Was ist Gesundheitsförderung?

Wer gesund ist, fühlt sich wohl - körperlich, seelisch, im Umgang mit seinen Mitmenschen - und kann gut für sich und andere sorgen. Gesundheitsförderung geht von zwei grundlegenden Fragen aus, und zwar wie Gesundheit entsteht und was wir tun können, um so lange wie möglich bei guter Gesundheit zu bleiben.

Gesundheitsförderung ist bestrebt, Menschen zu motivieren, sich bewusst und eigenmächtig für einen gesunden Lebensstil zu entscheiden. Damit dies erfolgen kann, müssen einerseits gesundheitliche Ressourcen sowie Kenntnisse und Fähigkeiten rund um die Gesundheit individuell gestärkt, und andererseits gesundheitsförderliche Lebensumstände und -verhältnisse geschaffen werden.

...auf der Verhaltensebene

Um das Gesundheitsverhalten von Einzelnen oder Menschengruppen zu fördern, setzt die Gesundheitsförderung Instrumente wie Informationskampagnen, Initiativen zur Sensibilisierung oder zielgruppen- und ortsspezifische Projekte überall dort ein, wo Gesundheit täglich gelebt wird: In der Familie, in der Schule, bei der Arbeit, in der Wohngemeinde usw. Dabei werden Menschen darüber aufgeklärt, wie sie sich besser ernähren, mehr bewegen, ihre mitmenschlichen Beziehungen zufriedenstellender gestalten und gut für sich selbst und andere sorgen können. Das Ziel ist, ihre Gesundheitskompetenzen zu stärken und sie zu befähigen, selbstbestimmt für ihre Gesundheit einzustehen, ihr alltägliches Verhalten gesundheitsbewusst zu gestalten und mehr Einfluss auf jene Faktoren zu bekommen, die ihre Gesundheit bestimmen, wie z. B. Arbeits- oder Umweltbedingungen.

...auf der Verhältnisebene

Als Handlungsfeld der Gesamtpolitik wirkt Gesundheitsförderung allerdings nicht nur auf das Verhalten einzelner Menschen oder Menschengruppen, sondern nimmt auch auf die sozialen, ökonomischen und Umweltbedingungen Einfluss, um gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen herzustellen und ihre Entwicklung zu unterstützen. Zu diesem Zweck betreibt sie breitflächig Kooperations- und Vernetzungsarbeit, um alle Akteure aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Umwelt bei der Schaffung einer gesundheitsförderlichen Gesamtpolitik, bei der Förderung gesundheitsförderlicher Verhältnisse und Lebenswelten, bei der Bekämpfung sozialer und gesundheitlicher Ungleichheit und bei der Neuorientierung der Gesundheitsdienste miteinzubeziehen.

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit nach einem ganzheitlichen Ansatz als einen "Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen"

Gesundheitsförderung ist im Unterschied zur Prävention nicht primär darauf ausgerichtet, gegen Krankheiten und Risikofaktoren anzukämpfen; sie konzentriert sich vielmehr darauf, die gesunden Anteile im Menschen zu stärken und erstrebenswerte Ziele für seine Gesundheit wie Wohlbefinden, Lebensqualität, körperliche Fitness, Freude, Sinnerfüllung usw. zu schaffen. Die Gesundheitsförderung baut auf Ressourcen und Fähigkeiten auf, die im Menschen vorhanden ist, anstatt sich auf seine Defiziten Störungen oder Krankheiten zu konzentrieren. Gemeinsam ist beiden Ansätzen das Ziel, die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden zu stärken.Grafik zu Gesundheitsförderung und Prävention: Selbes Ziel, unterschiedlicher Ansatz

In der Fachsprache der Gesundheitsförderung bezeichnet der Begriff Gesundheitsdeterminanten alle jene Faktoren, die die Gesundheit von Menschen beeinflussen. Damit ist ihre jeweilige Lebensweise gemeint sowie die sozialen Netzwerke, in denen sie unmittelbar eingebettet sind, vom Familien- und Freundeskreis bis hin zur Schul- und Wohngemeinschaft, Gemeinde usw. Aber das Streben nach mehr Gesundheit wird auch von anderen Bedingungen maßgeblich beeinflusst, z. B. davon, wie gut oder schlecht ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen sind, ob sie arm oder wohlhabend sind, ob ihr Bildungsstand hoch oder niedrig ist, ob die natürliche Umwelt, in der sie leben, verträglich ist und ob und in welchem Maße sie Zugang zu gesundheitlichen Leistungen haben. Dabei sind alle Faktoren, bis auf Alter, Geschlecht und Erbanlagen, veränderbar:

Darstellung der Faktoren, die die Gesundheit beeinflussen anhand einer RegenbogengrafikRegebogengrafik der Gesundheitsdeterminanten
(Quelle: Fonds Gesundes Österreich)