Veranstaltungen

Tagung des Landesethikkomitees „Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Ethische, medizinische, religiöse und rechtliche Aspekte“

Zielgruppe: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheits- und Sozialwesens, Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin, Patientenorganisationen

Die Entscheidung über die Einleitung einer künstlichen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr – oft eine Entscheidung über "Leben und Tod" – stellt Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Angehörige immer wieder vor schwerwiegende Herausforderungen. Im Entscheidungsprozess spielen neben medizinischen und ethischen Erwägungen emotionale Aspekte eine große Rolle, vor allem was das „Verhungern- und Verdurstenlassen“ betrifft.

Bei der Tagung wurden ethische Grundlagen der Entscheidungsfindung, medizinische und palliativmedizinische Ansätze, religiöse Aspekte, die rechtliche Situation und Methoden der Entscheidungsfindung im Konsens aller Beteiligten ausgehend von Fallbeispielen und den großen Fragen der Praxis bearbeitet.

Tagungsprogramm

Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Eine Empfehlung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialwesen in Südtirol

Bei der Tagung wurde die Handreichung "Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Eine Empfehlung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialwesen in Südtirol" vorgestellt

Referate

Künstliche Ernährung ud Flüssigkeitszufuhr: ethische Grundlagen der Entscheidungsfindung Entscheidungsfindung in einer ethischen Fallbesprechung

Prof. Dr. MPH Georg Marckmann, München

LMU München, Institut für Ethik, Theorie und Geschichte der Medizin Studium der Humanmedizin und der Philosophie im Doppelstudium an der Universität Tübingen, Postgraduierten-Ausbildung:“Ethik in den Wissenschaften” an der Universität Tübingen. Public-Health-Studium an der Harvard Universität in Boston (USA). Ab 2010 Professor für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin und Vorstand des gleichnamigen Instituts an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Internationale Vortragstätigkeit. Mitarbeit und wissenschaftliche Beratung in zahlreichen Ethikkommissionen und ethikbezogenen Projekten; stellvertretender Präsident des Landesethikkomitees.

Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Medizinische Grundlagen

Dr. Christoph Fuchs, München 

Studium der Humanmedizin und der Philosophie. Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie, Palliativmedizin und Geriatrie. Leitender Oberarzt am Zentrum für Akutgeriatrie und Frührehabilitation am Klinikum München Neuperlach. Ärztlicher Mitarbeiter des Spezialisierten Ambulanten Palliativ Versorgungs-Team  (SAPV) des Christophorus Hospiz Vereins München; über den Palliativgeriatrischen Dienst viel Erfahrung in der Beratung von Pflegeheimen über die PEG-Sondenlegung.

Palliativmedizinische Aspekte: Künstliche Ernährung und Flüssigkeitsgabe in der letzten Lebensphase

Dr. Christoph Gabl, Innsbruck

Tiroler Hospiz-Gemeinschaft, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie, Akademischer Palliativexperte. Arbeitet seit mehreren Jahren als leitender Arzt im Mobilen Team der Tiroler Hospiz-Gemeinschaft zur ambulanten Betreuung von Patienten/-innen im häuslichen Umfeld.

Künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr aus theologisch-ethischer Perspektive

Prof. Alberto Bondolfi, Trient/Zürich

Direktor „Istituto scienze religiose Fondazione Bruno Kessler“, Trient; Theologie und Philosophiestudium in Fribourg; seit 2001 Professor für Ethik an der Theologischen Fakultät der Universität Lausanne, später der Universität Genf. Seit 2012 Direktor „Istituto scienze religiose Fondazione Bruno Kessler“, Trient. Dozent an verschiedenen Universitäten (Université Laval in Québec; Basel und Bern); Vorsitz der Schweizer Gesellschaft für Bioethik, Mitglied des Nationalen Schweizer Bioethikkomitees und des Landesethikkomitees.

