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Forstschutz

Der Gesundheitszustand des Waldes wird vom Südtiroler Forstdienst seit Jahren mit Sorgfalt beobachtet und überwacht. Dieser Dienst hat bereits breite Anerkennung erhalten und ist in mehreren benachbarten Ländern eingeführt worden. Dabei werden alle auftretenden Schäden in den Waldbeständen untersucht. Es hat sich erwiesen, daß viele Schadenserscheinungen ihren Ursprung in ungünstigen Witterungsverläufen haben (schneearme Winter, Spätfröste, zu feuchte Frühjahre, trockene Sommer, Sturm- und Hagelschäden u.a.), die oft über Jahre hinaus Nachwirkungen zeigen. Dies begünstigt in der Folge das Auftreten von Schädlingen, sowie der Befall durch Borkenkäfer, Fichtennadelrost, Kiefernprozessionsspinner und durch andere Schadinsekten sowie Pilzkrankheiten oder führt zu sonstigen auffälligen Verfärbungserscheinungen in den Waldbeständen.

Der Forstschutzdienst in Südtirol umfaßt die Waldschadensforschung und die Waldbrandbekämpfung. Für beide Bereiche sorgt das Personal des Südtiroler Forstdienstes durch Aufsicht und Sofortmaßnahmen für die Erhaltung und den Schutz des Waldbestandes.

Die Waldschadensforschung erfolgt nach modernen Ansätzen auf zwei Erhebungsebenen, den sogenannten Monitoringverfahren:

  • die landesweite Erfassung der Waldschäden, deren Auftreten und Ausmaß durch den FORSTSCHUTZÜBERWACHUNGSDIENST (periphere forstliche Dienststellen mit 39 Forststationen und 8 Forstinspektoraten) erhoben werden, welche gleichzeitig statistische Zwecke erfüllt und die notwendige Übersicht gewährt;
  • die Auswertung von Informationen physischer, bio-ökologischer und chemischer Natur, die auf Referenzstationen des INTEGRATED MONITORING PROGRAMME (ganzheitliche Überwachung der Waldökosysteme) gewonnen werden. Diese dienen dazu, nach einem Übertragungsprozeß auf größeren Maßstab (upscaling), das Fachpersonal bei der Schadensursachenforschung (Interpretation und Diagnose) zur Erkennung der möglichen Auslösefaktoren (Insektenbefall, Pilzinfektionen, Umweltbelastung, Witterungsextreme, usw.) zu unterstützen.
    Sollten gewisse Waldschadenserscheinungen mit erhöhter Häufigkeit vorkommen (z.B. als Folge von falscher waldbaulicher Bewirtschaftung, von menschlichen Tätigkeiten, von ungünstigen Witterungsabläufen), so können diese als Alarmglocke für Ungleichgewichte im Waldökosystem wie auch als Bioindikations-Pathologien angesehen und somit als Wegweiser für eine korrekte und standortsgerechte Waldbewirtschaftung herangezogen werden.

Gegenmaßnahmen werden nur unter Abwägung dieser Punkte ergriffen. Bei naturnahen Waldbeständen wie in Südtirol gilt der Grundsatz, daß die beste Bekämpfung überhaupt die Nichtbekämpfung ist! Vielmehr wird angestrebt, durch entsprechende waldbauliche Eingriffe ein langfristiges ökologisches Gleichgewicht zu erhalten.

Waldbrandbekämpfung

Waldbrandstatistik seit 1984 in Südtirol.