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Herdenschutz

Schafe und Ziegen bildeten schon zu biblischen Zeiten potenzielle Beutetiere des Wolfs. Das ist immer noch so: Überall, wo Wölfe in ihrem Lebensraum Kleinvieh finden, kommt es zu Schäden. Vor allem da, wo sie nach Jahrzehnten der Abwesenheit wieder neu auftreten.
Ein Wolf, der Schafe reißt, handelt nicht abartig. Er hält sich an Beutetiere, die er mit möglichst geringem Aufwand erwischen kann. Dazu gehören kranke und schwache Wildtiere und eben auch frei weidende Schafe. Gelegentlich töten Wölfe weit mehr Tiere, als sie fressen können. Mit Mordlust hat das nichts zu tun. Es entspricht dem normalen Jagdverhalten mancher Raubtiere. Die in Panik herumrennenden Schafe lösen immer wieder den Tötungsreflex aus.

So alt wie der Konflikt zwischen Schaf und Wolf ist auch die Methode, das bedrohte Kleinvieh mit Hilfe von Hunden zu schützen. Ein Herdenschutzhund ist kein Kampfhund. Er darf nicht jagen, lässt die Schafe in Ruhe, liegt faul herum, bleibt aber stets höchst aufmerksam und ist absolut loyal gegnüber den Schafen. Wenn irgendwas Unvorhergesehenes passiert, stürzt er sich bellend und mit erhobenem Schwanz auf das fremde Wesen. Er hält jedoch immer einen Abstand zwischen den Angreifer und sich selbst. Erfahrungen aus allen Gebieten Europas, aus denen der Wolf nie ganz verschwunden ist, zeigen, dass auf diese Weise Verluste zwar nicht gänzlich verhindert, aber doch massiv reduziert werden können.

 

 

 

Zwei bis drei gut ausgebildete Hunde sind nötig, um eine fünfhudert köpfige Schafherde vor Raubtieren zu bewachen. Sie  schaffen dies aber nur, wenn sich die Tiere nicht weit im Gelände verstreuen. Für die Nacht, die kritische Zeit in Bezug auf Wolfsattacken, müssen die Schafe deshalb eingepfercht werden. Das erfordert die Anwesenheit von Hirtinnen und Hirten.

 

 

 

 

 

 

Guten Herdenschutz bieten auch Elektrozäune und der Esel.