Prof. P. Martin M. Lintner OSM, Brixen/Innsbruck

Priesterweihe 2001; Studium der Katholischen Fachtheologie; Doktoratsstudium in Theologischer Ethik. Mitglied des Landesethikkomitees der Autonomen Provinz Bozen. Seit 2011 Ordentlicher Professor für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen. Lehrbeauftragter für Ethik (Studium generale) an der Freien Universität Bozen. Mitglied im Europa-Regional-Komitee der CTEWC (Catholic Ethicists in the World Church). Seit September 2013: Präsident der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie. Seit Juli 2014: Präsident von INSeCT - International Network of Societies for Catholic Theology.

Die Rechtslage zur künstlichen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Bestimmungen und Urteile

Dr.in Marta Tomasi, Trient

Forschungsbeauftragte Universität Trient. Forschungsdoktorat in “Vergleichendes und europäisches Recht” an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Trient, zurzeit Forschungsbeauftragte der Universität Pavia. Während des Spezialisierungstudiums Forschungstätigkeit im Ausland am Hastings College of the Law a San Francisco und am King’s College di Londra. Seit 2007 Mitarbeiterin des “Progetto Biodiritto” an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Trient mit Teilnahme an Projekten auf nationaler und internationaler Ebene.

Ab 17. Juni 2013 um 17.00 Uhr ist es möglich, die Broschüre Therapiezieländerung bei schwerkranken Patientinnen und Patienten und Umgang mit Patientenverfügungen: Empfehlung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheits- und Sozialwesen in Südtirol" 

Das Thema der Allokation der Ressourcen hat eine hohe ethische Komponente. Zu diesem Thema wurden 2 Tagungen organisert.

Was soll im Gesundheitswesen Vorrang haben? Eine Frage der Ethik! 2. Februar 2012

Dr. Richard Theiner
Landesrat für Familie, Gesundheit und Sozialwesen des Landes Südtirol
Grußwort

Dr. Herbert Heidegger, Präsident des Landesethikomitee

Einführung und Definition der Problematik

Prof. Georg Marckmann, Ludwig-Maximilian Universität München 

Dr. Horand Meier

Dr. Martin Lintner, Priester, Mitglied des Landesethikkomitees

Dr.in Deborah Mascalzoni, Mitglied des Landesethikkomitees

Dr.in  Clara Astner, Psychologin, Mitglied des Landesethikkomitees

Verteilung der Ressourcen an den einzelnen Patienten

Prof. Thorsten Meyer, 

Psychologe, Hannover,

 

Zuweisung der Ressourcen im Gesundheitswesen aus ethischer Sicht

Bozen, 3. Dezember 2004

Dr. Richard Theiner
Landesrat für das Gesundheits- und Sozialwesen der Autonomen Provinz Bozen Südtirol

  • Das Recht auf Gesundheit. Verteilung der Mittel an die Medizin und in der Medizin. Was ist sinnvoll, notwendig, worauf können wir verzichten? Rationalisierung. Erarbeitung von Prioritäten. Ethik und Politik. Notwendigkeit einer öffentlichen Diskussion.

Prof. Dr. Dietrich von Engelhardt
Ordentlicher Professor für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte der Medizinischen Universität zu Lübeck. Vorsitzender der Ethikkommission der Universität. Ehemals Präsident der Akademie für Ethik in der Medizin. Stellvertretender Vorsitzender des Landesethikkomitees in Südtirol. Autor zahlreicher Publikationen. 

Dr. Giovanni Martini
Doktorat in Soziologie. Seit 1983 Tätigkeit im Assessorat für das Gesundheits- und Sozialwesen der Autonomen Provinz Trient in den Fachbereichen Programmierung und Forschung im Sanitätswesen. Seit 2004 Leiter des „Servizio Formazione e Innovazione per la salute" der Provinz Trient, mit Zuständigkeiten in den Bereichen Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals, Gesundheitserziehung, Öffentlichkeitsarbeit für die Gesundheitsförderung, Epidemiologie. Autor zahlreicher Publikationen und rege Referententätigkeit. Leiter der 2003 von der Autonomen Provinz Trient ernannten Kommission für die Förderung eines gerechten und unparteilichen Gesundheitswesens.

