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Fischverbreitungskarte
Zielsetzung des Projektes
Südtirol ist ein wasserreiches Land mit zahlreichen unterschiedlichen Gewässertypen: von den idyllischen Gebirgsbächen und -seen bis zu kanalisierten Flüssen und Gräben in den Talniederungen. Die Gewässer mit ihrer umliegenden Vegetation zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unseres Landes. Eine systematische Erfassung des Vorkommens der verschiedenen Fischarten Südtirol lag bisher nicht vor. Daher wurde ein Projekt zur Erstellung einer Fischverbreitungskarte ins Leben gerufen..
Das Projekt verfolgt zwei Ziele:
- die Erstellung einer Verbreitungskarte aller vorkommenden Fischarten;
- die Verwendung der gewonnenen Erkenntnisse für die Optimierung der fischereilichen Bewirtschaftung der Gewässer.
Der erhebliche Aufwand der Bestandeserhebungen, welche sich auf Elektroabfischungen von Probestrecken stützen, machte es erforderlich, das Projekt über mehrere Jahre auszudehnen. Die Erhebungen in den Fließgewässern und Gräben wurden im Jahr 2000 begonnen und 2004 abgeschlossen. Eine Ausdehnung auf einige Seen ist für das Jahr 2005 geplant.
Die durchgeführten Erhebungen

Die bei den Aufnahmen angewandte Methodologie ist vom Gewässertyp abhängig:
- Bei den Bächen kommt eine quantitative Stichprobenerhebung zur Anwendung. Die sich in einem gewählten Gewässerabschnitt von 50-150 m Länge befindenden Fische werden in zwei nacheinander folgenden Abfischungen mengenmäßig erfasst. Es werden konkrete Aussagen über die Biomasse und die Struktur der Bestände, den Erfolg der natürlichen Reproduktion und die Auswirkungen des Fischbesatzes getroffen.
- Die in Flüssen Etsch, Eisack, Rienz und Ahr verbreiteten Arten werden hingegen durch qualitative, punktuelle Elektroabfischungen im Uferbereich und an seichteren Stellen festgestellt. Über die Artenzusammensetzung hinaus erhält man konkrete Hinweise über den Erfolg der natürlichen Reproduktion; Angaben über Biomasse und Struktur sind dagegen nicht möglich.
- In den Gräben der Talsohle wird ebenfalls eine qualitative Analyse durchgeführt, bei der über eine punktuelle Abfischung ein besonderes Augenmerk auf die geschützten Fischarten gelegt wird.
- In den Seen sind punktuelle Abfischungen vom Ufer aus und in beschränktem Maße der Einsatz von Netzen sowie die Sammlung von Daten aus Fang- und Besatzstatistik geplant.
Insgesamt wurden in den Flüssen und Bächen 244 Probestrecken abgefischt, davon 61 qualitativ und 183 quantitativ.
In den Gräben der Talsohlen Südtirols wurden 363 Probestrecken untersucht. Dabei konnten in 84% dieser Kleingewässer das Vorkommen von Fischbeständen bestätigt werden. Diese sekundären, vom Menschen geschaffenen Lebensräume, stellen wichtige Habitate für die Erhaltung seltener Fischarten dar. Die nebenstehende Graphik zeigt die Gräben Südtirols und einen Auschnitt der untersuchten Gräben im oberen Vinschgau. (schwarze Punkte = Probestrecken)
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Die Ergebnisse
Die wichtigsten Aufgaben der Fischereibehörde sind zweifellos die Erhaltung der Fischgewässer als Lebensraum und der Schutz der autochthonen Fischarten. Die Informationen, die aus den Untersuchungen zur Erstellung der Fischverbreitungskarte hervorgehen, geben auch Aufschluss über den Zusammenhang zwischen dem Natürlichkeitsgrad des Gewässers und der vorhandenen Fischpopulation. Außerdem widerspiegeln sie die aktuelle Verteilung autochthoner und standortsspezifischer Fischarten bzw. die anthropogen bedingte Artenentfremdung in bestimmten Zonen und Lebensraumtypen.
Auf der Basis vorliegender Abfischungsergebnisse, welche aber in den Seen noch vervollständigt werden müssen, konnten in der Provinz Bozen 35 verschiedene Fischarten nachgewiesen werden. Von denen sind 18 als heimisch einzustufen und gehören zur typischen Fischfauna der italienischen Südalpen. Die Anwesenheit von 12 Arten ist auf Besatzmaßnahmen des letzten Jahrhunderts zurückzuführen. Für 5 weitere Arten ist deren Anwesenheit schon in historischen Zeiten dokumentiert. Jedoch sind sich die Fachleute noch nicht einig, inwieweit diese Arten als heimisch einzustufen sind. So wurde z.B der Karpfen bereits von den Römern weiterverbreitet und der Seesaibling durch Kaiser Maximilian 1. in verschiedene Hochgebirgsseen Südtirols und des Trentino eingebracht.

Die Darstellung der Verbreitung der Salmoniden erfolgt nach Biomasse in Prozent, die kleineren Fischarten und das Vorkommen der Cypriniden erfolgt nach ihrer Verbreitung in Hauptgewässern, Gräben und Seen.
Verbreitungskarten

