Tarife für ambulante Facharztleistungen

Das Assessorat für Gesundheit freut sich, Ihnen das geltende Landestarifverzeichnis in einer für alle zugänglichen und, wie wir hoffen, verständlichen Form vorstellen zu können. Man entschied sich für Internet, um eine möglichst große Verbreitung des Tarifverzeichnisses zu gewährleisten und das informative Feed-back zwischen den Bediensteten des Sanitätsbetriebes, den Landesämtern und den Benützern zu fördern.

Das Landestarifverzeichnis für die fachärztlichen ambulatorischen Leistungen, für Instrumentaldiagnostik und Laborleistungen ist am 01.07.98 mit den auf Landesebene zugelassenen Änderungen und Ergänzungen gemäß Ministrialdekret vom 22.07.96 in Kraft getreten. Es beinhaltet die fachärztlichen Leistungen, welche im Rahmen des Landesgesundheitsdienstes gemäß den Bestimmungen im Bereich der Kostenbeteiligung der Bürger an der Gesundheitsausgabe (Ticketregelung) ambulatorisch erbracht werden können.

Die Leistungen betreffend die Abtretung von Bluteinheiten und Blutkomponenten, die Leistungen auf dem Territorium oder am Domizil des Patienten, und die Leistungen für private Bezahler sind getrennt angeführt.

Das Tarifverzeichnis, mit den Richtlinien für dessen Anwendung - genehmigt mit Beschluss der L.R. Nr. 2568 vom 15.06.98 (Amtsblatt Nr. 28 vom 07.07.98 und Beiblatt 1 des Amtsblattes Nr. 32 vom 04.08.98) und den nachträglichen Änderungen und Ergänzungen - ist vom Amt für Gesundheitsökonomie in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe bestehend aus ärztlichen und wirtschaftlichen Sachverständigen der Sanitätseinheiten, und unter Einbeziehung aller leitenden Ärzte der verschiedenen Fachbereiche sowie der privaten Leistungserbringer ausgearbeitet worden.

Um eine vollständige Auflistung der Leistungen und der auf Landesebene zur Zeit geltenden Tarife zu gewährleisten, sind außerdem Leistungen angeführt worden, welche im Interesse und auf Verlangen der öffentlichen und privaten Benutzer erbracht werden. Das entsprechende Tarifverzeichnis, genehmigt mit Beschluss der L.R. Nr. 2573 vom 15.06.98 (Amtsblatt Nr. 28 vom 07.07.98), und die nachträglichen Änderungen und Ergänzungen sind vom Amt für Gesundheitsökonomie der Landesabteiltung Gesundheit ausgearbeitet worden. Für eventuelle Informationen über Leistungen des obgenannten Beschlusses, werden Sie gebeten, sich an das zuständige Amt für Gesundheitsökonomie zu wenden.

Inhalt des Beschlusses

Der Beschluss der Landesregierung Nr. 2568 vom 15.06.98 in geltender Fassung besteht aus folgenden Anlagen:

  1. gemäß M.D. 22.07.96:
    • Anlage 1: die im Rahmen des nationalen Gesundheitsdienstes zu erbringenden fachärztlichen Leistungen, getrennt nach Körperteilen;
    • Anlage 2: klinisch-diagnostischen Leitlinien zur Anlage 1 und 3
    • Anlage 3: die im Rahmen des nationalen Gesundheitsdienstes zu erbringenden fachärztlichen Leistungen, getrennt nach Fachbereich
    • Anlage 4: die im Rahmen des nationalen Gesundheitsdienstes nicht mehr zu erbringenden fachärztlichen Leistungen
  2. Verschiedenes: Leistungen, die in dem vorherigen mit Beschluss der L.R. Nr. 4211 vom 27.07.92 genehmigten Tarifverzeichnis enthalten waren und im Hinblick auf eine Aktualisierung aufrecht geblieben sind:
    • Anlag "CUS" = Leistungen für die Abtretung von Bluteinheiten und Blutkomponenten an öffentliche und private Gesundheitseinrichtungen gemäß M.D. 05.11.96
    • Anlage "TD" = Leistungen, die auf dem Territorium oder am Domizil des Patienten erbracht werden können
    • Anlage "V" = Leistungen für private Bezahler, welche vom Bürger beantragt werden und gänzlich zu seinem Lasten sind

Gesetzlicher Rahmen und Anwendungsbereich

In Durchführung des Art. 2, Abs. 9 des Gesetzes Nr. 549/95 haben das Ministerialdekret vom 22.07.96 und der Beschluss der Landesregierung Nr. 2568 vom 15.6.98 (in geltender Fassung), Anlagen 1 - 3, die im Rahmen des nationalen Gesundheitsdienstes (NGD) bzw. des Landesgesundheitsdienstes (LGD) zu erbringenden ambulatorischen fachärztlichen Leistungen und die einschlägigen Tarife festgelegt.

Daraus ergibt sich:

  • es dürfen keine ambulatorischen Leistungen erbracht werden, die nicht ausdrücklich im Tarifverzeichnis enthalten sind;
  • andere ambulatorische Leistungen dürfen nicht auf bereits bestehende Leistungen zurückgeführt werden, es sei denn, es handelt sich um verschiedene und allgemein anerkannte Bezeichnungsformen, oder um Leistungen, die ausdrücklich in Vorgaben des Landes enthalten sind;
  • die im Tarifverzeichnis enthaltenen Leistungen verstehen sich nicht als zwangsläufig in ambulatorischer Form zu erbringende Leistungen: bei Vorkommen bestimmter klinischer Probleme können sie auch im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes durchgeführt werden.

