CME - Ständige Medizinische Weiterbildung

Das neue CME-System

Ab 1. Jänner 2011 gelten neue Regeln für das CME-System. Die Vereinbarung zwischen Staat, Regionen und Autonomen Provinzen vom November 2009 mischt die Karten neu und bringt entscheidende Veränderungen in die Organisationssystem des 2002 in Italien eingeführten CME-Systems.

Die wichtigste Neuerung ab Jänner 2011 eingeführt wird, ist der Wechsel von einer einfachen Anerkennung der Weiterbildungsanbieter und der Akkreditierung der einzelnen Weiterbildungsveranstaltungen hin zu einem System der vollständigen Akkreditierung der Provider (Weiterbildungsanbieter).

Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt der Provider durch die Akkreditierung als qualifiziertes Subjekt auf dem Gebiet der ständigen Weiterbildung anerkannt wird und damit ermächtigt ist, geeignete Weiterbildungsinitiativen anzubieten und CME-Credits direkt an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu vergeben. Die Vergabe von Bildungsguthaben erfolgt unter Einhaltung der Kriterien, die von der Landesakkreditierungsstelle vorgegeben wurden.

Das Landesinformationssystem: www.ecmbz.it (Externer Link)

Um den neuen Bestimmungen zu entsprechen, stellt das Land Südtirol ein Online-Portal zur Verfügung: das Landesinformationssystem www.ecmbz.it. (Externer Link) Hier können sich die künftigen CME-Provider bei der Akkreditierungsstelle des Landes akkreditieren und in diesem Portal können die Provider jede Phase der Verwaltung der Weiterbildungstätigkeit abwickeln, von der Planung des Projektes über die Verwaltung der Einschreibungen der jeweiligen Ausgaben bis hin zu den Abschlussberichten, der Ausstellung der Attestate, der jährlichen Statistiken und der Indikatoren abgewickelt werden können.

CME Akkreditierungsystem der Autonomen Provinz Bozen zur Unterstützung des Südtiroler Weiterbildungssystems: Die für die Akkreditierung der Provider und der Weiterbildungsveranstaltungen nützliche Dokumentation kann vom oben genannten CME Portal in der Sektion Handbuch des Akkreditierungssystems herunter geladen werden.

Erst nach Abschluss der letzten Phase der Weiterbildung (Eingabe der Lernerfolgskontrolle und der Zufriedenheitsbögen in das System) wird das CME-Attestat vom System freigegeben und kann vom Provider ausgedruckt werden.

Interessierte Berufsbilder

Im Sinne des Gesetzesvertretenden Dekrets Nr. 229/1999 gehören alljenige zur Zielgruppe der ständigen Weiterbildung, die im Gesundheitswesen als Bedienstete, vertragsgebundene oder freiberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig sind und diejenigen, die den Berufskategorien angehören, die in der untenstehende Liste angeführt sind.

Das Gesetzesvertretende Dekret sieht in der Tat vor, dass "die Teilnahme an der ständigen Weiterbildung eine unverzichtbare Voraussetzung für die Ausübung des Berufes, ob als Bedienstete oder als Freiberufler, die ihren Beruf in Krankenhäusern, in Universitätsstrukturen und in öffentlichen und privaten Einrichtungen des Gesundheitsdienstes ausüben, darstellt“.

Für die privaten Gesundheitseinrichtungen ist außerdem "die Erfüllung der Teilnahmepflicht an der ständigen Weiterbildung und der Erwerb von Weiterbildungscredits im Dreijahreszeitraum vonseiten des in dieser Einrichtung bediensteten oder vertragsgebundenen Gesundheitspersonals, eine wesentliche Voraussetzung, um die Akkreditierung durch den Nationalen Gesundheitsdienst zu erhalten oder beizubehalten“.

