Abhängigkeitserkrankungen (SIND)

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (OEDT/EMCDDA) ist das Referenzzentrum für die Erhebung, Analyse und Verbreitung der Daten über die Abhängigkeitserkrankungen in der Europäischen Union.
Eines der Ziele der Europäischen Beobachtungsstelle ist die Vergleichbarkeit der auf europäischer Ebene gesammelten Daten und daher die Ausarbeitung und Festlegung der geeigneten Methoden und Instrumente.
Die Europäische Beobachtungsstelle hat insbesondere fünf Schlüsselindikatoren epidemiologischer Art ausgearbeitet, die über die Tendenz des Phänomens der Drogen in Europa und über die Auswirkungen der politischen Bekämpfungsmaßnahmen Klarheit schaffen.
Die fünf Schlüsselindikatoren betreffen:

  • Allgemeine Studien der Bevölkerung
  • Problematische Einnahme der Drogen
  • Fragen zur Behandlung
  • Drogenbedingte Mortalität
  • Drogenbedingte Infektionskrankheiten.

Der SIND-Datenfluss stellt den Hauptinformationsfluss zur Beantwortung der Behandlungsnachfrage dar und ist Teil des Neuen Gesundheitsinformationssystems und gehört somit zu den pflichtmäßig vorgegebenen Tätigkeiten aller Regionen/Provinzen.
Mit dem Dekret des Gesundheitsministeriums vom 11. Juni 2010 „Einrichtung des Nationalen Informationssystems über die Abhängigkeitserkrankungen" wurde der neue Informationsfluss der Daten zu den Patienten genehmigt, welcher von den Diensten für Abhängigkeitserkrankungen der Regionen und Autonomen Provinzen betreut wird.
Das Ministerialdekret regelt im Detail die Erhebung der Informationen über die gesundheitlichen und sozio-sanitären Maßnahmen und beschreibt die Modalitäten der Datenübermittlung von den Regionen und Autonomen Provinzen an das Neue Gesundheitsinformationssystem.
Südtirol hat mit Beschluss der Landesregierung Nr. 881 vom 11. Juni 2012 die Leitlinien für die Verwaltung des SIND genehmigt. Die SIND-Daten werden von den Diensten für Abhängigkeitserkrankungen gesammelt, wobei in jedem Gesundheitsbezirk ein Dienst eingerichtet ist. Die genehmigten Leitlinien ermöglichen eine einheitliche Datenerhebung und liefern die notwendigen Informationen für ein korrektes Ausfüllen des Landesdatensatzes.