Der NGP 1994-96 legt fest, dass die fachärztliche Versorgungsebene, im Rahmen der halbstationären und territorialen fachärztlichen Grundversorgung, nicht nur „in Form der Mutter-Kind-Beratung", sondern auch in Form von „Untersuchungen, fachärztlichen Leistungen, inbegriffen Instrumentaldiagnostik und Labor" stattfindet.
Daher legt das Verzeichnis der in den Anlagen 1 und 3 zum Landestarifverzeichnis (ausgearbeitet im Sinne der Ministerialdekret vom 22.07.96) genannten Leistungen, den Inhalt des einheitlichen fachärztlichen Versorgungsbereichs gemäß Punkt 2.1., Paragraph 3.C, Seite 26 des NGP 1994-1996, Gesetzesanzeiger Nr. 171 vom 23.07.94 fest..
Die Gesetzgebung über die Neuordnung des NGD (Gesetzesvertretende Verordnung Nr. 502/92 in geltender Fassung und wie in der Min.verordng. vom 22.07.96 bestätigt) hat außerdem vorgesehen, daß es Aufgabe der Regionen/Autonomen Provinzen ist, die geltenden Tarife für die Leistungen in ihren jeweiligen Gebieten im Einklang mit den auf nationaler Ebene festgesetzten allgemeinen Kriterien festzulegen (Min.Verordng. vom 15.04.94).

Die Tarife für die fachärztlichen ambulatorischen Leistungen, für die Instrumentaldiagnostik und Laborleistungen (Anlagen 1 und 3 zum Beschluss der LG Nr. 2568 vom 15.06.98, in geltender Fassung) sind nicht für die Vergütung von Einzelleistungen an Patienten vorgesehen, die in anderen Einrichtungen stationär betreut werden. Derartige Leistungen sind Gegenstand von sog. "Austauschgeschäften" und somit von eigenen Vereinbarungen, die zwischen den Krankenhauseinrichtungen und anderen Leistungsanbietern abgeschlossen werden.
Die für die Provinz Bozen anzuwendenden Tarife werden im Einvernehmen mit den Sonderbetrieben Sanitätseinheiten (SE) festgelegt und den zuständigen Landesämtern übermittelt. Diese letzteren können eine Stellungnahme darüber abgeben.
Die fachärztlichen Leistungen, die eng und direkt mit einem programmierten Krankenhausaufenthalt zusammenhängen, können dem Patienten vor der Einweisung kostenlos und ambulant verabreicht werden. Für die Inanspruchnahme dieser Leistungen ist es nicht erforderlich, eine eigene Verschreibung -mittels Ausfüllen des entsprechenden Vordruckes des nationalen Gesundheitsdienstes - anzufordern (Beschluss der L.R. Nr. 6337 vom 01.12.97 in geltender Fassung). Dem Krankenhaus oder der Privatklinik, die diese Leistungen erbringen, ist keine zusätzliche Vergütung zum ermittelten stationären DRG-Tarif zuzuerkennen.

Anlagen zum Beschluss gemäß M.D. 22.07.96

Anlage 1

In der Anlage 1 des Landestarifverzeichnisses (Beschluss der L.R. Nr. 2568 vom 15.06.98, in geltender Fassung) werden die im Rahmen des NGD zu erbringenden fachärztlichen Leistungen, getrennt nach Körperteilen, mit den jeweiligen Tarifen angeführt.

Jede Leistung wird durch einen spezifischen Zahlenkodex gekennzeichnet, dessen Anwendung für alle Verwaltungs- und Informationszwecke im Rahmen des NGD obligatorisch ist.
Als Bezug für die Festlegung und Kodierung der einzelnen Leistungen ist die italienische Übersetzung der "Internationalen Klassifizierung der chirurgischen Eingriffe und der Diagnose- und Therapieverfahren" (III. Band der International Classification of Diseases-IX, Clinical Modification", ICD-9-CM), herangezogen worden, die bereits im Rahmen des NGD für die Kodierung der Krankenhausentlassungsbögen verwendet wird.
Die Zahlenkodizies der Leistungen sind drei-, vier- oder fünfstellig. Die ersten beiden Ziffern bezeichnen den anatomischen Bereich, auf den sich die Leistung bezieht (von 03 bis 86), bzw. die Art der Leistung (von 87 bis 99); die nachfolgenden Ziffern bezeichnen die Art der Leistung und/oder den Körperbereich.
Eine Ausnahme zu diesen Kriterien stellen die Laborverfahren dar, bei denen sich das Ministerium der Mitarbeit der Verbände dieses Bereichs bedient hat; die Kodierung erfolgt in diesem Fall mit Hilfe eines fortlaufenden Numerierungssystems der Leistungen, die in alphabetischer Reihenfolge und nach Makrotypen aufgezählt sind (Biochemie, Immunologie/ Immunohämatologie/ Gewebetypisierung, Mikrobiologie, Genetik/ Molekularbiologie, Zytologie/Histologische und Pathologische Anatomie).

Die vom Land festgelegten Kodizies, deren erste Ziffern mit "100" beginnen, kennzeichnen Leistungen, die der "Sportmedizin" angehören.