Für weitere Informationen:
Dr.in Irene Bauer
Amt für Gesundheitsordnung
Tel. 0471 418146
E-Mail: cme@provinz.bz.it

Diese sind die Mitglieder der Kommission, welche mit Beschluss der Landesregierung Nr. 1333 vom 29.11.2016 ernannt wurden:

  • Dr.in Veronika Rabensteiner, Direktorin des Landesamtes für Gesundheitsordnung, Vorsitzende;
  • Dr.in Maria Vittoria Habicher, stellvertretende Direktorin des Landesamtes für die Ausbildung des Gesundheitspersonals, stellvertretende Vorsitzende;
  • Dr. Dietmar Lobis, Vertreter der Ärzte- und Zahnärztekammer der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied des Bereichs Allgemeinmedizin;
  • Dr. Andreas von Lutterotti, Vertreter der Ärzte- und Zahnärztekammer der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied des Bereichs Allgemein-medizin;
  • Dr.in Tiziana Grasso, Vertreterin der Ärzte- und Zahnärztekammer der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied des klinischen Bereichs;
  • Dr.in Irene Cavattoni, Vertreterin der Ärzte- und Zahnärztekammer der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied des klinischen Bereichs;
  • Dr.in Veronika Sulzenbacher, Vertreterin der Apothekerkammer der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied;
  • Dr.in Zita Marsoner, Vertreterin der Apothekerkammer der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied;
  • Dr. Artur Fabi, Vertreter der Tierärztekammer der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied;
  • Dr. Franz Hintner, Vertreter der Tierärztekammer der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied;
  • Frau Marilena Cardini Vertreterin des Verbandes der Berufskrankenpfleger/Innen, der Sanitätsassistenten/Innen und der Kinderkrankenpfeger/Innen der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied;
  • Frau Silvia Avella, Vertreterin des Verbandes der Berufskrankenpfleger/Innen, der Sanitätsassistenten/Innen und der Kinderkrankenpfleger/Innen der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied;
  • Dr. Edmund Senoner, Vertreter der Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied;
  • Dr. Rainhard Tschiesner, Vertreter der Psychologenkammer der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied;
  • Frau Kathrin Kuppelwieser, Vertreterin des Kollegiums der Hebammen der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied;
  • Frau Irene Schlechtleitner, Vertreterin des Kollegiums der Hebammen der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied;
  • Herr Manfred Holzner, Vertreter des Verbandes der Röntgentechniker der Autonomen Provinz Bozen, effektives Mitglied;
  • Herr Karlheinz Schatzer, Vertreter des Verbandes der Röntgentechniker der Autonomen Provinz Bozen, Ersatzmitglied;
  • Herr Hanspeter Leitner, Experte in der Rehabilitation, effektives Mitglied;
  • Herr Johann Unterlechner, Experte in der Rehabilitation, Ersatzmitglied;
  • Dr.in Ruth Happacher, Vertreterin des Einheitlichen Garantiekomitee für Chancengleichheit, die Aufwertung des Wohlbefinden der Bediensteten und gegen die Diskriminierungen, effektives Mitglied;
  • Frau Patrizia Cataldo, Vertreterin des Einheitlichen Garantiekomitee für Chancengleichheit, die Aufwertung des Wohlbefinden der Bediensteten und gegen die Diskriminierungen, Ersatzmitglied;
  • Dr. Giulio Donazzan, Vertreter der Sanitätsdirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes, effektives Mitglied;
  • Dr. Michele Comberlato, Vertreter der Sanitätsdirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Ersatzmitglied;
  • Dr.in Maria Carla Joris, Vertreterin der Pflegedirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes, effektives Mitglied;
  • Frau Donatella Bertagnolli, Vertreterin der Pflegedirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Ersatzmitglied;
  • Dr. Christian Kofler, Vertreter der Generaldirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes, effektives Mitglied;
  • Dr. Markus Lercher, Vertreter der Generaldirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Ersatzmitglied;
  • Schriftführer ist ein Miatarhbeiter oder eine Mitarbeiterin des Amtes für Gesundheitsordnung, der/die mindestens der VIen Funktionsebene angehört.

Das Dekret des Landeshauptmanns vom 30. März 2011, Nr. 14, Art. 4 und 5, regelt die Zusammensetzung und die Arbeitsweise der Landeskommission für die ständige Weiterbildung, die mit Dekret der Landesrätin für Gesundheit, Sport, Soziales und Arbeit vom 17.11.2016 Nr. 21025 ernannt wurde.

Die Kommission bleibt für drei Jahre im Amt.