  • Aktuelle Allokationsfragen im Gesundheitswesen. Was ist Gesundheit? Grundvoraussetzungen für die Gesundheit. Welche Faktoren bestimmen dieGesundheit? Aktuelle Herausforderungen an das europäische Gesundheitssystem. Welche Form einer nachhaltigen Medizin ist vorstellbar?
    Il concetto di salute. I presupposti della salute. Fattori determinanti per la salute. Sfide attuali al sistema sanitario in Europa. Una medicina sostenibile.

Dr. Dieter Ahrens
Studium der Betriebswirtschaft in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Gesundheitswissenschaften und öffentliche Gesundheitsförderung. Tätigkeit als Hochschulassistent am Institut für Management und Ökonomie im Gesundheitswesen an der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Innsbruck. Hochschullehrer im Studiengang Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung der Fachhochschule Burgenland (A). 

  • Entwicklungstrends im europäischen Gesundheitswesen
    Bestandsaufnahme: Finanzierungsprobleme und Verteilung der Gesundheitsausgaben. Internationale Entwicklungen: Reformen der Krankenversorgungssysteme. Wettbewerbselemente, Europäische Gesundheitspolitik, Eigenbeteiligungen bzw. Zuzahlungen. Bewertung aus der Sicht von Public Health.

Dr. Gisela Perren-Klingler
Studium der Medizin, Spezialisierung in Psychiatrie, Ausbildung in Psychotherapie und Psychoanalyse. Gründung des Instituts Psychotrauma Schweiz ins Visp. Tätigkeit als Referentin, Supervisorin und Ausbildnerin im Bereich Psychotrauma, Autorin zahlreicher Publikationen. Forschungsschwerpunkt: Zusammenhänge zwischen Medizin und Menschenrechten unter verschiedenen Aspekten.

Tagung

Bozen, Kolpinghaus, Kolping Straße 3 6. Dezember 2012 17.30 - 20.00 Uhr

Fragen zum Lebensende, zum Lebensbeginn, umstrittene diagnostische Möglichkeiten, therapeutische Konfliktsituationen, gerechte Verteilung der Mittel, Selbstbestimmung und Menschenwürde – wie kann ich mich orientieren, wie kann ich entscheiden? Das Landesethikkomitee hilft dabei.

Seit 10 Jahren werden mit Bildungsinitiativen, Veröffentlichungen und Stellungnahmen Orientierungs- und Entscheidungshilfen für politisch Verantwortliche, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen und interessierte Menschen erarbeitet.

10 Jahre Landesethikkomitee

  • Prof. Herbert Heidegger, Vorsitzender des Landesethikkomitees

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Gesundheitliche Vorsorgeplanung - Patientenverfügung 

Ethische Beratung in Südtirol

 

Tagung "Verletzlich und überfordert - Patientenwille und ärztlich-pflegerisches Handeln"

 

12. April 2003

Interuniversitäres Seminar - Brixen. 12. April 2003


(Die Dateien stehen in Windows Media Player 9-Format (externer Link) e MP3-Format zur Verfügung.

Zwischen Recht und Ethik besteht ein spannendes Verhältnis: Es ist nicht deckungsgleich, überlagert, berührt und ergänzt sich jedoch in vielen Bereichen
Prof. Giuseppe Zuccalà Professor für Öffentliches Recht, Universität Padua

Euthanasie: historische Prämissen und eine kritische Beurteilung der gegenwärtigen Tendenzen  

Univ. Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber Univer. Klinik für Psychiatrie, Innsbruck und Mitglied der Bioethikkommission der Österreichischen Bundesregierung

Welche Schutzwürdigkeit hat der Embryo? Ethische Überlegungen zur embryonalen Stammzellenforschung. Haben wir das Recht das technisch Machbare immer auzuschöpfen?

Prof.ssa Rosa Maria Ancona Keller Universität Freiburg in Breisgau

Adulte Stammzellen: eine ausreichende Alternative zu embryonalen Stammzellen?
Was ist realistisch, was Illusion?