Anlage 2

In der Anlage 2 des Landestarifverzeichnisses (Beschluss der L.R. Nr. 2568 vom 15.06.98, in geltender Fassung) werden die Leistungen angeführt, die in der Anlage 1 mit dem Symbol "*" gekennzeichnet sind, mit den jeweiligen einschlägigen klinisch-diagnostischen Leitlinien.

Anlage 3

Die Anlage 3 des Landestarifverzeichnisses (Beschluss der L.R. Nr. 2568 vom 15.06.98, in geltender Fassung) enthält die Gruppierung der möglichen Leistungen nach Fachbereich und dient ausschließlich der Anwendung der Bestimmungen auf dem Gebiet der Grenze der Verschreibungsmöglichkeiten pro Rezept und der Beteiligung der Bürger an den Kosten des Gesundheitswesens.

Die Auflistung der Leistungen nach Fachbereich legt weder die Zuständigkeiten der betroffenen Fachärzte noch der zur Erbringung der Leistung ermächtigten Freiberufler und Einrichtungen fest; die Zuständigkeiten werden nämlich von den nationalen und regionalen bzw. Landesbestimmungen über die Genehmigung zur Ausübung der Tätigkeiten im Bereich des Gesundheitswesens und der Akkreditierung geregelt.

Das Verzeichnis "ANDERE LEISTUNGEN" in der Anlage 3 umfaßt Leistungen, die vom Fachpersonal verschiedener Bereiche erbracht werden kann und bezeichnet keinesfalls einen weiteren Fachbereich (Branche) hinsichtlich der Grenze der Verschreibbarkeit pro Rezept. Wird eine der im Verzeichnis "ANDERE" enthaltenen Leistungen auf dem gleichen Rezept mit Leistungen einer anderen Branche verschrieben, ist sie diesem Fachbereich zuzuordnen. Wird dagegen eine dieser Leistungen einzeln verschrieben, ist sie dem Fachbereich der operativen Einheit bzw. des Facharztes zuzuordnen, der sie erbringt.

Anlage 4

Die Anlage 4 des Landestarifverzeichnisses (Beschluss der L.R. Nr. 2568 vom 15.06.98, in geltender Fassung) zeigt die Leistungen auf, die im alten gesamtstaatlichen Tarifverzeichnis (Min. verordng. vom 07.11.91) enthalten sind und heute im Rahmen des NGD nicht zu erbringen sind. Die besagte Anlage übernimmt die Auflistung der Leistungen gemäß Anlage 4 des Ministerialdekretes vom 22.07.1996 ohne jegliche Abänderung.
Teil A der Anlage listet jene Leistungen auf, die vom Obersten Rat für Gesundheit als "überholt" erklärt worden sind, während Teil B jene Leistungen enthält, die ambulatorisch nicht mehr erbracht werden können. Letztere können auf jeden Fall auf Kosten des NGD im Rahmen eines ordentlichen Krankenhausaufenthaltes oder im Day Hospital/Day Surgery erbracht werden.
In der Provinz Bozen sind vier Arten von Verzeichnissen (mit den Kürzeln"A4a", "A4b", "OBS", "RDH") geschaffen worden, die auf den Beschluss der LG Nr. 4211 vom 27.07.92 "Einheitliches Krankenhaustarifverzeichnis für fachärztliche Leistungen" Bezug nehmen.

Insbesondere gilt:

  • Unter"A4b" und "RDH" klassifizierte Leistungen (Beschluss der LG Nr. 2568 vom 15.06.98) dürfen nicht mehr ambulatorisch, sondern nur noch im Rahmen eines ordentlichen Krankenhausaufenthaltes oder eines DH/DS erbracht werden.

Die in den Anlagen "A4a" und "OBS" enthaltenen Leistungen (Beschluss der LG Nr. 2568 vom 15.06.98), sind im Rahmen

  • des Landesgesundheitswesens weder ambulatorisch noch stationär zu erbringen, weil sie als überholt anzusehen sind. Die Definition "überholt" betrifft alle Leistungen, die im neuen Tarifverzeichnis nicht enthalten sind: weil sie technisch veraltet sind, eine Wiederholung darstellen oder nicht mehr den Definitionen des neuen Tarifverzeichnisses entsprechen, einen Teil (oder einen Zwischenschritt) einer komplexeren Leistung darstellen, oder in der Regel im Laufe einer bereits vorhandenen Leistung durchgeführt werden.

Die Autonome Provinz hat ein Verfahren für die Aktualisierung des Tarifverzeichnisses vorgesehen (Beschluss der LG Nr. 4471 vom 5.10.98) und eine Expertenkommission (Beschluss der LG Nr. 4590 vom 12.10.98) eingesetzt, um jene Anträge zu prüfen, die um eine „Wiedereinführung" von Leistungen des alten Tarifverzeichnisses ins neue ansuchen.
Außerhalb des hier beschriebenen Verfahrens und der von der Kommission getroffenen und in Form von Landesmaßnahmen übernommenen Entscheidungen ist es nicht zulässig, weiterhin die in den oben genannten Anlagen angeführten Leistungen zu erbringen (auch nicht mit einem Privattarif).

