Jahre später, nach Inkrafttreten des neuen Autonomiestatutes vom Jahr 1972, hat die Region mit Regionalgesetz vom 02.09.1978 ihre Verwaltungsbefugnisse an die Provinzen Trient und Bozen delegiert. Für die heutige Situation bedeutet dies, je eine Berufsfeuerwehr in den Provinzhauptstädten und Freiwillige Feuerwehren organisiert über Bezirks- und Landesverbände und Betriebsfeuerwehren. Somit verfügt Bozen über die einzige Berufsfeuerwehr in Südtirol, während das restliche Landesgebiet durch Freiwillige Feuerwehren abgedeckt wird.


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(Letzte Aktualisierung: 31.10.2013)