Diabetes

Diabetes mellitus ist mit seinen Komplikationen eines der größten Gesundheitsprobleme der Industrieländer; seine Prävalenz steigt -  auch aufgrund der sich stärker verbreitenden Fettleibigkeit und des zunehmenden Bewegungsmangels - ständig an. Die Fachliteratur schätzt die Prävalenz auf rund 5,3 Prozent der allgemeinen Bevölkerung (ISTAT, 2016), wobei jedoch weitere 3 Prozent mit nicht diagnostiziertem Diabetes anzunehmen sind.
Der Diabetes mellitus tritt in zwei Hauptformen auf:

  • Diabetes Typ I (8 Prozent der Fälle) ist eine vorwiegend in der Kindheit und Jugend vorkommende Form, die mit Insulin behandelt werden muss;
  • Diabetes Typ 2 (über 90 Prozent der Fälle) bricht allgemein im Erwachsenenalter oder Greisenalter aus und kann oft durch Diät, körperliche Bewegung und/ oder orale Hypoglykämika unter Kontrolle gehalten werden.

Im Jahr 2018 wurden in Südtirol 1.297 Patienten mit Diabetes Typ I und 20.620 Patienten mit Diabetes Typ 2 betreut (in durchlebte Jahre berechnet), bei einer Prävalenz an der gesamten betreuungsberechtigten Bevölkerung von 0,2 Prozent (Typ I) und 3,9 Prozent (Typ II).
Die Prävalenz der Diabetiker Typ 2 steigt mit zunehmendem Alter an und erreicht Werte von 12,0 Prozent zwischen 65 und 74 Jahren und 16,2 Prozent ab 75 Jahren. Das Durchschnittsalter der diabetischen Bevölkerung liegt bei 42,3 Jahren (Typ I) vs. 71,2 Jahren (Typ II).
Die Prävalenz der Krankheit verläuft auf Landesebene nicht homogen. Die Städte verzeichnen standardisierte Prävalenzraten über dem Landesdurchschnitt, was auf eine höhere Inanspruchnahme des Landesgesundheitssystems seitens der dort ansässigen Diabetiker zurückzuführen ist. Die Sprengel mit den niedrigsten Prävalenzen sind Gröden, Gadertal, Ahrntal und Sarntal.
76,6 Prozent der Diabetiker Typ 2 auf Landesebene leiden auch an einer Herzkreislaufkrankheit und 71,1 Prozent an Dislypämie.
78,2 Prozent der Südtiroler Diabetiker lassen im Jahr mindestens eine Kreatinin-Untersuchung und 72 Prozent mindestens eine Glykohämoglobin-Untersuchung durchführen (der gesamtstaatliche Vergleichswert, der in den Nationalen AMD-Leitlinien (AMD - Verband italienischer Diabetesärzte) für das Glykohämoglobin angeführt ist, beträgt 84 Prozent gegenüber einem angestrebten Zielwert von 100 Prozent).
Hinsichtlich der Pharmakotherapie nahmen im Jahr 2018 69,2 Prozent der diabetischen Patienten Typ 2 ein orales Antidiabetikum ein, 52,9 Prozent einen Lipidsenker, 31,4 Prozent einen Aggregationshemmer und 17,4 Prozent führten die Behandlung mit Insulin durch. Die pharmakologische Behandlung des Diabetes erfolgt in den meisten Fällen in Kombination mehrerer Medikamente: 85,2 Prozent der Diabetiker nahmen im Laufe des Jahres mindestens eines dieser Medikamente ein.
Die Hospitalisierungsrate wegen Diabetes beträgt in Südtirol 68,2 Aufenthalte pro 100.000 Einwohner (ausgeschlossen die Aufenthalte in italienischen Einrichtungen außerhalb des Landes und in österreichischen Einrichtungen). Berücksichtigt man nur die Bevölkerung über 18 Jahren, steigt die Rate auf 76 Aufenthalte pro 100.000 Einwohner. Die Hospitalisierungsrate wegen Diabetes mit langzeitigen Komplikationen (in Bezug auf Nieren, Augen und Nerven, das periphere Kreislaufsystem oder andere Komplikationen) beträgt 29 Aufenthalte pro 100.000 Einwohner über 18 Jahre.

Prävalenz der Diabetiker in Südtirol - Jahr 2018

Reelle unbereinigte Raten*

Diabetiker - reelle unbereinigte Rate
* Die reelle unbereinigte Rate ist das Verhältnis zwischen Anzahl der Fälle, bei denen die untersuchte Eigenschaft vorkommt, und der Bezugsbevölkerung. Im Unterschied zum standardisierten Wert kann er nicht verwendet werden, um Vergleiche zwischen Bevölkerungsgruppen verschiedenen Alters anzustellen.

      Standardisierte Werte**

      Diabetiker - Standardisierte Rate
      ** Der standardisierte Wert ist ein System, das die reelle unbereinigte Rate ausgleicht und er ermöglicht den Vergleich zwischen Bevölkerungsgruppen verschiedenen Alters.

          Downloads 2018

          Tab. 2.2.16 - Verteilung und Prävalenz der Diabetiker
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          Tab. 2.2.17 - Komorbidität der Diabetiker
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          Tab. 2.2.18 - Diagnoseuntersuchungen
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          Tab. 2.2.19 - Pharmakologische Therapie
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          Tab. 2.2.20 - Hospitalisierungsrate wegen Diabetes
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