Ein weiteres Verzeichnis enthält die Leistungen, die mit dem Buchstaben "E" gekennzeichnet sind (für diese Leistungen wurde auf den Beschluss der Landesregierung Nr. 4211 vom 27.07.92 "Einheitliches Krankenhaustarifverzeichnis für fachärztliche Leistungen" Bezug genommen): es handelt sich um Leistungen (Materialen, Röntgenbilder, u.s.w), die aus dem Landestarifverzeichnis gestrichen worden sind, dessen Tarife bis zur eventuellen Ajournierung seitens des Landes auf der Grundlage der Kosten vom jeweiligen Verwaltungsdienst der Sonderbetriebe S.E. festgelegt werden.

Anlage "TD" Leistungen auf dem Territorium und am Domizil

Die Leistungen in der Anlage zum Landestarifverzeichnis (Beschluss del LG Nr. 2568 vom 15.06.98, in geltender Fassung) mit der Kennzeichnung "TD" (Leistungen auf dem Territorium und am Domizil) werden in der Regel von nicht ärztlichem Personal auf territorialer Ebene oder am Wohnort des Patienten erbracht. Sie werden weiterhin ohne eine Kostenbeteiligung seitens des Patienten erbracht, entsprechend der geltenden Regelung.

Aktualisierungen

Die Aktualisierung des Landestarifverzeichnisses für fachärztliche Leistungen (Beschluss der L.R. Nr. 2568 vom 15.06.98 in geltender Fassung), erfolgt je nach auftretenden Erfordernissen und mindestens alle drei Jahre, entsprechend den Vorgaben der Min. verordng. vom 15.04.94, unter Berücksichtigung der technischen Neuerungen und der Kostenänderungen der jeweiligen Leistungen.
Zu diesem Zweck hat das Land ein Verfahren für die Aktualisierung des Tarifverzeichnisses und die Anwendung von Erhebungsbögen vorgesehen (Beschluss der LG Nr. 4471 vom 05.10.98) sowie eine Expertenkommission eingesetzt, der Ärzte und Verwalter der Sonderbetriebe SE angehören (Beschluss der LG Nr. 4590 vom 12.10.98).

Anmerkungen für alle Leistungen

Im allgemeinen sieht die Beschreibung der Leistungen weder den Zweck der Leistung (zum Beispiel: "wegen Metabolismusstörung", "für Sportmedizin", ...)noch die Art des Patienten vor, der die Leistung empfängt: Erwachsener, Kind, kollaboriert, kollaboriert nicht, u.s.w. Sollten diese Angaben also in der Verschreibung enthalten sein, haben sie keinen Einfluß auf die Bestimmung der entsprechenden Leistung und damit auch nicht auf den einschlägigen Tarif.
Bei der Interpretation der Klassifizierung der Leistungen sollte soweit wie möglich berücksichtigt werden, daß das Ziel die Beschreibung und Vergütung der gesamten Leistung und nicht der einzelnen zur Ausführung der Leistung nötigen Handlungen ist; auf diese Weise wird zum Beispiel klar, warum der Kodex „Lokalanästhesie" nicht mehr vorhanden ist: diese Handlung gilt als selbstverständlich bei der Ausführung aller invasiven Leistungen und damit ist eine Kodierung nicht mehr nötig; analog dazu setzt die Blaseninstillation eine Katheterisierung voraus, die jedoch nicht zu kodieren ist; das Setzen von Kathetern, Sonden und ähnlichen ist im Kodex der erbrachten Leistung enthalten, es sei denn, es liegen andere Vorgaben vor.
Im Allgemeinen umfasst die Leistung des Tarifverzeichnisses immer die Zwischen- oder Teilleistung, sowie die für die komplette und korrekte Ausführung der Leistung oder Behandlung unerlässlichen klinischen Handlungen.
Soweit keine ausdrücklichen anderslautenden Angaben vorhanden sind, beziehen sich die Tarife auf die gesamte Behandlung und schließen das Sanitätsmaterial, die Prothesen, die Kontrastmittel, die Reagenzien, die Röntgenfilme und die Aufnahmeträger ein, da diese für eine vollständige und korrekte Leistung unerlässlich sind.
Die Tarifberechnung bewertet das "Ergebnis" der Leistung und nicht die einzelnen Techniken, die für die Ausführung verwendbar sind: zum Beispiel gibt es nur einen einzigen Posten für zytologische Untersuchung durch Nadelaspiration, unabhängig von den eingesetzten Techniken. Das bedeutet, dass der Tarif grundsätzlich die „durchschnittliche" Verwendung der Ressourcen für den Befund verrechnet, unabhängig von der angewandten Methode.
Analog dazu werden die Leistungen in Bezug auf Instrumentaldiagnostik, die in der Beschreibung die Anzahl der Radiogramme oder Projektionen darstellen, unabhängig von der Anzahl der vorgenommenen Projektionen und/oder der Radiogramme berechnet, die für das Erreichen des Diagnoseergebnisses durchgeführt wurden; mit anderen Worten, stellen die angegebenen Zahlen für den Facharzt keine Mindest- oder Höchstgrenze dar; der Facharzt hat nämlich die Aufgabe, mit der Leistung das erwartete Diagnoseergebnis zu erbringen, das man durch die Verschreibung erreichen wollte.
Dieser Logik zufolge ist klar, dass alle Leistungen die Erstellung eines abschließenden schriftlichen Berichts über den Ausgang der vorgenommenen Leistung (Befund) voraussetzen; diese Berichterstattung kann nicht als ärztliche Untersuchung verstanden werden.
Die "Experten-Beratungen" für die Ausführung besonderer Leistungen werden nicht kodiert, sondern fallen unter den Kodex der Leistung selbst (zum Beispiel: Anwesenheit der Anästhesist während der Durchführung einer Bronchoskopie).

