Überwachungssystem Passi d'Argento

In den letzten Jahren hat sich in Italien, wie in allen westlichen Ländern, der Anteil der älteren Menschen schrittweise erhöht: heute sind 21 Prozent der Bevölkerung im Dritten Lebensalter, aber in 20 Jahren gehört ein Italiener/in auf drei zu den Senioren. Eine längere Lebensdauer geht nicht immer mit einer besseren Lebensqualität einher: mit zunehmendem Alter steigt die fehlende Selbstständigkeit und es treten vermehrt Krankheiten und insbesondere chronisch nicht übertragbare Krankheiten auf. Der Alterung liegen jedoch nicht nur biologischen Faktoren zugrunde, sondern es kommen psychologische, wirtschaftliche, politische, kulturelle und soziale Faktoren hinzu.
Man kann somit von zwei Arten von Alterung sprechen, die biologische und die soziale, die jeweils subjektiv bedingt sind und von der Wahrnehmung der Veränderung der eigenen gesellschaftlichen Rolle abhängen. Beide führen zum Anstieg der so genannten sozialen Fragilität und haben Auswirkungen auf den Zugang zum nationalen Gesundheitssystem. Nach 65 Jahren, steigen allmählich das Krankheits-, und Invaliditätsrisiko, der Verlust der Selbstständigkeit und die soziale Isolation.

Protokoll der Studie

Im Jahr 2008 hat das Ministerium für Gesundheit die Region Umbrien beauftragt, ein periodisches Studienmodell zur Erhebung der Lebensqualität bei Menschen über 64 Jahren zu definieren. Das Ziel ist die zeitliche Entwicklung der Probleme und ihrer Determinanten zu überwachen und gezielte Maßnahmen zu bewerten. Die zweijährige Versuchsphase ist mit 2010 zu Ende gegangen. Im Jahr 2011 begann der Prozess der vollständigen Umsetzung des Überwachungssystems, mit der Ausbildung des Gesundheitspersonals. Zwischen März 2012 und Januar 2013 wurde in 18 Regionen Italiens und der Autonomen Provinz Trient die Stichprobenerhebung bei den über 64-Jährigen durchgeführt.
Im Januar 2016 erfolgt eine weitere Ausgabe der Überwachung Passi d'Argento, an der alle italienischen Regionen und zum ersten Mal auch Südtirol teilgenommen hat.