Mitglieder:

  • Dr.in Veronika RABENSTEINER, Direktorin des Amtes für Gesundheitsordnung, als Vorsitzende;
  • Dr. Hanno BARTH, Experte für Innovation und Beratung des deutschen Bildungsressorts;
  • Dr. Hansjörg AUER, Experte für die Weiterbildung für Erwachsene und E-learning des Landesamtes für Personalentwicklung;
  • Prof.in Monica PARRICCHI, Fakultät für Bildungswissenschaften - Freie Universität Bozen;
  • Prof.in Annemarie AUGSCHÖLL-BLASBICHLER, Fakultät für Bildungswissenschaften - Freie Universität Bozen.

 

Das CME-Rahmenprogramm gliedert sich in eine gesamtstaatliche und in eine Landesebene und ist vollständig online verfügbar. Auch für die Kommunikation und den beidseitigen Informationsfluss können Fachkräfte von den vielen Vorteilen der ständig aktualisierten Internetseite profitieren.

Das CME-Rahmenprogramm betrifft die Fachkräfte des Gesundheitswesens auch dann, wenn sie als Dozent bzw. als Promoter (Bildungsanbieter) tätig sind. Das Gesundheitsministerium hat zusammen mit den Regionen und Autonomen Provinzen für diese Zielgruppen genaue Kriterien festgelegt.

In diesem Abschnitt der Internetseite finden Sie alle nötigen Hinweise darauf, wie der Antrag auf Akkreditierung für Fortbildungsveranstaltungen zu stellen ist. Im Vordergrund des CME-Rahmenprogramms stehen selbstverständlich die Bildungsziele (Externer Link), d.h. der Fachwissens- und Qualifikationsbedarf, den die Zentrale Fachkommission (Externer Link)zentrale Fachkommission auf der Grundlage der Versorgungsnachfrage sowie des allgemeinen Gesundheitszustandes der Bevölkerung festlegt.

Die von der ständigen Konferenz für die Beziehungen zwischen Staat und Regionen bzw. Autonomen Provinzen festgelegten Bildungsziele von „nationalem" Interesse sind auf dieser Internetseite sowie auf jener des Gesundheitsministeriums (Externer Link) nachzulesen.

Evolution des ständigen Fort- und Weiterbildungssystems im Gesundheitswesen.

Dass die berufliche Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte einen hohen Stellenwert erlangen muss, war zwar schon im Gesetz Nr. 833/1978 zur Errichtung des staatlichen Gesundheitsdienstes verankert, aber erst das Legislativdekret Nr. 502 vom 30.12.1992 führte in Italien die kontinuierliche medizinische Fortbildung offiziell ein (Art. 16).

Seit dem 1. Januar 2002 ist auch in Italien - ähnlich wie in vielen anderen Ländern - die ständige Fort- und Weiterbildung (CME) für alle Fachkräfte des Gesundheitswesens obligatorisch geworden.

Das italienische CME-Rahmenprogramm, dem der Leitgedanke des lebenslangen Lernens (Lifelong Learning) zugrunde liegt, ist für alle Fachkräfte verbindlich, wie der Deontologische Kodex der verschiedenen Berufsverbände und Berufskammern ausdrücklich vorsieht. Gleichzeitig ist das Rahmenprogramm aber auch ein verbrieftes Recht aller Fachkräfte. Es obliegt dem Gesundheitsdienst, die Fort- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals zu organisieren, zu regeln und zu fördern, und damit die Qualität der Leistungen des Gesundheitsdienst kontinuierlich zu verbessern.

Die Durchführungsbestimmungen zum CME-Rahmenprogramm wurden ständig ausgebaut und aktualisiert und können auf der Homepage (Externer Link) des CME - Akkreditierungssystems der Autonomen Provinz Bozen nachgelesen werden; nationale Bestimmungen hingegen können auf der Homepage des Gesundheitsministeriums (Externer Link) nachgelesen werden.

Das CME-Rahmenprogramm betrifft somit alle Fachkräfte des Gesundheitswesens: Alle sind verpflichtet, in einem Dreijahreszeitraum eine vorgegebene Mindestanzahl an Bildungsguthaben (CME-Credits), durch den Besuch von unterschiedlichen Bildungsmaßnahmen, zu sammeln. Es können Präsenzveranstaltungen sein, Fernunterricht wie etwa Online-Kurse oder Lernen im Arbeitsumfeld, also direkt am Arbeitsplatz.