Die Leistungen mit der Abkürzung "NNB" (nicht näher bestimmt) sind nur dann anzuwenden, wenn die spezifische Leistung im Tarifverzeichnis nicht vorgesehen ist. Nur in diesem Fall können die diesbezüglichen Tarife anerkannt werden. Außerdem können die Tarife, die den Leistungen mit der Bezeichnung "NNB" entsprechen, nie zusätzlich zu Tarifen anerkannt werden, die sich auf spezifische Leistungen ähnlichen Inhalts beziehen.

Symbole

Die mit dem Buchstaben "H" gekennzeichneten Leistungen können nur in geschützten Ambulatorien erbracht werden, d.h. inAmbulatorien, die sich innerhalb von öffentlichen und privaten akkreditierten Krankenhauseinrichtungen befinden.

Die mit dem Buchstaben "R" markierten Leistungen können nur von den fachärztlichen Ambulatorien erbracht werden, die von den Regionen/Autonomen Provinzen für die Erbringung dieser (hoch spezialisierten) Leistungen ausdrücklich anerkannt und ermächtigt worden sind.

Andere Leistungen sind mit dem Symbol "*" gekennzeichnet. Diese Leistungen können nur entsprechend spezifischen klinisch-diagnostischen Richtlinien gemäß Anlage 2 auf Kosten des NGD erbracht werden.

Legende

Die Begriffe in runden Klammern "( )" beschreiben die jeweilige Leistung, die Begriffe in eckigen Klammern "[ ]" sind Synonyme oder erklärende Bezeichnungen für die Leistung. In den ärztlichen Verschreibungen sind sowohl die beschreibenden Begriffe als auch die Synonyme auf den Kodex der entsprechenden Leistung zurückzuführen und können nicht mehrmals verrechnet werden.

Die Kommata "," in der Beschreibung der durch die Kodizies von 87.02.1 bis 88.99.5 gekennzeichneten Leistungen dienen, sofern sie NICHT in eckige Klammern eingeschlossen sind, der Unterscheidung zwischen den verschiedenen "Körperbezirken", auf die das betreffende Verfahren (das von einem einzigen Kodex gekennzeichnet wird und dem daher ein einziger Tarif entspricht) angewandt werden kann. Nur falls dieselbe Leistung gleichzeitig für mehrere "Körperbezirke" verschrieben wird, ist es möglich, die Vergütung in Höhe der Anzahl der "Körperbezirke" anzuerkennen, für die die Leistung gleichzeitig verschrieben worden ist.

Die Kommata "," in der Beschreibung der durch die Kodizies von 87.02.1 bis 88.99.5 gekennzeichneten Leistungen dienen, sofern sie in eckige Klammern eingeschlossen sind, der Aufzählung von Synonymen oder erläuternden Begriffen der auf den entsprechenden Kodex zurückzuführenden Leistung. Ärztliche Verschreibungen, die mehrere Synonyme enthalten, können nicht zur Verrechnung mehrerer Tarife führen.

Die nachstehenden Beispiele sollen zur Klärung dieser Ausführungen beitragen:
Mit Bezugnahme auf die Leistung "88.22 RÖNTGENAUFNAHME DES ELLBOGENS UND DES UNTERARMES- Röntgenaufnahmen (2 Projektionen) von: Ellbogen, Unterarm", der der Tarif von 29.000 Lire entspricht, bedeutet eine Verschreibung "Röntgenaufnahme des Ellbogens" oder "Röntgenaufnahme des Unterarmes" eine Verrechnung von 29.000 Lire, während eine Verschreibung "Röntgenaufnahme des Ellbogens und Röntgenaufnahme des Unterarmes" die Verrechnung von 58.000 Lire (=29.000 * 2) bedeutet.
Mit Bezugnahme auf die Leistung "87.03 COMPUTERTOMOGRAPHIE (CT) DER KOPFREGION - CT des Schädels [Sella Turzika, Orbitae]. CT des Gehirns", der ein Tarif von 161.000 Lire entspricht, bedeutet eine Verschreibung "CT der Kopfregion" eine Verrechnung von 161.000 Lire, genauso wie eine Verschreibung "CT der Sella Turzika und der Orbitae" oder "CT des Schädels".

Anmerkungen für Gruppen oder Arten von Leistungen

Ambulatorische Lokalanästhesie

Das Tarifverzeichnis enthält die Leistung "AMBULATORISCHE LOKALANÄSTHESIE" nicht mehr, da diese in jeder invasiven Leistung, die sie erfordert, bereits enthalten ist, auch wenn sie nicht ausdrücklich in der Beschreibung der Leistung selbst angegeben ist. Daher muß eine solche Leistung nicht kodiert werden. Zu Lasten des Patienten ist eine zusätzliche Zahlung über die Hauptleistung hinaus, auf der sich die Lokalanästhesie bezieht, nicht vorgesehen.

Medikamente

Neben den Leistungen, deren Beschreibung ausdrücklich angibt, daß PHARMAKA ENTHALTEN sind, schließt der Tarif auch für folgende Leistungen die Kosten der verabreichten Pharmaka ein: H 03.8, H 03.91, H 03.92, H 04.81.1, H 04.81.2, H 05.31, H 05.32, H 16.91, H 34.92, H 38.98, H 54.97. Die Tarife, die sich auf die übrigen Leistungen beziehen und die Verabreichung von Medikamente vorsehen, schließen die Kosten der Medikamente nicht ein.

