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Domänenstation Villnöß

Der Rodlwald

Die Forst- und Domänenstation Villnöß betreut ein Gebiet von 2515 ha. Davon sind 1035 ha unproduktiv, 219 ha Weideflächen und 1261 ha Wald. Der Villnösser Waldkomplex ist damit der größte des Landesbetriebes und erstreckt sich von 1370 m bis auf 2300 m Meereshöhe.
Die unproduktiven Flächen reichen bis auf 3027 m (Sass Rigais). Der Grossteil der Waldbestände liegt in der subalpinen Zone, ist nach N, NO und NW exponiert und mäßig steil. Die Aferer Geisler bieten Schutz gegen die kalten NO-Winde und schwächen das typische Alpenklima etwas ab. In den mittleren und tieferen Lagen überwiegen ausgedehnte Fichtenwälder, Zirbe dominiert in der Höhe, Lärche ist beigemischt.
Auf trockenen und steilen Hängen kommt die Kiefer vor. Der Waldgrenze folgt oft ein ausgedehnter Latschengürtel, welchem dann der schroffe Dolomit folgt.

Neben der Holzproduktion und Schutzfunktion kommt dem Wald gerade in den Bereichen Schwarzwald und Rodelwald besondere Bedeutung als Erholungsgebiet zu.
Diese Bereiche liegen zum Teil im Naturpark Puez-Geisler und werden von verschiedenen Wanderwegen durchquert, die auf die beliebten Almgebiete Brogles, Gschnagenhart, Glatsch und Gampen führen. Vor allem die Waldgebiete um die Zanseralm und um den Munkelweg sind dem Besucherandrang stärker ausgesetzt. Mit der Errichtung von Parkplätzen und Informationsständen versucht die Domänenverwaltung den zahlreichen Erholungssuchenden entgegen zu kommen und den Besucherstrom in geordnete Bahnen zu lenken.

Forst- und Domänenstation Villnöss
St. Magdalena 3
39040 Villnöß
Tel. 0472 840129, Fax 0472 841577
forst.domaene.villnoess@provinz.bz.it

Naturerlebnisweg Zans in Villnöß

Rundweg Zans

Der Rundweg Zans befindet sich im Talschluss von Villnöß, einem der schönsten Dolomitentälern zu Füßen der majestätischen Geislerspitzen. Die Arbeiten an diesem südtirolweit ersten rollstuhlgerecht angelegten Naturerlebnisweg wurden vom Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung ausgeführt.

Erster rollstuhlgerechter Naturerlebnisweg in Südtirol

Ausgangspunkt des Weges ist der Parkplatz in Zans, der mit reservierten Stellplätzen für Menschen mit Handicap, behindertengerechten Toiletten sowie einem Informationsstand ausgestattet ist. Vom Parkplatz führt der Weg über die Piuswiese und eine neu errichtete Holzbrücke vorbei am Kalkofen und Forsthaus bis zum Wildgehege mit Reh-, Rot- und Damwild und endet schließlich wieder beim Parkplatz Zans.

Informationsstationen mit Brailleschrift

Insgesamt 14 Stationen, von denen einige mit Brailleschrift ausgestattet sind, informieren über die Entstehung und die naturkundlichen Besonderheiten dieses Gebietes. Die Informationstafeln und Griffe sind in einer Höhe angebracht, die auch von Rollstuhlfahrern gut les- und erreichbar ist. Die Namen der Stationen lassen erahnen, was es zu entdecken gibt: „Berge zum Anfassen“, „Konzertsaal Natur“ sind nur zwei Beispiele. Daneben gibt es Informationen über Tiere und Pflanzen, aber auch darüber, wie der Mensch zum Entstehen der Landschaft im Talschluss von Villnöß beigetragen hat.

Rastplätze und Sicherheitsvorkehrungen

Die Steigung beträgt maximal 7 bis 8 Prozent. Nach längeren Anstiegen sind genügend flache Rastplätze eingeplant, die zum Teil mit rollstuhlgerechten Tischen ausgestattet sind. Der Weg ist ohne Querneigung ausgeführt und weist auf der gesamten Länge eine Mindestbreite von 1,5 m auf, damit 2 Rollstühle gut nebeneinander Platz finden. Um Abstürze zu vermeiden wird der gesamte Weg talseitig von einem kleinen Schutzwall begleitet. Dadurch mussten mehr Wasserauskehren eingeplant werden. Sämtliche Auskehren sind befahrbar und mit Gitterrosten abgedeckt. Außerdem wurde eine kompakte Deckschicht mit möglichst wenig losem Schottermaterial auf dem rund 3 km langen Weg aufgebracht. An gefährlicheren Stellen wurden zusätzlich Zäune errichtet.

Instandhaltung arbeitsintensiv

Der Aufwand für die Instandhaltung des Weges ist groß: Die Wege müssen periodisch gewalzt werden, da der Regen das Feinmaterial (Bindemittel) aus der Deckschicht ausschwemmt. Hohe Streuauflagen oder Äste müssen nach einem Sturm weggekehrt werden. Beim Säubern der Auskehren müssen die Gitterroste abgeschraubt werden.