Univ. Prof. Dr. Richard Greil Klinische Abteilung für Hämatologie und Onkologie der Univer. Klinik für Innere Medizin, Innsbruck

Ethisch-theologische Überlegungen zur Euthanasie.
Als gläubige Christen sollten wir auch in scheinbar auswegsloser Situation das Zwiegespräch mit Gott nie abbrechen

Dekan Prof. Karl Golser Philosophisch-Theologische Hochschule, Brixen

Ethik und Recht an den Grenzen des Lebens, eine besondere Herausforderung für unsere Generation

Prof. Elisabetta Palermo Fakultät für Bildungswissenschaften,- Universität Padua 

Ethische Aspekte in der Anwendung der Alternativmedizin.
Eine Balance zwischen Berufsethik und Recht

Prof. Cesare Scandellari Fakultät für Medizin, Universität Padua

Forschungsethik in den humanmedizinischen Wissenschaften.
Was wird uns vorgegaukelt, was erscheint realistisch? Unsere Wünsche eilen der Realität weit voraus

Univ. Prof. Dr. Holger Baumgartner  Leiter der Geschäftsstelle der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck 

Das Placebo in der Medizin: ethische Probleme.
Das Placebo als Therapeutikum, ein ethisch vertretbarer Ansatz?

Prof. Giorgio Dobrilla Ehemaliger Primar der Abteilung Gastroenterologie, Gesundheitsbezirk Bozen

Ethische Probleme im Rahmen des vergleichenden Verfassungsrechtes in Italien, Österreich, Deutschland

Prof. Carlo Casonato Professor für Verfassungsrecht, Universität Trient, Mitglied des Landesethikkomitee

Der Arzt zwischen Wissenschaft, Ökonomie und den Gesetzen des Marktes.
Teilweise sind dies Forderungen, die sich gegenseitig ausschließen. Die Identität des Arztbildes kann daran Schaden nehmen

Prim. Oswald Mayr Primar der Abteilung Intensivmedizin und Anästhesie, Sanitätsbetrieb Bozen, Präsident des Landesethikkomitees

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Hören und doch nicht verstehen... Ethik in der Kommunikation

Vortragsreihe für Gesundheitspersonal und interessierte Bürgerinnen und Bürger
12. Oktober, 3. und 22. November, 2. Dezember 2005

Vortragsreihe 5. - 14. November 2003

Dr. Bernhard Greiling, Leiter der Palliativabteilung des Krankenhauses Eutin, Schleswig Holstein Bozen
Bozen 5. November 2003

Unter Palliativmedizin ist die ganzheitliche Betreuung schwerkranker Menschen in der Sterbephase zu verstehen. Sie berücksichtigt medizinische, soziale, religiöse und kulturelle Aspekte gleichermaßen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören vor allem das Streben in Schmerzfreiheit, die Erhaltung körperlichen Wohlbefindens soweit es die Grundkrankheit zulässt, das Vermindern von Angst, und die Einbeziehung der Familie und des Freundeskreises des Patienten in diese Lebensphase.

Prof. Dr. Karl Golser, Dekan der Theologisch-philosophischen Hochschule Brixen Bozen 7. November 2003
In diesem Begriff verbirgt sich der Aspekt „guter Tod" bis hin zum Albtraum des „getötet werden". Im Rahmen der Autonomie hat der Mensch nicht nur das Recht und Pflicht sein Leben, sondern auch über das Lebensende bewusst zu gestalten. Wenn sich dieser Prozess von jeder christlichen Einstellung losgelöst vollzieht, führen vermehrt finanzielle und soziale Zwänge dahin, den Menschen am Lebensende nur nach seinem Nutzen zu beurteilen. Aus der Einsicht dieser materiellen Nutzlosigkeit kann die Entscheidung für einen gewollten und selbst herbeigeführten Tod folgen. Wer aber den Tod auch in seiner religiösen Dimension erkennt, durchtrennt die Möglichkeit der Zwiesprache mit Gott auch in dieser Lebensphase nicht.

Bruneck, 12.11.2003 Dr. Oswald Mayr, Primar der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin, Sanitätsdirektor, Krankenhaus Bozen
Wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen, so hat auch im medizinischen Bereich die Selbstbestimmung einen hohen Stellenwert erreicht. Das Wort „Autonomie" setzt sich aus den Worten „Selbst" und „Recht" zusammen. Selbstbestimmung setzt Informiert-Sein und Verantwortung für sich selbst voraus. Eingebettet ist dieser persönliche Spielraum in einen rechtlichen Rahmen. Die Patientenautonomie ist eine große Errungenschaft, die jedoch nicht vom Extrem der pateranalistischen Patientenbetreuung in das Gegenteil umschlagen darf, das Alleingelassen - Sein mit sich selbst und seiner Entscheidung.