Behandlung von Wunden

Die Kodizes für: BEHANDLUNG VON WUNDEN, NÄHEN VON WUNDEN, SÄUBERUNG VON OBERFLÄCHLICHEN WUNDEN UND ÄHNLICHES sind anwendbar, wenn der Patient eigens für diese Leistungen ein Ambulatorium aufsucht; umgekehrt, wenn der Patient eine ambulatorische Leistung empfängt, die eine Leistung der oben genannten Art voraussetzt (zum Beispiel: Nähen und Versorgen einer Wunde nach chirurgischem Verfahren), sind die besagten Leistungen nicht zu kodieren.

Injektionen - Infusionen

Die Kodizes für: INJEKTION VON PHARMAKA, INFUSION VON PHARMAKA (subkutan, intramuskulär und endovenös) UND ÄHNLICHES (I 99.22 und I 99.21, Kodizies 99.29.1 - 99.29.9, etc.), sind dann anwendbar, wenn der Patient eigens für diese Leistungen ein Ambulatorium aufsucht; umgekehrt, wenn der Patient eine ambulatorische Leistung empfängt, die eine Leistung der oben genannten Art voraussetzt, sind die besagten Leistungen nicht zu kodieren.
Die Tarife schließen die Kosten der Medikamente (vorbehaltlich der Fälle gemäß Abs. 2 dieses Abschnitts), nicht ein, welche jedenfalls direkt seitens des Leistungsanbieters verabreicht werden.
Die Leistungen auf dem Territorium und am Domizil werden entsprechend der geltenden Regelung weiterhin kostenlos erbracht.

Insbesondere gilt:

  • Sind die Injektion und das einschlägige Arzneimittel an eine Hauptleistung gebunden, braucht der Patient keine zusätzliche Zahlung zum Tarif (Ticket) der Hauptleistung zu entrichten, da die Injektion/Infusion nicht von der ersten Leistung getrennt zu sehen ist;
  • Stellt die Injektion/Infusion die Hauptleistung dar, kann ein Kodex aus dem Tarifverzeichnis verwendet werden, und der Patient wird aufgefordert, sich an den Kosten für den entsprechenden Tarifbetrag zu beteiligen. Für das verabreichte Arzneimittel ist keine zusätzliche Zahlung vorgesehen.
  • Bringt der Patient das Arzneimittel mit und die Injektion/Infusion ist eine Leistung, die keine ärztliche Beobachtung erfordert und sich in einer einfachen krankenpflegerischen Handlung erschöpft, ist für diese Leistung kein Tarif zu zahlen. Die Erbringung einer solchen Leistung wird für ein Krankenhaus nicht als angemessen betrachtet, vielmehr handelt es sich um einen krankenpflegerischen territorialen Dienst.
  • Die vom territorialen Krankenpflegedienst erbrachten Leistungen (wo der Kauf des Arzneimittels bereits durch den Patienten erfolgt) sind für den Patienten kostenlos, gemäß der derzeitigen Regelung (Rundschreiben Dr.HuS/rm 248 vom 23.01.92, wie geändert vom Prot. Dr.HuS/rm/2170 vom 02.07.92 und vom Prot. Dr.HuS/WE/5318 vom 29.12.93).

Die Leistungen am Domizil sind entsprechend der geltenden Regelung für den Patienten kostenlos.

Blutabnahmen

Im Zusammenhang mit der Anwendung der Verschreibungsgrenze von Leistungen pro Rezept auf "BLUTABNAHMEN" (91.48.4, 91.48.5, 91.49.1, 91.49.2, 91.49.3) wird darauf hingewiesen, dass die Abnahme nicht zur Höchstanzahl der Leistungen (Max 8 pro Rezept, gemäß der geltenden Regelung) gezählt werden darf, obwohl sie ausdrücklich auf dem Rezept anzugeben ist.
Für die Berechnung der Gesamtvergütung des Leistungsanbieters und der Beteilung an der Ausgabe von seiten des Patienten, ist der Wert der Blutabnahmeleistung immer zum Wert der übrigen verschriebenen und erbrachten Leistungen hinzuzuzählen.

Für "VENÖSE BLUTABNAHME" in Sprengelambulatorien (z.B. Amba Alagi-Str., Palermo-Str. in Bozen, u.s.w.) ist für das Ticket der Tarif anzuwenden, der vom Kodex 91.49.2 „Venöse Blutabnahme" vorgesehen ist.

Im Falle einer Blutabnahme am Domizil kann - ausschließlich zwecks Erfassung der Leistung - der gleiche Kodex 91.49.2 angewandt werden. Die Leistung wird, gemäß der geltenden Regelung, weiterhin ohne Kostenbeteiligung des Patienten erbracht.

