Psychosoziale Gesundheit

Psychosoziale Gesundheit

Die psychosoziale Gesundheit umfasst das persönliche Wohlbefinden, Zufriedenheit, Selbstbewusstsein sowie die Fähigkeit zu zwischenmenschlichen Beziehungen: „Psychisch gesund fühlt sich eine Person, wenn sie ihre intellektuellen und emotionalen Fähigkeiten ausschöpft, die alltäglichen Lebensbelastungen bewältigt, produktiv arbeitet und in der Gemeinschaft einen Beitrag leisten kann." (WHO 2003).

Jüngste Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO zeigen, dass in den Industriestaaten seelisches Leid die größte Gesundheitsgefahr im 21. Jahrhundert sein wird: 2020 werden psychische Leiden nach Herz-Kreislauferkrankungen an zweiter Stelle liegen.

Ressourcen vs. Belastungen

Die Balance zwischen Belastungen und vorhandenen Ressourcen ist für die psychosoziale Gesundheit entscheidend. Beides kann von der Person selbst abhängen (innere Einflussfaktoren) oder durch ihr Umfeld bedingt werden (äußere Einflussfaktoren). Bei den Belastungen können das z.B. der Verlust einer nahe­stehenden Person sein, die Kündigung der Arbeitsstelle oder dauerhaft belastende Lebensumstände wie Armut oder Arbeitslosigkeit. Diese können mit Hilfe innerer und äußerer Ressourcen - wie ein positives Selbstwertgefühl oder ein soziales Netzwerk - bewältigt werden . Diese Schutzfaktoren erleichtern die Bewältigung von Belastungen oder tragen sogar dazu bei, dass Belastungen gar nicht erst entstehen.

Die Perspektive der Lebensspanne

Spricht man von psychosozialer Gesundheit, ist eine Sicht über die gesamte Lebensspanne erforderlich: von der Geburt, Kindheit und Jugend bis hin zum Erwachsenenalter und zu der dritten Lebensphase. Je nach Lebenslage  stehen auch unterschiedliche Aufgaben an, die mit bestimmten Anforderungen einhergehen. Das heißt für die Gesundheitsförderung, dass Programme und Maßnahmen auf die verschiedenen Zielgruppen zugeschnitten sein müssen, um die aktuellen Bedürfnisse aufzufangen. Hierfür kommt als Einsatzbereich für Maßnahmen neben der Schule auch dem Arbeitsplatz eine große Bedeutung zu, sowohl in Hinblick auf die Erhaltung der psychosozialen Gesundheit als auch auf die Vorbeugung psychischer Erkrankungen.

Sozialkapital

Zwischenmenschliche Beziehungen, gemeinsame Überzeugungen, Werte und Regeln sowie das gegenseitige Vertrauen in eine Gesellschaft: Diese Größen werden unter dem Begriff Sozialkapital zusammengefasst. Der Einfluss sozialer Beziehungen auf Gesundheit und Krankheit, auf Lebensqualität und Lebensdauer ist mittlerweile wissenschaftlich belegt. Während soziale Isolation, fehlende Wertschätzung und zwischenmenschliche Konflikte auf Dauer krank machen, fördern und erhalten Faktoren wie soziale Integration und Anerkennung unsere Gesundheit.

Persönliches und gesellschaftliches Sozialkapital

Als persönliches Sozialkapital bezeichnet man die Ressourcen, welche dem Einzelnen innerhalb seines sozialen Netzwerkes zur Verfügung stehen und auf das er/sie zurückgreifen kann: praktische Hilfestellungen, nützliche Informationen, Anerkennung und Zuwendung, emotionale Unterstützung oder der Zugang zu Wissen und Netzwerken.

Als gesellschaftliches Sozialkapital bezeichnet man das Vermögen von ganzen Gemeinschaften: Unternehmen, Schulen, Gemeinden oder ganze Regionen und Staaten. Gemeint sind der Grad an Vernetzung innerhalb dieser Gemeinschaften sowie vorherrschende gemeinsame Überzeugungen, Werte und Regeln. Der Wert dieses Sozialkapitals spiegelt sich wider in einer erleichterten Zusammenarbeit und in Kooperation, in einem schnellen Informationsfluss und in der Freistellung von neuen Möglichkeiten und Synergien.

Rothaarige Frau

Psychohygiene

Wie Sie Ihre psychosoziale Gesundheit pflegen

Wir halten unsere Wohnungen, unsere Wege, unsere Parks sauber, die Körperpflege wie Zähneputzen und Duschen gehören zum täglichen Programm. Nur eines pflegen wir selten mit so viel Hingabe: unsere Psyche.

Dabei ist es sehr hilfreich, wenn wir unseren Kopf regelmäßig von unnötigem Ballast befreien!

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