Meran, 11. November 2003
Dr. Hubert Messner, Abteilung Neonatologie und Neugeborenenintensivstation, Bozen
Sterben ist nicht nur altersbedingt. Zu oft wird das Sterben mit dem Alter verbunden. Die Entwicklung der Medizin und die immer weiter fortschreitende Technologie haben die Grenzen der Lebensfähigkeit von Frühgeburten in den letzten Jahrzehnten verschoben. Das Überleben dieser Kinder aber ist zur Zeit nur in einem beschränkten Ausmaß möglich und geht oft einher mit einer großen Belastung in erster Linie für die Kinder. Die Zuständigkeit der Gemeinschaft ist es, sich diesem Überlebenskampf zu stellen, um die Belastung für Kinder und Eltern erträglicher zu gestalten.

Dr. Günther Donà, Primar der Abteilung für Geriatrie, Krankenhaus Bozen
Brixen, 14.11.2003

Das Recht auf Ernährung ist ein fundamentales Grundrecht. Es darf keinem verweigert werden, unabhängig von seiner Urteilsfähigkeit.
Die Unmöglichkeit der Nahrungsaufnahme ist nicht isoliert, sondern als Teil einer komplexeren Krankheit zu sehen. Deshalb muss im Einvernehmen mit den engen Angehörigen, dem medizinisch Sinnvollen, dem Zumutbaren und im Einklang mit der vorangegangenen Geisteshaltung des Patienten entschieden werden, inwieweit eine künstliche Ernährung durchzuführen ist oder nicht.

 

 

Lehergang Ethik in der Medizin

Anlass

Die ethischen Fragestellungen haben in der Medizin seit je her einen zentralen Stellenwert und sind heute aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung besonders aktuell. Ethische Fragen betreffen nicht nur die ärztliche und pflegerische Praxis und werden in den Ethikkomitees der Krankenhäuser und Bezirke auf Landes- und Staatsebene erörtert, sondern lösen in der Bevölkerung breites Interesse und Betroffenheit aus.

Ziel

Der Basislehrgang Ethik in der Medizin ist so konzipiert, dass die Teilnehmenden aus dem Gesundheitswesen sich mit dem Grundverständnis ethischer Orientierung in der Medizin auseinandersetzen und ihre Erfahrungswerte aus beruflicher Praxis mit anderen Experten interdisziplinär austauschen können. Das so erworbene Orientierungswissen erhöht die Chance im Umgang mit den Patienten und ihren Angehörigen, mit den Kollegen und Mitarbeitern, in den Ethikkomitees bei beratender Tätigkeit und ethischen Fallbesprechungen sowie gegenüber den Medien mit klareren Argumenten aufzutreten und die eigene reflektierte Überzeugung kompetent zu vermitteln.

Kurs "Ethik in der Medizin"

Das Ethikkomitee des Landes hat für das Jahr 2006 als Schwerpunkt das Thema "Lebensstil und Gesundheit" gewählt. Dieses Thema scheint uns besonders wichtig, da es die ethischen Grundprinzipien der Autonomie, Selbstverantwortung, Gerechtigkeit und Würde besonders berührt.

Warum wird zu diesen Themen ein Wettbewerb ausgeschrieben?

Für das Landesethikkomitee sind Ihre Meinungen und Erfahrungen zu diesen grundsätzlichen Fragen besonders wichtig. Es ist unser Anliegen, Ihre Aussagen in gebündelter Form zu veröffentlichen und die Planung der Landesgesundheitspolitik dadurch zu unterstützen und zu beeinflussen. Die Beiträge können eine oder mehrere Fragen betreffen.