Ärztliche Untersuchungen

Die Erstuntersuchung (Kodizies 89.7, 89.13, 89.26 und 95.02) ist die Untersuchung, bei der das klinische Problem des Patienten zum ersten Mal angegangen wird (festgestellte Krankheit, Symptom oder Anzeichen), und bei der ein schriftliches Dokument erstellt wird (Krankenblatt oder Bogen); außerdem gelten ebenfalls als Erstuntersuchung die Untersuchungen von bereits bekannten Patienten, die an chronischen Krankheiten leiden und sich in einer Neuakutisierungsphase befinden, welche eine Neubeurteilung und eine Anpassung der Therapie erfordert.
Die Folge- oder Kontrolluntersuchung (Kodizies 89.01 und 94.12.1) ist eine Untersuchung, bei der ein bereits bekanntes Problem erneut geprüft und die vorhandenen schriftlichen Unterlagen aktualisiert oder geändert werden, unabhängig von der Zeit, die seit der ersten Untersuchung vergangen ist. Die Folgeuntersuchung endet mit dem Abschluss des diagnostisch-therapeutischen Iters, der den Patienten zur Inanspruchnahme der Leistung veranlasst hat. Die Untersuchungen eines chronisch-kranken Patienten nach der Erstuntersuchung wegen desselben Problems sind immer als Folgeuntersuchungen anzusehen.
Wenn die Erstuntersuchung und die Kontrolluntersuchung im Ambulatorium von zwei verschiedenen Krankenhäusern durchführt werden, gelten diese Untersuchungen beide als Erstuntersuchungen, auch wenn sie sich auf dasselbe klinische Problem beziehen; umgekehrt, wenn ein Patient wegen desselben klinischen Problems von zwei verschiedenen Ärzten zu unterschiedlichen Zeitpunkten im gleichen Ambulatorium untersucht wird, können diese Untersuchungen nicht beide als Erstuntersuchung angesehen werden Krankenblatt/Krankenbogen bereits vorhanden).
Die Untersuchungen, und damit die Kodizies und die einschlägigen Tarife, umfassen auch die Ausführung einfacher Handgriffe oder die Verwendung von unkomplizierten Geräten (aus diesem Grund sind einige dieser Leistungen nicht im Tarifverzeichnis aufgeführt, zum Beispiel: das Feststellen des Körpergewichts oder des Blutdrucks, die Plikometrie, u.s.w.).
Die Beurteilung von Befunden, die im Laufe der Erstuntersuchung angefordert worden sind, stellen eine "Ergänzung der Untersuchung" dar und sind, auch wenn sie im Laufe eines späteren Kontakts erfolgen, nicht mit einer Folgeuntersuchung gleichzusetzen. Das bedeutet, dass der Patient im Falle einer Auswertung der Befunde, ohne weitere Komplikationen, keinen zusätzlichen Tarif entrichten muß, weil die Leistung sich der vorhergehenden Untersuchung zuordnen lässt. Diese Auslegung entspricht der Auffassung des Gesundheitsministeriums und dem Rundschreiben Prot. Nr. VIII/Dr.HuS/EW/rm/3527 vom 20.11.91, in dem es heißt: Für den Fall, dass ein Patient in einem fachmedizinischen Ambulatorium der SE und der konventionierten Privatanbieter untersucht wird, und weitere Labor- oder Röntgenuntersuchungen oder ähnliches benötigt, ist für die Auswertung dieser Befunde keine weitere Verschreibung erforderlich.
Die Leistungen, wie Unterweisung, Gesundheitserziehung, Ausarbeitung von Behandlungsplanen und Patiententraining, wenn keine spezifischen Kodizies im Tarifverzeichnis vorhanden sind (wie z.B. 93.82.1 "Erziehungstherapie der Diabetiker...", I 93.01.5 "Diätberatung. Diättherapie - Erstellung des Ernährungsplanes. Kontrolle der Diätbehandlung", I 93.72.1 "Logopädie - Dysphasie..."), werden nicht kodiert, weil sie bereits in der Untersuchung oder Hauptleistung enthalten sind; auf jeden Fall können die allfällig spezifischen Kodizies nicht gleichzeitig mit einem Kodex für die Untersuchung angewandt werden, sondern ausschließlich als Alternative dazu.
Die Verschreibung einer Leistung, die keine fachärztliche Untersuchung ist, kann vom Facharzt in der Regel nicht mit einer Untersuchung ergänzt werden; zum Beispiel: die Verschreibung einer Warzenentfernung oder eines EKG, u.s.w. darf nicht durch den Kodex einer fachärztlichen Untersuchung ergänzt werden, außer in besonderen und zu begründenden Fällen.

Schlussbemerkungen

Übersetzung

Die den Oberärzten der verschiedenen Fachbereiche anvertraute Übersetzung des Tarifverzeichnisses kann manchmal in Form und Inhalt nicht korrekt sein.
Deshalb gilt im Zweifelsfall bei der Auslegung der italienische Text.

Umkodierung

Um den Sanitätseinheiten die Handhabung und Interpretation des Tarifverzeichnisses zu erleichtern, werden weitere Instrumente in Form von Dokumentation auf Papier und auf elektronischem Datenträger mitgeliefert, die in der Folge aufgezählt werden:

  • eine Tabelle mit der Umkodierung der Leistungen "Alte Landeskodizies 1992/Neue Landeskodizies"
  • eine Tabelle mit der Umkodierung der Leistungen "Neue Landeskodizies/Alte Landeskodizies 1992"
Berichtswesen

Die diesbezüglichen Berichte werden auf der Grundlage der mit Beschluss der Landesregierung Nr. 1071 vom 23.03.98 genehmigten Datenstruktur betreffend "Richtlinien für die Regelung des Informationsverfahrens für die Erhebung der fachärztlichen ambulathorischen Leistungen, der apparativen Diagnosen und der Laboruntersuchungen ab 1. Juni 1998, in geltender Fassung" abgefasst, deren Datensatzaufbau es ermöglicht, eine systematische Erhebung all der in der Provinz Bozen von den jeweiligen Leistungsanbietern erbrachten Leistungen vorzunehmen, und die für das Gesundheitswesen meldeamtlich- und verwaltungsmäßig relevanten Daten zu erfassen.

