Gesund in der Gemeinde

bunte Holzhäuschen

Gesundheit wird auch von der Umgebung beeinflusst, in der wir uns täglich aufhalten, in der wir wohnen und leben. Der Wohnort spielt somit eine zentrale Rolle in der Gesundheitsförderung.

Ortsplanung kann Gesundheit begünstigen oder behindern. So unterstützt etwa ein vielfältiges Angebot in der Nahversorgung (z.B. Lebensmittelgeschäfte vor Ort) und ein erleichterter Zugang zu regionalen Produkten (z.B. Bauernmärkte) die gesunde Ernährung der Bewohnerinnen und Bewohner.

In Grünanlagen und an öffentlichen Wasserstellen halten sich Jung und Alt gerne auf; in der warmen Jahreszeit und besonders bei Hitzeperioden erfüllen diese zudem eine kühlende Funktion. Gerade aufgrund des Klimawandels gilt es, Lösungen für die gesundheitlichen Gefahren von Hitzeinseln in Wohngebieten zu finden (ein Phänomen der Hitzebildung in Stadtgebieten aufgrund der zunehmenden Versiegelung von Flächen): Effektiv und einfach gelingt dies durch die Schaffung von erfrischenden Oasen mit Vegetation und Wasser. Hier das Beispiel der natürlichen Klimaanlage Merans

 

Wie kann eine Gemeinde aktiv in die Gesundheit ihrer Bevölkerung investieren? Z. B. durch die Schaffung eines umfangreichen Fuß- und Radwegenetzes sowie von verkehrsberuhigten Zonen. Ausreichend angenehme und sichere Wege machen Lust auf Bewegung. Gleichzeitig tun wir auch unserer Umwelt etwas Gutes: Das Auto wird häufiger stehen gelassen; damit werden die Luftverschmutzung sowie die Schadstoff- und Lärmbelastung gesenkt. Appetit auf Bewegung schaffen auch markierte Laufstrecken und Projekte wie Pedibus, das Kinder auf den eigenen Füßen sicher und gesund zur Schule bringt. Im Elterntaxi sitzen war gestern, gemeinsames Gehen mit den Mitschülern ist angesagt. Ein Erfolgsbeispiel ist die Umsetzung von Pedibus in der Gemeinde Meran .

Um ältere Menschen fit und beweglich zu halten, genügen oft kleine Maßnahmen*, die sich leicht umsetzen lassen:

  • gepflegte Bürgersteige,
  • ausreichende Anzahl von Parkbänken mit Armlehnen für Pausen,
  • eine gute Straßenbeleuchtung,
  • schattenspendende Bäume,
  • eine zuverlässige Straßenräumung und Befreiung von Eis und Schnee im Winter,
  • kurze Wege für Einkäufe, zu Ärzten oder zu Freizeitangeboten vor Ort,
  • Plätze zur aktiven Freizeitgestaltung in Parks oder auf Grünflächen (z. B. organisierte Spaziergänge, Hund ausführen)

 

Gesundheitsförderung soll Thema in unseren Gemeinden oder Städten werden?

Voraussetzung dafür ist es, die verschiedenen Akteure wie politische Entscheidungsträger, Schulen, örtliche Vereine und Einrichtungen sowie die Bevölkerung zusammenzubringen, um gemeinsam Initiativen zu entwickeln und umzusetzen. Wie kann das konkret angegangen werden? Hier als Anregung das Beispiel der Gemeinde Naturns: Dort wurde ein Bürgerrat  ins Leben gerufen, mit der Aufgabe, ins Dorf hineinzuhorchen und gesundheitsfördernde Maßnahmen auszuarbeiten

 

*entnommen aus der Broschüre des Landesgesundheitszentrums Nordrhein- Westfalen (2012) „Bewegungs- und gesundheitsförderliche Kommune. Evidenzen und Handlungskonzept für die Kommunalentwicklung – ein Leitfaden