Der Landesbetrieb will mit dem Naturerlebnisweg Zans auch Menschen mit Behinderungen, älteren Menschen oder einfach nur dem ungeübten Wanderern die Möglichkeit bieten, diese einzigartige Natur- und Kulturlandschaft kennen zu lernen. Darüber hinaus wurde mit der Verwirklichung dieses Projektes ein Grundstein gelegt, zukünftig mehr auf die Bedürfnisse geh- und sehbehinderter Menschen einzugehen und andere Bauträger in dieser Hinsicht zu sensibilisieren.


Streifzug durch den Rodlwald

Rodlwald in Villnöß

Der Rodlwald im Villnösser Tal nimmt die steilen Nordhänge der Aferer Geisler zwischen 1.700 und 2.000 m Meereshöhe ein. Er schützt vor Erosion, Steinschlag und Lawinen, ist also ein richtiger Schutzwald, gleichzeitig aber auch landschaftlich sehr reizvoll und deshalb bei Erholungssuchenden und Wanderern beliebt. Außerdem ist er ein wichtiges Wildrückzugsgebiet, vor allem für Raufußhühner und ausgewiesener Bestand zur Gewinnung von Zirbensamen. Betreut wird der Rodlwald vom Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung.

Der Lebensraum
Der Rodlwald wird von mehreren Gräben durchzogen, deren Flanken viele Anbrüche und Rutschungen zeigen. Teilweise sind diese instabilen Sandstein–Standorte mit Erlen und Weiden bestockt. Als Waldbestände dominieren Althölzer aus Fichte, Zirbe, einzelnen Lärchen und Kiefern und lockere, strukturreiche Wälder. Im Rahmen des Projekts „Waldtypisierung Südtirol“ der Landesabteilung Forstwirtschaft wurden folgende Waldtypen kartiert: Silikat-Lärchen-Zirbenwald mit Rostroter Alpenrose, Bodenbasischer Lärchen-Zirbenwald mit Sauerklee und Karbonat-Lärchen-Zirbenwald mit Wimper-Alpenrose.
In manchen Waldbereichen sind durch starke Vergrasung, Waldweide und hohe Schneelagen kaum junge Bäume zu finden. Nur auf geschützten Kleinstandorten gedeiht die Naturverjüngung gut. Im oberen Bereich des Rodlwaldes kommen Latschenfelder vor.

Intensive Beweidung
Nach wie vor ist die Alm- und Weidewirtschaft sehr wichtig für das Tal. Die Wälder sind mit alten Weiderechten belastet und werden zum Teil intensiv beweidet: Im Rodlwald beispielsweise weiden um die 100 Stück Galtvieh. Vor allem auf erosionsanfälligen Feuchtstandorten kommt es dabei zu empfindlichen Trittschäden. Um größere Erosionsschäden möglichst zu verhindern, werden diese sensiblen Bereiche eingezäunt. Dennoch treten vereinzelt Schäden auf. Die Bewirtschaftung der oberhalb des Rodlwaldes gelegenen Almflächen ist sehr schwierig: Es gibt keine geeignete Zufahrt und sie sind schwer zu erreichen. Dennoch werden sie heute noch vorbildlich gemäht.

Schwierige Erschließung und Holzbringung
Bis Mitte der 70er Jahre war der Rodlwald nur über die zu den Almen führenden Viehsteige erreichbar. Auch heute besteht die einzige Zufahrt über die Landesstraße zum Würzjoch. Diese öffentliche Straße kann nicht so einfach gesperrt werden und das erschwert die Holzernte und -bringung enorm. Bei der Holzbringung muss mit langen Seillinien und mit vielen Stützen gearbeitet werden, was hohe Erntekosten bedeutet. Eine Bringung mit dem Traktor ist nur in Straßennähe möglich.

Bewirtschaftung
Der älteste forstliche Behandlungsplan für den Rodlwald stammt aus dem Jahr 1888. Die Entwicklung des Waldes kann dadurch über einen sehr langen Zeitraum zurückverfolgt werden und zeigt, dass die Holzvorräte konstant angestiegen sind. Durch die schwierige Holzernte im unzureichend erschlossenen Gebiet wurden die jährlich vorgeschriebenen Holzerntemengen (Hiebsätze) nie erfüllt. Heute versucht der Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung die dringend notwendigen Nutzungen jährlich durchzuführen um eine Überalterung des Waldes zu verhindern. Bei der Verjüngung werden kleinstandörtliche Vorteile wie Hügel, Wurzelstöcke und der Altholzsaum bewusst ausgenutzt. Ökologisch wertvolles Totholz wird ebenso im Bestand belassen wie Mischbaumarten. Hauptziel des Landesbetriebes ist dabei die nachhaltige Erhaltung eines stabilen Ökosystems, damit die vielfältigen Anforderungen an den Rodelwald als Schutz-, Erholungs- und Nutzwald auch in Zukunft bestmöglich erfüllt werden.


Der Rodlwald in Zahlen:

Fläche: 272 ha
Vorrat: 39.818 Vfm (201 Vfm/ha)
Laufender jährlicher Gesamtzuwachs: 371 Vfm (1,87 Vfm/ha)
Jährlicher Hiebsatz: 355 Vfm
Bestandesaufbau: 51% Altholz, 39% mehrstufig, 4% Jungwald, 3% Latschen, 3% Blößen
Baumartenanteile: Fichte 55%, Zirbe 43%, Lärche 2%, einzelne Kiefern