Kontrolle

Das Kontrollsystem ist dahingehend auszubauen, dass einerseits eine externe Kontrolle von Seiten des Landes, bzw. der "kaufenden" Gesundheitsbezirke gegenüber den öffentlichen und privaten Leistungsanbietern ermöglicht, andererseits aber auch eine interne Kontrolle seitens des jeweiligen Leistungserbringers in Bezug auf die Qualität und Effizienz der von ihm verabreichten Betreuung angeregt wird.

Die externe Kontrolle wird durch das Land und durch die Gesundheitsbezirke über die Aktivierung der eigens eingerichteten Informationsverfahren durchgeführt, um folgendes zu ermöglichen:

  1. die Beobachtung der Entwicklung und der Zusammensetzung der Verschreibungen, der Beanspruchung von Leistungen sowie der diesbezüglichen Ausgaben;
  2. die Überprüfung der ordnungsgemäßen Zuweisung der Geldmittel an die Leistungsanbieter;
  3. die Kontrolle in Bezug auf allfällig von der Norm abweichende Verhaltensweisen seitens der Leistungsanbieter und der verschreibenden Fachärzte;
  4. die Überprüfung von allfällig nachteiligen "Nebenwirkungen" die bei der konkreten Anwendung der Tarife entstehen können, wie:
    • die Anzahl von wiederholten Behandlungseinheiten betreffend ein und denselben Patienten innerhalb einer abgegrenzten Zeitspanne; dies um der allfälligen Neigung zur Häufung von Leistungen vorzubeugen
    • das Verhältnis zwischen komplexen instrumentaldiagnostischen Leistungen bezogen auf die Anzahl der in einem einfachen Verfahren erbrachten Leistungen (beispielsweise mit anstatt ohne Kontrastmittel); dies um allfällige Neigungen zur Erhöhung der Komplexität bzw. der Anzahl der Leistungen ausfindig zu machen
    • das Verhältnis zwischen der Anzahl der mit dem Kürzel "NNB" gekennzeichneten Leistungen und den spezifischen Leistungen gleichen Inhalts; dies um allfällige Neigungen zur Mehrfachverrechnung einer gleichen Leistung zu erheben
  5. zu überprüfen, dass die ordnungsgemäße Einsammlung und regelmäßige Übermittlung der Dokumentation (all jener Informationen betreffend die erbrachten Leistungen, die für eine ordnungsmässige Fakturierung und Prüfung notwendig sind) von Seiten der öffentlichen und privaten "konventionierten" Einrichtungen an die zuständige Sanitätseinheit erfolgt;
  6. zu überprüfen, dass die Produktionspläne (Ausgabengrenzen, Typologie und Leistungsanzahl, usw.) berücksichtigt werden, die auf der Grundlage der Tarife festzulegen sind;
  7. zu überprüfen, ob alle Vorschriften und Bestimmungen in der Anlage 2 und in den gegenständlichen Richtlinien eingehalten werden, bezogen auf den Gegenstand der einzelnen Leistungen, die Bedingungen für das Erbringen der Leistungen, sowie die Berücksichtigung der Bestimmungen auf dem Gebiet der Verschreibbarkeit der Leistungen pro Rezept.

Die interne Kontrolle seitens aller Leistungserbringer des Landesgesundheitsdienstes muss die für die Behandlung der Patienten eingesetzten Geldmittel sowie die Qualität der erbrachten Leistungen berücksichtigen, weiters die Überprüfung der korrekt ausgefüllten und kodierten Informationsmittel, die über die Typologie der erbrachten Leistungen Aufschluss geben.

Tarifverzeichnisse gültig ab 01.03.2019

 

Tarife der fachärztlichen ambulanten Leistungen, einschließlich Instrumentaldiagnostik und Labor


Tarife die im Interesse oder auf Anfrage der Privaten erbracht werden (kollektive Gesundheitsversorgung im Lebens- und Arbeitsumfeld)


Weitere Leistungen


Landestarifverzeichnisse der fachärztlichen ambulanten Leistungen, einschließlich Instrumentaldiagnostik und Labor

Der Landeskatalog der verschreibbaren Leistungen (LkVL) enthält ein detailliertes Verzeichnis aller vom Landestarif­verzeichnis für fachärztlich-ambulante Leistungen, Instrumentaldiagno­stik und Laboruntersuchungen (Beschluss der Landesregierung Nr. 2568 vom 15.06.1998 in geltender Fassung) vorgesehenen Leistungen und ist ab 1. September 2016 bei der papierlosen Verschreibung von Leistungen zu Lasten des gesamtstaatlichen bzw. Landesgesundheitsdienstes anzuwenden.

Hier finden Sie die entsprechenden Leitlinien.

Das Tarifverzeichnis wird von Seiten des Assessorates für Gesundheit stets on-line aktualisiert. Es ist möglich die Beschlüsse der Landesregierung und die diesbezüglichen Anlagen (Auflistung der Tarife), zusammen mit den eventuellen, weiteren Änderungs- und Ergänzungsmaßnahmen aus dem Internet herunterzuladen.