Ablauf:

Wir erwarten Ihre Einsendungen zu einer oder mehreren Fragen, gleich in welcher Form (schriftlich in jeder Ausdrucksform wie Aufsatz, Gedicht, Bericht, Erzählung usw., als Zeichnung oder andere Kunstform, Video usw.) innerhalb 17.00 Uhr des 10. November 2006. Bitte senden Sie Ihre Arbeiten an das Sekretariat des Landesethikkomitees, z. H. Dr. Maria Vittoria Habicher, Assessorat für das Gesundheitswesen, Freiheitsstraße 23, 39100 Bozen.

Die 5 besten Arbeiten werden von den Mitgliedern des Landesethikkomitees ausgewählt und am 1. Dezember 2006 bei der Jahrestagung des Ethikkomitees „Gesundheit und Lebensstil" prämiert. Die Inhalte und Anregungen dieser Arbeiten dienen unter anderem als Grundlage für die Diskussion und workshops bei der Tagung und als Impulse für weitere Initiativen zum Thema.

Alle, vom Kind bis zum Erwachsenen können mitmachen!

Preise:

Die 5 besten Arbeiten werden mit interessanten, lustigen und den individuellen Lebensstil der Gewinnerinnen und Gewinnern betreffenden Preisen ausgezeichnet.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss:

innerhalb 17.00 Uhr des 10. November 2006 persönlich oder per Post

Einsendeadresse:

Sekretariat des Landesethikkomitees
z. H. Dr. Maria Vittoria Habicher
Assessorat für das Gesundheitswesen
Kennwort Ethik-Wettbewerb
Freiheitsstraße 23
39100 Bozen

Informationen:

Dr. Maria Vittoria Habicher
Sekretariat des Landesethikkomitees
Tel. 0471 411614
E-Mail: maria.habicher@provinz.bz.it

WICHTIG!!!

Jeder Arbeit muss das Formular mit Namen, Adresse, Telefonnummer, ev. Email- Adresse und der Erklärung über das Einverständnis zur Veröffentlichung der Arbeit beigelegt werden.

Laden Sie die Erklärung zum Einverständnis im PDF-Format herunter.

Das Thema

Selbstbestimmung und Autonomie erreichen als Ausdruck für ein selbst gestaltetes und gelungenes Leben einen immer wichtigeren Stellenwert. „Das Leben gehört mir, es ist mein
Leben, ich kann es gestalten, wie es mir beliebt".
Selbstbestimmte Lebensformen können aber nur in Beziehung zum sozialen Umfeld entwickelt werden, deshalb haben die Mitmenschen auch ein Recht darüber mitzureden, wie weit Selbstbestimmung und Autonomie gehen können, vor allem dann, wenn die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, auf den Schultern aller verteilt werden.

Ist es unter dem Prinzip der Gerechtigkeit vertretbar, dass die Vergütung medizinischer Leistungen für selbstverschuldete und verhaltensbezogene Krankheiten zur Diskussion gestellt wird, unabhängig von der finanziellen Situation der öffentlichen Haushalte?
Gehört Krankheit noch zum Leben?
Warum sollten wir alle jugendlich, gesund und fit sein?

1. Änderung des Lebensstils durch Krankheit.

Solange es uns gesundheitlich gut geht, ist unser Lebensstil geprägt von Verhaltensformen, und Anschauungen, die sich in Zeiten von Krankheit rapide ändern. Plötzlich wird die
Krankheit zur umstrukturierenden Kraft des Lebens, der vormals gewohnte und gelebte Lebensstil verändert sich.

  • Trauen Sie der Krankheit eine strukturierende Kraft des Lebens zu?  
  •  Wie verändert Krankheit unser Verständnis von Gesundheit, Stärke und Zerbrechlichkeit? 
  •  Verändert sich gar unser Verständnis von Leben und Tod? 

2. Selbstzerstörender Lebensstil - öffentliche Finanzierung.

Hat jemand das Recht auf gesundheitsgefährdende und selbst zerstörende Lebensformen (Alkohol, Drogen, Rauchen, Risikoverhalten), wenn die Allgemeinheit einen wesentlichen Teil der sozialen und ökonomischen Folgen zu tragen hat?