In Südtirol wird auch die Fort- und Weiterbildung im Ausland angerechnet.

Die Aktualisierung der CME-Bestimmungen hat die Bedeutung der klinischen Steuerung in den Vordergrund gerückt. Gemeint ist damit die Abstimmung zwischen Management und Versorgung innerhalb der Gesundheitseinrichtungen. Die Förderung einer möglichst hohen beruflichen Kompetenz und deren ständiger Ausbau gehören inzwischen unumstritten zu den ausschlaggebenden Voraussetzungen für eine gerechte, effiziente und wirksame Steuerung des Gesundheitswesens.

Vertiefungen

Wer einem Gesundheitsberuf nachgeht, ist auf ständig wachsende und sich dauernd verändernde Fachkenntnisse angewiesen. Jährlich werden weltweit Tausende klinischer Studien durchgeführt, um innovative diagnostische, therapeutische oder rehabilitative Maßnahmen zu erproben, und auch im Bereich der Gesundheitsdienste ist die Forschungstätigkeit ebenso lebhaft. Die meisten dieser Studien werden in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht und regen den Meinungs- und Erfahrungsaustausch unter Experten und damit das Bedürfnis nach ständig neuen Untersuchungen an. Wenn man dazu noch bedenkt, wie viele technische Neuerungen in der Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Rehabilitation zur Anwendung kommen, wird es offenkundig, unter welch komplexen Bedingungen die Fachkräfte des Gesundheitswesens arbeiten.

Die Erwartungen gesunder und kranker Bürgerinnen und Bürger werden ständig größer. Die medizinische Information - so unvollständig und lückenhaft sie auch sein mag - hat die Sensibilität der Bevölkerung in punkto Gesundheit und Leistungen von Ärzten, Krankenpflegern, Rehabilitationspersonal und sonstigen Fachkräften des Gesundheitswesens sehr geschärft.

Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte und die Erfolgsbilanzen der verschiedenen Unterrichtsformen haben dazu geführt, dass heute auch die Grundausbildung des Gesundheitspersonals überdacht und im Hinblick auf spätere Ergänzungen und Aktualisierungen flexibler und offener gestaltet wird. Aber die wichtigsten Neuerungen haben in der Fort- und Weiterbildung Fuß gefasst: Die Maßnahmen sind heute nicht mehr vereinzelt und punktuell, sondern viel umfassender, ganzheitlicher und so aufeinander abgestimmt, dass sie im Einklang mit dem übergeordneten Ziel der ständigen qualitativen Verbesserung des Gesundheitssystems stehen.

Dass die ständige Weiterbildung zu einem Bestandteil der klinischen Steuerung und damit sozusagen zur „Chefsache" geworden ist, bedeutet auch, dass sie nicht mehr bloß vom persönlichen Einsatz jeder Fachkraft abhängt, sondern als Schlüsselfaktor für die gesamte Organisation betrachtet wird. Die einzelnen Fachkräfte müssen zwar nach wie vor die Verantwortung für die Wahrnehmung der geeigneten Fort- und Weiterbildungschancen im Hinblick auf den eigenen Bildungsbedarf übernehmen, aber gleichzeitig haben die Gesundheitseinrichtungen die erforderlichen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Dazu bietet das italienische CME-Rahmenprogramm zweifelsohne eine ernstzunehmende Chance, kann es doch zum einen die Bedürfnisse des Fachpersonals und des Gesundheitssystems auf einen Nenner bringen und zum anderen den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach Kompetenz und Qualität des Gesundheitspersonals erfüllen.

Das Interesse an der Weiterbildung in der Medizin und im Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das Internet hat sich dabei als ein geeignetes Instrument zur Vermittlung von Erfahrungen und den Austausch von Projekten erwiesen.
Im Netz sind zu den traditionelleren Möglichkeiten für den Austausch über Themen der medizinischen Pädagogik neue, sehr dynamische Internetseiten hinzugekommen. Diese sind nützlich zur Vertiefung der Unterrichtsmodalitäten im Sinne der evidenzbasierten Medizin.