  • Hat die Gesellschaft das Recht, eine Begrenzung der öffentlichen Mittel für „selbstverschuldete und „verhaltensbezogene" Erkrankungen" zu fordern?
  • Wo beginnt und wo endet eine solche Diskussion

3. Prävention und Lebensstil

  • Warum sollten wir alle jugendlich, gesund und fit sein?  
  • Wie weit haben die Gesundheitsindustrie mit ihrer Werbung und das öffentliche Gesundheitssystem ein Interesse und das Recht, mittels Anreizen, Verboten und Verpflichtungen in die Selbstbestimmung, den Lebensstil und die Autonomie des einzelnen einzugreifen?  
  • Können wir zur Prävention verpflichtet werden?  
  • Wo bleibt der individuelle Lebensstil?

Bitte Termine beachten!):

Sekretariat des Landesethikkomitees
Dr. Maria Vittoria Habicher
Amt für Ausbildung des Gesundheitspersonals
Freiheitsstraße 23, Bozen
Tel. 0471 411614
Fax 0471 411619
maria.habicher@provinz.bz.it

ECM
Das Ansuchen um die Bewertung für die Erteilung von ECM Credits wird vom Veranstalter
eingereicht. Das Anrecht auf Credits besteht nur bei nachgewiesener Teilnahme von 90% der Kurszeit.

Vortragsreihe für Gesundheitspersonal und interessierte BürgerInnen

14. November 2006, 19.30 Uhr, Bozen, Kolpinghaus

Das Verständnis von Krankheit und Gesundheit

PD Dr. theol. Ulrike Kostka, Universität Münster/Freiburg
Hauptsache gesund?
Gesundheit und Krankheit im Spiegel der Ethik

Prof. Dr. Fabrizio Turoldo, Dep. Philosophie und Teorie der Wissenschaften, Universität Venedig
Die Autonomie der Gesunden und die Autonomie der Kranken

Diskussionsrunde
Simultanübersetzung

21. November 2006, 19.30 Uhr, Bozen, Kolpinghaus

Grenzen der Eigenverantwortung im Gesundheitswesen: Lebensstil und Finanzierung von Gesundheitsleistungen

Prof. Dr. Georg Marckmann, Dept. of Medical Ethics, Universität Tübingen
Möglichkeiten und Grenzen der Eigenverantwortung im Gesundheitswesen: eine ethische Analyse

Prof. Matteo Cosulich, Prof. für öffentliches Recht, Universität Trient
Gesundheit zwischen dem Recht des Individuums und dem Interesse der Gesellschaft: die Frage nach der Eigenverantwortung im Gesundheitswesen.

Diskussionsrunde
Simultanübersetzung

Tagung „Gesundheit und Lebensstil"

1. Dezember 2006, 9.00 - 17.00 Uhr, Bozen, Kolpinghaus, Kolpingstraße 3
Programm:

9.00 Uhr
Begrüßung durch den Präsidenten des Landesethikkomitees Dr. Oswald Mayr
Grußwort des Landesrates Dr. Richard Theiner

9.15- 11.00 Uhr
Referate:
Dr. med., Dr. theol. Matthias Beck, Institut für Ethik in der Medizin an der Universität Wien
Warum sollten wir alle jugendlich, gesund und fit sein? Ethische Grundsatzfragen der Prävention

Prof. Carlo Hanau, Universität Bologna
Die Einwirkungen von öffentlichen und privaten Interessen auf Lebensstil und Prävention

Diskussion

11.15-11.45 Uhr
Prämierung der 5 GewinnerInnen des Wettbewerbs „Gesundheit und Lebensstil"

11.45-15.30 Uhr
Workshops über die Themen:

Verständnis von Krankheit und Gesundheit

Grenzen der Eigenverantwortung im Gesundheitswesen: Lebensstil und Finanzierung von Gesundheitsleistungen

Ethische Problematik der Prävention

15.30-16.30 Uhr
Berichterstattung über die Ergebnisse der Workshops im Plenum

16.30 Uhr
Abschluss der Tagung

Simultanübersetzung
Coffeebreak und Mittagsbüffet werden im Tagungsort angeboten.

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!
Die Anmeldung für die Tagung ist daher unbedingt innerhalb 20. November 2006 erforderlich.